Auf retorisch brillante Weise, wenngleich manipulativ und äußerst subjektiv, belegt Noam Chomsky in seinem Buch gnadenlos und unmissverständlich, auf welchen Grundlagen die derzeitige wirtschaftliche und somit politische Weltordnung steht. Im Grunde ist das, was er zu sagen hat, nicht neu, jedoch ist es bislang selten so klar und unverblümt auf den Punkt gebracht worden, wie die Regierungen der Industrienationen - insbesondere die US-Regierungen - das Völkerrecht missachtend, die Interessen der Wirtschaftsunternehmen ihrer Länder mit Korruption und Waffengewalt in den Schwellenstaaten und den Ländern der Dritten Welt durchsetzen bzw. von eingesetzten Regierungen durchsetzen lassen. Der Gehorsam jener Regierungen wird (insbesondere) von den USA erkauft oder erzwungen. In diesen Ländern geht das zu Lasten der dort lebenden Menschen, während einzig die Oberschicht davon profitiert. Chomsky belegt an verschiedenen Beispielen diese Praxis und macht erklärbar, warum sich in den betroffenen Staaten im Laufe der Zeit ein Hass gegen die Industrienationen (und somit auch gegen uns!!) aufbauen konnte, der sich auf entsetzliche Weise in New York und Washington in einem vorläufigen Höhepunkt entladen hat. Er entlarvt die USA als ein Schurkenstaat, der sich, gestützt auf seine wirtschaftliche Macht und seine militärische Stärke, zum Weltpolizisten ernannt hat und diese Rolle nutzt, um weiterhin seine wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen, ohne sich dabei um das Völkerrecht und die Nöte anderer Staaten (und deren BürgerInnen) zu kümmern.
Durch diese Anschläge vom 11. September 2001, die in bigotter Weise als "Anschläge auf die zivilisierte Welt" genannt werden, werden wir auf die Aktualität dieses Buches in brutalster Weise aufmerksam gemacht und müssen spätestens jetzt darüber nachdenken, wie wir als einzelne Personen (aber auch als Gesellschaft) diesen ruinösen Teufelskreis durchbrechen können.