Arena Football ist in meinen Augen die amerikanischste Sportart überhaupt. In Deutschland nahezu unbekannt, hat die Indoor-Variante des American Football in den Vereinigten Staaten eine höchst wechselvolle Geschichte hinter sich. Während Football-Puristen das Hallenspektakel mit dröhnender Discomusik und Feuerwerk hassen, lieben die Arena-Football-Anhänger die Nähe zu den Spielern, die Schnelligkeit und die hohe Punktequote der Hallenspiele, die auf einer Fläche von der Größe eines Eishockeyfeldes ausgetragen werden. Mehr zum Arena Football gibt es bei Wikipedia und auf der Homepage der Arena Football League, die derzeit leider gerade pausiert und möglicherweise ganz von der Bildfläche verschwindet. Allerdings gibt es immer noch die af2. Interessant für Juristen: Arena Football ist eine teilweise mit Patentrechten belegte Sportart, weshalb andere Hallenligen in den USA ihren Sport nur Indoor Football nennen dürfen und mit teilweise anderen Regeln spielen. Jeff Foley, ein früherer Journalist der Albany Times Union, hat 1999/2000 für einige Monate bei den Albany Firebirds, die damals noch in der Arena Football League spielten, mittlerweile aber nur noch in der af2 aktiv sind, mittrainiert und sogar drei Kurzeinsätze in Pflichtspielen absolviert und seine Erlebnisse unter dem Titel "War on the Floor" veröffentlicht. Als ich das Buch bei Amazon entdeckte, griff ich kurzerhand zu, weil ich auf einen ähnlich atmosphärischen Insiderbericht aus der Welt des Arena Football hoffte, wie Ken Baker mit "They don't play hockey in heaven" über die West Coast Hockey League gelungen war. Schon der höchst gelungene Titel ließ mich auf mehr hoffen. Leider entpuppte sich der Titel als das Beste am gesamten Buch. Schon das Cover ist für amerikanische Verhältnisse schwach, das Titelfoto - sicherlich war es bei nur drei Kurzeinsätzen schwer, ein ordentliches Bild von Foley in Aktion zu bekommen, aber unter dem Helm erkennt man ihn sowieso nicht - ist unscharf und schlecht geschnitten, die Autorenzeile praktisch nicht als solche zu erkennen und die Hintergrundfarbe des Titels eher unpassend. Auch der Inhalt des Buches enttäuscht: Jeff Foley, der als Journalist ohne jede Footballerfahrung ins Team kommt und nur gegen Unterzeichnung diverser "waivers" überhaupt mitrainieren und -spielen darf, ergeht sich in weitschweifigen, weinerlichen "Wie soll ich das nur schaffen?"-und "Ich bin doch so schwach, die anderen so groß und stark"-Schilderungen und feiert jeden gelungenen Liegestütz wie einen Super-Bowl-Sieg. Demgegenüber gelingt es ihm nur höchst selten, so etwas wie Atmosphäre zu vermitteln, etwa bei der Schilderung des Apartmentkomplexes, in dem er mit den anderen Spielern wohnte, der Reisen zu Auswärtsspielen, des Trainings auf einem College-Gelände und so weiter. Ken Baker erweist sich im Vergleich als der deutlich bessere Schreiber, der aus einer vergleichbaren Idee wesentlich mehr gemacht hat.
Fazit: Für Arena-Football-Fans sicherlich keine schlechte Lektüre, aber unter dem Strich eine Enttäuschung.