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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rückkehr zu kürzeren Tracks,
Von Rock Tullie "kruegernils" (Bedburg-Hau, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: War Child - Remastered (Audio CD)
1974 erschien War Child als Nachfolgealbum von A Passion Play. Jetzt muss man wissen, dass A Passion Play ursprünglich als Doppelalbum geplant war. Kosten und katastrophale Aufnahmebedingungen vereitelten diesen ehrgeizigen Plan. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt: A Passion Play wurde das Nachfolgekonzeptalbum zu Thick as a Brick, für das Jethro Tull viel Kritik haben einstecken müssen. Aus heutiger Sicht scheint die Kritik bisweilen doch arg überzogen. Ian Anderson fühlte sich damals aber veranlasst, sich von dem Anspruch, Meisterwerke veröffentlichen zu müssen, zu verabschieden. Und so ist War Child wohl auch ganz bewusst kein Meisterwerk geworden. Es sollten heitere und unbeschwerte Songs werden, ein wenig nach dem Motto: "A little light Music." (Das hat Ian später auch mal als Titel für ein tolles Livealbum gewählt). Auf War Child ist ihm das Leichte und Unbeschwerte nicht durchgängig gelungen, was daran liegen könnte, dass noch viele musikalische Ideen aus der A Passion Play - Zeit übrig geblieben sind. Und A Passion Play war beileibe keine leicht Kost. Sicher verbrieft sind zwei Songs aus A Passion Play. Only Solitaire findet sich auf Night Cap, wo die Ursprungsaufnahmen vom Chateau d''Isaster für den Hardcore Tullfan verewigt wurden. Bei Skating away ... sagte Ian später selbst, habe man sich zum Abbruch der Aufnahmen entschlossen. Beide Songs sind aber in der Akustiktradition von Jethro Tull erstklassig. Bei den übrigen Songs weiß ich nicht, ob es alte Ideen waren, manche machen den Eindruck, als hätten sie vorher in einem Kontext gestanden, z.B. War Child und Back-Door Angels, andere, wie z.B. Bungle in the Jungle nun überhaupt nicht. Bungle in the Jungle war in Amerika ein Singlehit und erfüllte Anderson's Wunsch nach Heiterkeit und Lockerheit. Two Fingers ist ebenfalls eine alte musikalische Idee, aber sie stammt noch von Aqualung. Es ist Lick your Fingers clean, welches auf Aqualung keinen Platz fand und erst zum 20jährigen auf CD zu haben war. Two Fingers ist ein guter Song, hat aber nicht ursprüngliche Intensität. Dieses war für mich eine Fehleinschätzung Anderson's, der ja mit den Aufnahmen von Aqualung immer unzufrieden war - bis heute. Das Ursprungsalbum War Child besteht aus den ersten 10 Songs, unter denen kein Ausfall ist, aber eben auch kein Meisterwerk. Soundmäßig ist das Album noch an A Passion Play angelehnt und stellt für mich ein - wenn auch gutes - Übergangsalbum in den 70ern dar. Das dann folgende Minstrel in the Gallery war dann schon ausgereifter. Auf der Remasteredversion gibt es 7 Bonustracks. Zumindestens 4 davon sind echte Perlen. Paradise Steakhouse, Rainbow Blues (sehr schön), Glory Row und Saturation. Glory Row war der Grund für mich, diese Remasteredversion zu kaufen, auch weil ich überhaupt kein Freund von Compilations bin und Glory Row und auch Rainbow Blues nur auf zwei verschiedenen Best of's zu finden waren. Ein kleiner Hinweis zum Coverartwork von War Child. In der Collage auf dem Backcover werden fotografisch alle 10 Albumsongs dargestellt. Trotzdem es in den 70gern deutlich bessere Scheiben von Tull gegeben hat, gebe ich schwache 5 Sterne. Da in diesem Jahr ein neues Tullalbum angekündigt ist, kann man mal großzügig sein.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kompakte Songs, breites stilistisches Spektrum,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: War Child (Audio CD)
WAR CHILD (von 1974) bedeutete für Jethro Tull nach den zwei Alben mit je nur einem 40-Minutenstück (Thick as a Brick, Passion Play) die Rückkehr zum kompakten Song-Format der frühen 70er Jahre. Gleichzeitig war hier das stilistische Spektrum weiter als je zuvor und auch in der Instrumentierung wurden viele verschiedene Nuancen gesetzt. Vom kurzen Stück mit Akustikgitarre über Marschmusik, Streichern, Dudelsackklänge bis zu fetzigem Rock ist hier alles vertreten. Der Einsatz des Saxophons verleiht dem ganzen teilweise einen leichten Touch von Glam-Rock und Roxy Music Anklängen. Trotz der vielen Elemente klingt die Platte aufgrund einer sauberen Produktion dennoch weitgehend wie aus einem Guss und lässt sich auch im Jahr 2000 noch gut anhören. Zeitlose Songs für Liebhaber des etwas anspruchsvolleren Rocks.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mit düsterem Bombast vollgestopft !,
Rezension bezieht sich auf: War Child - Remastered (Audio CD)
Nach erstem Durchlauf und dem daraus resultierenden ersten Eindruck, ist WARCHILD ein noch immer stark an das mißglückte Konzeptalbum A PASSION PLAY erinnerndes Relikt. Laut Ian Anderson sind Passion Play und WARCHILD thematisch eng mit einander verbunden. WARCHILD ist sozusagen der zweite Teil derA PASSION PLAY - Saga, welche sogar als Film geplant war, aber wie immer am Geld scheiterte. Die ersten beiden Songs WARCHILD und QUEEN AND COUNTRY erscheinen anfangs immer noch wie Überbleibsel aus den katastrophalen "Chateu d' Herouville" - Sessions, später von Anderson scherzhaft "Chateau d'saster" genannt, aus dessen Asche das unselige A PASSION PLAY entstand. Die besagten Songs klingen teilweise wie die albumumspannende Suite des Vorgängeralbums: Disharmonisch und unmelodisch, teilweise sogar kakophonisch, sind dennoch aber gut gemacht.Ignoriert man die ersten beiden Songs, bzw. den ersten Eindruck, den man von diesen hat, so ist WARCHILD immer noch ein sehr mutiges und herausragendes Konzeptalbum, welches lose am Vorgängeralbum anlehnt, aber dennoch offener ist. Auch die Songs BACK DOOR ANGELS und SEALION klingen sehr düster und bombastisch, sind vom Gesang aber melodischer und rhythmisch nicht so abgehackt wie die beiden ersten Songs des Albums. Man muss BACK DOOR ANGELS und SEALION zu den härtesten Nummern der Band einordnen, so wie ein Jahr später BLACK SATIN DANCER von MINSTREL IN THE GALLERY. Die beiden luftigen Singleauskopplungen SKATING AWAY und BUNGLE IN THE JUNGLE sind neben SEALION und BACK DOOR ANGELS absolute Juwelen des Albums. BUNGLE IN THE JUNGLE klingt herrlich frisch und unbekümmert, ebenso wie die akustische Nummer SKATING AWAY, mit seinem lustigem Intro, bei welchem Anderson am Frühstückstisch sitzt und sich Tee einschüttet und dabei die Melodie des Songs vor sich her summt. Weitere Höhepunkte sind zweifelsohne THE THIRD HOORAH mit seiner sehr folkloristisch gehaltenen Grundmelodie, welche zum Ende hin vom Dudelsack und Ian Andersons Stimme vorgetragen wird (wer hätte gedacht, dass der Derwisch auch dieses Instrument beherrscht?), sowie TWO FINGERS, welches insofern ungewöhnlich ist, da es sich hierbei um eine variierte Bearbeitung des Songs LICK YOUR FINGERS CLEAN von der remasterten Ausgabe von AQUALUNG handelt. Der Text von LICK YOUR FINGERS CLEAN wurde unverändert belassen, die Grundmelodie ebenfalls, dennoch wurde dieses Stück vollkommen umarrangiert und umstrukturiert, ehe es zum wesentlich anspruchsvolleren TWO FINGERS wurde. Als dominante Instrumente wurden nämlich Akkordeon und Akustikgitarre verwendet, wohingegen man beim Ausgangsstück auf Klavier und Flöte setzte, welche aber bei TWO FINGERS ebenfalls nicht zu kurz kommt, ebensowenig wie die E-Gitarre. Besonders lobenswert sind an dem Album aber die zahlreichen Bonustracks (sieben an der Zahl!), als da wären: Das an THE HARE WHO LOST HIS SPECTACLES erinnernde SEALION II mit Jeffrey Hammonds Sprechgesang, das sehr klassisch gehaltene, ausschließlich auf das Orchester und Andersons Querflöte beschränkte WARCHILD WALTZ und das genial jazzige Instrumental QUARTET, sowie die coole Rocknummer RAINBOW BLUES. Ähnlich wie auf PASSION PLAY spielen auch hier noch das Saxofon und der Synthetizer eine entscheidende Rolle, sind allerdings nicht mehr so penetrant wie auf erstgenanntem. Alle Instrumente sind hier gleichberechtigt, ebenso wie die doch sehr üppige und bombastische Orchestrierung, welche das Album aber umso schwerer im Magen liegen lässt, da sie nicht so dezent und gefühlvoll eingesetzt wurde, wie später auf MINSTREL IN THE GALLERY, sondern hier nur der Dramatik diehnte. Für Einsteiger in Sachen Tull ist das Album nicht zu empfehlen, da es immer noch sehr schwer im Magen liegt und noch viele Querverweise zu PASSION PLAY besitzt. Ausserdem klingt es, wie bereits erwähnt recht kakophonisch und disharmonisch und nicht so ausgewogen, wie die Mehrzahl der Tull-Veröffentlichungen. Die Band zieht hier allerdings das volle Register ihres Könnens und streift wirklich ALLE Musikrichtungen. SEHR UNKONVENTIONELL UND ÜPPIG! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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