Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor calendarGirl Prime Photos Sony Learn More madamet designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen23
4,3 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:7,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 5. August 2007
1974 erschien War Child als Nachfolgealbum von A Passion Play. Jetzt muss man wissen, dass A Passion Play ursprünglich als Doppelalbum geplant war. Kosten und katastrophale Aufnahmebedingungen vereitelten diesen ehrgeizigen Plan. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt: A Passion Play wurde das Nachfolgekonzeptalbum zu Thick as a Brick, für das Jethro Tull viel Kritik haben einstecken müssen. Aus heutiger Sicht scheint die Kritik bisweilen doch arg überzogen. Ian Anderson fühlte sich damals aber veranlasst, sich von dem Anspruch, Meisterwerke veröffentlichen zu müssen, zu verabschieden. Und so ist War Child wohl auch ganz bewusst kein Meisterwerk geworden. Es sollten heitere und unbeschwerte Songs werden, ein wenig nach dem Motto: "A little light Music." (Das hat Ian später auch mal als Titel für ein tolles Livealbum gewählt). Auf War Child ist ihm das Leichte und Unbeschwerte nicht durchgängig gelungen, was daran liegen könnte, dass noch viele musikalische Ideen aus der A Passion Play - Zeit übrig geblieben sind. Und A Passion Play war beileibe keine leicht Kost. Sicher verbrieft sind zwei Songs aus A Passion Play. Only Solitaire findet sich auf Night Cap, wo die Ursprungsaufnahmen vom Chateau d''Isaster für den Hardcore Tullfan verewigt wurden. Bei Skating away ... sagte Ian später selbst, habe man sich zum Abbruch der Aufnahmen entschlossen. Beide Songs sind aber in der Akustiktradition von Jethro Tull erstklassig. Bei den übrigen Songs weiß ich nicht, ob es alte Ideen waren, manche machen den Eindruck, als hätten sie vorher in einem Kontext gestanden, z.B. War Child und Back-Door Angels, andere, wie z.B. Bungle in the Jungle nun überhaupt nicht. Bungle in the Jungle war in Amerika ein Singlehit und erfüllte Anderson's Wunsch nach Heiterkeit und Lockerheit. Two Fingers ist ebenfalls eine alte musikalische Idee, aber sie stammt noch von Aqualung. Es ist Lick your Fingers clean, welches auf Aqualung keinen Platz fand und erst zum 20jährigen auf CD zu haben war. Two Fingers ist ein guter Song, hat aber nicht ursprüngliche Intensität. Dieses war für mich eine Fehleinschätzung Anderson's, der ja mit den Aufnahmen von Aqualung immer unzufrieden war - bis heute. Das Ursprungsalbum War Child besteht aus den ersten 10 Songs, unter denen kein Ausfall ist, aber eben auch kein Meisterwerk. Soundmäßig ist das Album noch an A Passion Play angelehnt und stellt für mich ein - wenn auch gutes - Übergangsalbum in den 70ern dar. Das dann folgende Minstrel in the Gallery war dann schon ausgereifter. Auf der Remasteredversion gibt es 7 Bonustracks. Zumindestens 4 davon sind echte Perlen. Paradise Steakhouse, Rainbow Blues (sehr schön), Glory Row und Saturation. Glory Row war der Grund für mich, diese Remasteredversion zu kaufen, auch weil ich überhaupt kein Freund von Compilations bin und Glory Row und auch Rainbow Blues nur auf zwei verschiedenen Best of's zu finden waren. Ein kleiner Hinweis zum Coverartwork von War Child. In der Collage auf dem Backcover werden fotografisch alle 10 Albumsongs dargestellt. Trotzdem es in den 70gern deutlich bessere Scheiben von Tull gegeben hat, gebe ich schwache 5 Sterne. Da in diesem Jahr ein neues Tullalbum angekündigt ist, kann man mal großzügig sein.
0Kommentar|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. November 2000
WAR CHILD (von 1974) bedeutete für Jethro Tull nach den zwei Alben mit je nur einem 40-Minutenstück (Thick as a Brick, Passion Play) die Rückkehr zum kompakten Song-Format der frühen 70er Jahre. Gleichzeitig war hier das stilistische Spektrum weiter als je zuvor und auch in der Instrumentierung wurden viele verschiedene Nuancen gesetzt. Vom kurzen Stück mit Akustikgitarre über Marschmusik, Streichern, Dudelsackklänge bis zu fetzigem Rock ist hier alles vertreten. Der Einsatz des Saxophons verleiht dem ganzen teilweise einen leichten Touch von Glam-Rock und Roxy Music Anklängen. Trotz der vielen Elemente klingt die Platte aufgrund einer sauberen Produktion dennoch weitgehend wie aus einem Guss und lässt sich auch im Jahr 2000 noch gut anhören. Zeitlose Songs für Liebhaber des etwas anspruchsvolleren Rocks.
0Kommentar|20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juni 2015
Selbstverständlich sind die Interessenten für diese CD Reihe (40th Anniversary) Fans der Gruppe Jethro Tull, die die Original CD oder besser die LP seit ihrem Erscheinen kennen. Ich gehöre zu dieser Gruppe von Tull Fans und Warchild gehört für mich schon immer zu den besseren Tull Scheiben. Ist ja auch einfach, da die Tullies Mitte der 70-iger Jahre ihren kreativen Höhepunkt erreicht haben. Von daher steht für die Bewertung von Warchild selbst erstmal nur der neue Mix von Mr. Wilson an, der für mich eine phänomenale Qualität besitzt: das Werk wird transparent, klar, deutlich erkennbar bezgl. der einzelnen Instrumente. Für einen Tull Fan allein aus diesem Grund schon unabdingbar, hinzukommen dann noch die tollen Texte, die die Entstehung des Werkes begleiten und zum Verständnis beitragen. Soweit so gut für jeden Tull Fan. Dann aber geht's weiter mit dem 2. Akt, der auch für mich Neues brachte: Warchild Orchester Musik, die Chrysalis leider noch nie veröffentlicht hat. WHAT A SHAME (especially on you Terry Ellis). Ich persönlich bin kein großer Fan von Ballettmusik aber hier komponiert ein Großmeister des Genre Rock und Klassik. Eine ganz tolle Musik (Anspieltip: The Third Hoorah). Ich bin von Anderson's Fähigkeiten in den Sessel geblasen. Unbedingt mehr davon! Bin total von den Socken: es gibt tatsächlich Rezensionen von Warchild, die das Werk relativieren - man lernt immer noch dazu.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juli 2015
Im Gegensatz zu den Remixen der Vorgängeralben wartet der neue Stereoremix mit keinen Überraschungen auf. Er klingt natürlich klasse, aber im Gegensatz zu "A Passion Play" und einigen Liedern auf "Aqualung" unterscheidet sich der neue Mix von "WarChild" für meine Ohren kaum von der Urversion.
Dafür wartet die zweite CD mit einer großen Zahl unveröffentlichter Stücke auf, und für echte Tull-Fans lohnt sich der Kauf alleine deswegen. Die Orchesterstücke sind von teils atemberaubender Schönheit, von der Band-Stücken gefällt mir "Tomorrow was Today" besonders gut.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Mai 2003
Nach erstem Durchlauf und dem daraus resultierenden ersten Eindruck, ist WARCHILD ein noch immer stark an das mißglückte Konzeptalbum A PASSION PLAY erinnerndes Relikt. Laut Ian Anderson sind Passion Play und WARCHILD thematisch eng mit einander verbunden. WARCHILD ist sozusagen der zweite Teil der
A PASSION PLAY - Saga, welche sogar als Film geplant war, aber wie immer am Geld scheiterte. Die ersten beiden Songs WARCHILD und QUEEN AND COUNTRY erscheinen anfangs immer noch wie Überbleibsel aus den katastrophalen "Chateu d' Herouville" - Sessions, später von Anderson scherzhaft "Chateau d'saster" genannt, aus dessen Asche das unselige A PASSION PLAY entstand. Die besagten Songs klingen teilweise wie die albumumspannende Suite des Vorgängeralbums: Disharmonisch und unmelodisch, teilweise sogar kakophonisch, sind dennoch aber gut gemacht.Ignoriert man die ersten beiden Songs, bzw. den ersten Eindruck, den man von diesen hat, so ist WARCHILD immer noch ein sehr mutiges und herausragendes Konzeptalbum, welches lose am Vorgängeralbum anlehnt, aber dennoch offener ist. Auch die Songs BACK DOOR ANGELS und SEALION klingen sehr düster und bombastisch, sind vom Gesang aber melodischer und rhythmisch nicht so abgehackt wie die beiden ersten Songs des Albums. Man muss BACK DOOR ANGELS und SEALION zu den härtesten Nummern der Band einordnen, so wie ein Jahr später BLACK SATIN DANCER von MINSTREL IN THE GALLERY. Die beiden luftigen Singleauskopplungen SKATING AWAY und BUNGLE IN THE JUNGLE sind neben SEALION und BACK DOOR ANGELS absolute Juwelen des Albums. BUNGLE IN THE JUNGLE klingt herrlich frisch und unbekümmert, ebenso wie die akustische Nummer SKATING AWAY, mit seinem lustigem Intro, bei welchem Anderson am Frühstückstisch sitzt und sich Tee einschüttet und dabei die Melodie des Songs vor sich her summt.
Weitere Höhepunkte sind zweifelsohne THE THIRD HOORAH mit seiner sehr folkloristisch gehaltenen Grundmelodie, welche zum Ende hin vom Dudelsack und Ian Andersons Stimme vorgetragen wird (wer hätte gedacht, dass der Derwisch auch dieses Instrument beherrscht?), sowie TWO FINGERS, welches insofern ungewöhnlich ist, da es sich hierbei um eine variierte Bearbeitung des Songs LICK YOUR FINGERS CLEAN von der remasterten Ausgabe von AQUALUNG handelt. Der Text von LICK YOUR FINGERS CLEAN wurde unverändert belassen, die Grundmelodie ebenfalls, dennoch wurde dieses Stück vollkommen umarrangiert und umstrukturiert, ehe es zum wesentlich anspruchsvolleren TWO FINGERS wurde. Als dominante Instrumente wurden nämlich Akkordeon und Akustikgitarre verwendet, wohingegen man beim Ausgangsstück auf Klavier und Flöte setzte, welche aber bei TWO FINGERS ebenfalls nicht zu kurz kommt, ebensowenig wie die E-Gitarre. Besonders lobenswert sind an dem Album aber die zahlreichen Bonustracks (sieben an der Zahl!), als da wären: Das an THE HARE WHO LOST HIS SPECTACLES erinnernde SEALION II mit Jeffrey Hammonds Sprechgesang, das sehr klassisch gehaltene, ausschließlich auf das Orchester und Andersons Querflöte beschränkte WARCHILD WALTZ und das genial jazzige Instrumental QUARTET, sowie die coole Rocknummer RAINBOW BLUES. Ähnlich wie auf PASSION PLAY spielen auch hier noch das Saxofon und der Synthetizer eine entscheidende Rolle, sind allerdings nicht mehr so penetrant wie auf erstgenanntem. Alle Instrumente sind hier gleichberechtigt, ebenso wie die doch sehr üppige und bombastische Orchestrierung, welche das Album aber umso schwerer im Magen liegen lässt, da sie nicht so dezent und gefühlvoll eingesetzt wurde, wie später auf MINSTREL IN THE GALLERY, sondern hier nur der Dramatik diehnte. Für Einsteiger in Sachen Tull ist das Album nicht zu empfehlen, da es immer noch sehr schwer im Magen liegt und noch viele Querverweise zu PASSION PLAY besitzt. Ausserdem klingt es, wie bereits erwähnt recht kakophonisch und disharmonisch und nicht so ausgewogen, wie die Mehrzahl der Tull-Veröffentlichungen. Die Band zieht hier allerdings das volle Register ihres Könnens und streift wirklich ALLE Musikrichtungen. SEHR UNKONVENTIONELL UND ÜPPIG!
0Kommentar|23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2015
Es ist vielleicht nicht das wichtigste Album von Jethro Tull, aber es ist sicher die bisher umfangreichste Box im Rahmen der 40.er-Serie. Man kann nur hoffen das die weiteren Werke in der gleichen Qualität erscheinen werden. Klanglich sicher ein Gewinn, sehr erfreulich sind die Alternativen auf der DVD im 24/96 Format. (Mit und ohne Bearbeitung von Wilson). Das Booklet, eher ein Buch, alleine ist eine Empfehlung.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wenn man dem 1974 bei Chrysalis erschienenen Album "Warchild" eines nicht nachsagen kann,dann Eintönigkeit.
Was der kreative Kopf und Mastermind der britischen Rockformation Jethro Tull hier an Stilen,Klängen,Verrücktheiten und schrägem Sound zusammenrührte,ergibt schon eine wirklich eigene (Musik-) Suppe.
Für mich stellt das Album den Beginn einer Bandphase dar,in der der Küchenchef selbst nicht so genau wußte,wie es denn nun weitergehen sollte und erstmal mit bekannten und neuen Zutaten herumprobierte.
Während das vorletzte Album "Thick As A Brick" an den überragenden Erfolg des Vorgängers "Aqualung" anknüpfen konnte,war das gesamte Projekt "A Passion Play" ein nervenzehrendes Desaster gewesen.
Ebenso,wie "Thick..." war "A Passion Play" als ambitioniertes Longtrack-Album konzipiert,jedoch waren schon die Sessions dazu unglücklich gelaufen und wurden kurzerhand abgebrochen.Dann wurde für das Album wieder bei (fast) Null angefangen.
Doch auch das dann doch fertiggestellte Endprodukt kam nur mäßig an;Anderson wurde immer wieder "hohler Bombast" vorgeworfen,das wirklich sperrige Album sorgte für viel Unmut und Mutmaßungen,Andersons Kreativität wäre am Ende.
Mit "Warchild" ging es nun zurück in Songformate,wie auf den älteren Alben.
Offensichtlich war Ian bemüht,die Musik locker,frisch,fröhlich wirken zu lassen,dazu vereinte er Elemente des Rock,Prog,Folk,streute hier und da etwas Blues und Jazz ein und nutzte neben dem gewohnten Instrumentarium (Gitarre/Martin Barre,Drums,Percussion/Barriemore Barlow,Baß/Jeffrey Hammond-Hammond,Klavier,Orgel,Synthesizer/John Evan,Querflöte,akustische Gitarre,Gesang/Anderson) auch Glockenspiel,Marimbaphon und vor allem ungewohnterweise auch Akkordeon und Saxophon.
Daß ein Teil der Kompositionen vor "A Passion Play" entstanden war,den abgebrochenen Sessions entstammte,andere Songs während der Konzert-Tour geschrieben wurden,unterstreicht den Eindruck der stilistischen Zerrissenheit der Scheibe.
Mal sehr eingängig,simpel,dann abgefahren,schräg,dann wieder balladesk,Anleihen an Seemannsliedgut,dann plötzlich rockig,dann die ungewohnten Saxophon-Klänge,von David Palmer arrangierte Orchestereinlagen....manch einer nannte es abwechslungsreich,andere wirr,verrückt,unentschlossen.
Daß "The Third Hoorah" ein Thema aus dem Song "Warchild" wieder aufnahm, sollte vielleicht ein Versuch sein,dem Album inneren Zusammenhalt zu geben.
Eigentlich sollte die Musik im Rahmen eines Filmprojekts als Soundtrack herauskommen,was aber an den Finanzen scheiterte.
Thematisch sieht Anderson es als Fortsetzung von "A Passion Play".
Die Cover-Rückseite stellt durch die abgebildeten Personen die einzelnen Songs dar.
Ob der Querkopf mit der Querflöte es hier allen Kritikern gezeigt hat,unglaubliche Vielfalt bewiesen und Kreativität,freie progressive Kunst ausgelebt hat,oder einfach aus vorübergehender Ratlosigkeit alles,was da war,in den Topf geworfen hat,neue Sounds addierte und umrührte,ist umstritten.
Ich meine:
Gerade,was die Kompositionstiefe angeht,ist "Warchild" mit Sicherheit nicht den besten Tull-Alben zuzurechnen.
Dennoch macht die Musik zumindest phasenweise Spaß und ist keinesfalls langweilig.

Auch die Soundqualität ist nicht zu beanstanden;schon die alte Schallplatte klang recht ansprechend.
Die ersten CDs waren dagegen grottig,kein Vergleich mit der Vinyl-Scheibe.
2002 kam dann die hervorragende Remaster-CD,die neben großartigem Klang noch satte sieben (7!) interessante Bonustracks bietet,und zwar nicht verwendete Studio-Songs,also keine Demos oä.
2014 kam dann die "40th Anniversary Theatralic Edition",welche eine unglaubliche Fundgrube darstellt.
Zunächst einmal wurde das Album von Steven Wilson (Porcupine Tree,No-Man,Blackfield,Solo-Alben uvm) nicht nur neu remastered,sondern vor allem auch noch remixed.Und das nicht nur hochauflösend (24 Bit/96 KHz) für die Audio-DVD,sondern auch in verschiedenen Surround-Formaten,ebenfalls in hoher Auflösung;dazu wurde der alte Quadro-Mix auch noch 1:1 "rübergezogen".
Zusätzlich werden noch mehr Bonustracks,auch Demos,geboten,Videomaterial ua zur Entstehung,ein informatives,dickes Booklet...
Auf CD ist das Album natürlich auch remixed/remastered,wobei man S.Wilson,der für seine Arbeiten in diesem Bereich mittlerweile hoch anerkannt ist,zugute halten muß,daß er beim Remix nicht übermäßig in die Zusammensetzung der Musik eingegriffen hat.
Wünsche von Anderson,bestimmte Instrumente komplett rauszumischen,wurden von Wilson einfach abgelehnt (!),da er der Musik nicht ihre Authentizität nehmen wollte.Davon könnte sich manch einer ne Scheibe abschneiden (Stichwort: Genesis Remixes).`
Ob die Überarbeitung zu einer Verbesserung geführt hat,ist Geschmackssache.
Definitiv wurde die Analytik,die Durchhörbarkeit gesteigert,ohne,daß es steril klingt.
Dennoch bevorzuge ich persönlich die 2002-Remaster-CD,ebenso,wie die MFSL-Gold-CD.
Die Vinyl-Neuauflage von 2015 basiert selbstverständlich auf dem Remix/Remaster von 2014.
Für Fans und Surround-Hörer ist die Edition natürlich Pflicht,ebenso für Audiophile Stereo-Hörer mit DVD-Audio-Player,es sei denn,sie bevorzugen wie ich die alte Abmischung.
Sämtliche Remaster-Versionen,egal ob Stereo oder Surround,bieten gute Dynamikwerte und es wurde zwar hoch,aber nicht zu hoch ausgesteuert.
Die MFSL-Gold-CD,die es limitiert gab und die jetzt sehr hoch gehandelt wird,ist übrigens auch sehr gelungen.
Sie klingt etwas wärmer,voller als die anderen Versionen.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2012
"War Child" ist das siebte Studioalbum und zugleich das achte Werk der englischen Rock-Band Jethro Tull. Es wurde im Oktober 1974 veröffentlicht. Eingespielt wurde es von Ian Anderson (Querflöte, Gesang, Akustische Gitarre, Saxophon), Martin Barre (Gitarren), John Evan (Klavier, Orgel, Synthesizer, Pianoakkordeon), Barriemore Barlow (Schlagzeug, Glockenspiel, Perkussion, Marimbaphon), Jeffrey Hammond-Hammond (Bass). John Palmer dirigierte das Philamusica Orchester, London. Produziert wurde das Album von Ian Anderson und Terry Ellis. Alle Lieder stammen aus der Feder von Ian Anderson.

Nachdem die Vorgänger "Thick As A Brick" (1972) und "A Passion Play" (1973) hauptsächlich aus überlangen Stücken bestanden, hören wir auf "War Child" wieder kürzere Songs. Einige Stücke wurden bereits vor "A Passion Play" geschrieben, fanden aber erst hier auf "War Child" Platz.

Gut gefallen mir die Songs `War child`, `Queen and country`, `Sealion`, `Skating away on the thin ice of the new day` und `Bungle in the jungle`. Dies sind auch meine Anspieltipps. Die anderen fünf Stücke der ursprünglichen LP können die Qualität nicht ganz halten. Dafür hält diese Ausgabe direkt 7!!! Bonus Tracks vor. Hiervon gefällt mir der `Rainbow blues` am besten.
Insgesamt bietet "War Child" eine Mischung aus Rock, Prog, Folk und Pop. Dieses Konzept geht insgesamt gut auf. Der Prog der beiden Vorgänger wurde zu Gunsten etwas `leichterer` Songs ein wenig in den Hintergrund geschoben.

"War Child" gehört sicher nicht zu den stärksten Alben von Jethro Tull, ein gutes Stück abwechslungsreicher Rock Musik ist es aber allemal. `Skating away...`, `Bungle in the jungle` und `Rainbow blues` wurden zu Band-Klassikern. Von mir 4 Sterne für das Kriegskind, welches in den U.S.A. auf Platz 2 der Charts kam.
44 Kommentare|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2014
Edel aufgemachte und komfortabel ausgestattete Box. Für Tull Fans ein Must have! Alle anderen Interessenten sollten sich überlegen, ob ihnen das an sich etwas sperrige Warchild Album der vierfache Kaufpreis des regulären (remasterten) Album wert ist.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Mai 2003
Nach erstem Durchlauf und dem daraus resultierenden ersten Eindruck, ist WARCHILD ein noch immer stark an das mißglückte Konzeptalbum A PASSION PLAY erinnerndes Relikt. Laut Ian Anderson sind Passion Play und WARCHILD thematisch eng mit einander verbunden. WARCHILD ist sozusagen der zweite Teil der
A PASSION PLAY - Saga, welche sogar als Film geplant war, aber wie immer am Geld scheiterte. Die ersten beiden Songs WARCHILD und QUEEN AND COUNTRY erscheinen immer noch wie Überbleibsel aus den katastrophalen "Chateu d' Herouville" - Sessions, später von Anderson scherzhaft "Chateau d'saster" genannt, aus dessen Asche das unselige A PASSION PLAY entstand. Die besagten Songs klingen,
wie die albumumspannende Suite des Vorgängeralbums, abgehackt, disharmonisch und unmelodisch, teilweise sogar kakophonisch. Ignoriert man die ersten beiden Songs, so ist WARCHILD immer noch ein mutiges und herausragendes Konzeptalbum, welches lose am Vorgängeralbum anlehnt, aber dennoch offener ist. Auch die Songs BACK DOOR ANGELS und SEALION klingen sehr düster und bombastisch, sind vom Gesang aber melodischer und rhythmisch nicht so abgehackt wie die beiden ersten Songs des Albums. Man muss BACK DOOR ANGELS und SEALION zu den härtesten Nummern der Band einordnen, so wie ein Jahr später BLACK SATIN DANCER von
MINSTREL IN THE GALLERY. Die beiden luftigen Singleauskopplungen SKATING AWAY und BUNGLE IN THE JUNGLE sind neben SEALION und BACK DOOR ANGELS absolute Juwelen des Albums. BUNGLE IN THE JUNGLE klingt herrlich frisch und unbekümmert, ebenso wie die akustische Nummer SKATING AWAY, mit seinem lustigem Intro, bei welchem Anderson am Frühstückstisch sitzt und sich Tee einschüttet und dabei die Melodie des Songs vor sich her summt.
Weitere Höhepunkte sind zweifelsohne THE THIRD HOORAH mit seiner sehr folkloristisch gehaltenen Grundmelodie, welche vom Dudelsack und Ian Andersons Stimme vorgetragen wird (wer hätte gedacht, dass der Derwisch auch dieses Instrument beherrscht?), sowie TWO FINGERS, welches insofern ungewöhnlich ist, da es sich hierbei um eine variierte Bearbeitung des Songs LICK YOUR FINGERS CLEAN von der remasterten Ausgabe von AQUALUNG handelt. Der Text von LICK YOUR FINGERS CLEAN wurde unverändert belassen, die Grundmelodie ebenfalls, dennoch wurde dieses Stück vollkommen umarrangiert und umstrukturiert, ehe es zum wesentlich anspruchsvolleren TWO FINGERS wurde. Als dominante Instrumente wurden nämlich Akkordeon und Akustikgitarre verwendet, wohingegen man beim Ausgangsstück auf Klavier und Flöte setzte, welche aber bei TWO FINGERS ebenfalls nicht zu kurz kommt, ebensowenig wie die E-Gitarre. Besonders lobenswert sind an dem Album aber die zahlreichen Bonustracks (sieben an der Zahl!), als da wären: Das an THE HARE WHO LOST HIS SPECTACLES erinnernde SEALION II mit Jeffrey Hammonds Sprechgesang, das sehr klassisch gehaltene, ausschließlich auf das Orchester und Andersons Querflöte beschränkte WARCHILD WALTZ und das genial jazzige Instrumental QUARTET, sowie die coole Rocknummer RAINBOW BLUES. Ähnlich wie auf PASSION PLAY spielen auch hier noch das Saxofon und der Synthetizer eine entscheidende Rolle, sind allerdings nicht mehr so penetrant wie auf erstgenanntem. Alle Instrumente sind hier gleichberechtigt, ebenso wie die doch sehr üppige und bombastische Orchestrierung, welche das Album aber umso schwerer im Magen liegen lässt, da sie nicht so dezent und gefühlvoll eingesetzt wurde, wie später auf MINSTREL IN THE GALLERY, sondern hier nur der Dramatik diehnte. Für Einsteiger in Sachen Tull ist das Album nicht zu empfehlen, da es immer noch sehr schwer im Magen liegt und noch zuviele Querverweise zu PASSION PLAY besitzt. Ausserdem klingt es, wie bereits erwähnt recht kakophonisch und disharmonisch und nicht so ausgewogen, wie die Mehrzahl der Tull-Veröffentlichungen. SEHR UNKONVENTIONELL UND ÜPPIG!
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden