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In atemberaubender Fülle legen sie Indizien für eine längst überfällige Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt vor. Sie räumen auf mit mysteriösen Dark Ages, die Hochkulturen in die Steinzeit zurückkatapultierten und zeichnen eine drastisch gestraffte, ins erste vorchristliche Jahrtausend datierte Geschichte der altägyptischen Reiche. Und mit einem Mal entsteht das Bild eines vitalen Volkes, das binnen weniger Jahrhunderte eine große Kultur hervorgebracht und eine äußerst wechselvolle Geschichte durchlebt hat.
Zugleich mutieren freilich mindestens 2000 Jahre Historie zum reinen Hirngespinst. Für Ägyptologen eindeutig zu viel, um sich ohne wissenschaftlichen Offenbarungseid aus der Affäre ziehen zu können. Für den interessierten Laien erscheint die Beweislast erdrückend. Von den ägyptologischen Instituten des deutschen Sprachraums reagierte nur ein einziges auf die grundstürzenden Thesen von Heinsohn und Illig. Es schickte das Buch an den Verlag zurück.-- Roland Detsch
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Seröse, langatmige Neuinterpretation ägyptischer Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wann lebten die Pharaonen?: Archäologische und technologische Grundlagen für eine Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt (Sondereinband)
Dieses Buch stellt die offizielle Geschichtsschreibung des alten Ägypten vollkommen auf den Kopf. Es tut dies in einer positiven Art und Weise, indem es - durchaus seriös, unter Anwendung wissenschaftlicher Methodik und unter Berücksichtigung der unterschiedlichsten Aspekte ägyptischer Entwicklung - Unstimmigkeiten und Widersprüche schonungslos aufdeckt. Die Autoren spannen den Bogen von unlogischen Chronologien der Pharaonenfolge über unstimmige Wie schon in Illigs Büchern "Das erfundene Mittelalter" und "Wer hat an der Uhr gedreht?", streichen die Autoren lange Perioden ihrer Meinung nach "geschichtsloser Zeit" ersatzlos. Was die Pharaonenzeit betrifft, besteht wohl eher die Möglichkeit, daß die neue Chronologie dereinst akzeptiert wird. So positiv die Bewertung vom wissenschaftlichen Standpunkt auch ausfällt, so negativ ist leider auch die Bewertung vom Blickwinkel des interessierten Laien. Das Buch ist derart detailliert und langatmig geschrieben, daß der geneigte Leser schon bald das Interesse am Lesen dieses Werkes verliert, was insofern schade ist, als man diese Thematik mit etwas gutem Willen durchaus straffer und spannend darstellen könnte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schlüssig und nachvollziehbar,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wann lebten die Pharaonen?: Archäologische und technische Grundlagen für eine Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt (Taschenbuch)
Die Annahmen der beiden Autoren sind schlüssig und werden im Normalfall etwa in der Kunstgeschichte auch durchaus angewendet. Trotz aller Retro-Mode unterscheiden sich die Kleidungsstücke aus dem Jahr 2005, die auf 70er oder 80er Design geschneidert wurden durchaus erheblich von den alten Originalen. In einem zeitlich breiterem Blick könnte man außerdem die letzten 100 oder 150 Jahre modetechnisch wohl zu einer großen Epoche zusammenfassen, deren Feingliederung dann Experten vornehmen müssten. Niemand käme aber heute auf de Idee, den Kleidungsstil des 17., 15. oder 11. Jahrhunderts nachzuahmen oder in einer antiken Tunika herumzulaufen. Um aber wieder zur Historie zurückzukommen: Rückschritte gibt es durchaus in der Geschichte, was die Autoren auch nicht leugnen. Während der Völkerwanderungszeit etwa, also zwischen Antike und Mittelalter ging einiges an Wissen verloren. Danach bei der Neuentdeckung der Fähigkeiten erfolgt aber keine Wiederholung des alten Stils. In Ägypten jedoch sollen nach herrschender Lehre zwischen nahezu gleichen Stilrichtungen bis zu 2 Jahrtausenden liegen. Eine Auffälligkeit, die Heinsohn und Illig konsequent aufzeigen und Lösungsvorschläge unterbreiten. Die Autoren bestreiten auch geographische Kulturgefälle durchaus nicht. Beim Blick in die sog. 3 Welt müsste man auch nicht die Industrieländer in die Steinzeit datieren, um eine Synchronisation zu erreichen. Schon ein Blick auf die Hochhäuser in den Millionenmetropolen in Afrika und Asien zeigt eindeutig die "Gleichzeitigkeit". Die Lebensverhältnisse mögen andere sein, aber das grundsätzliche Wissen verbreitet sich weltweit und kulturübergreifend. Nur in der Zeit des alten Ägypten soll sich Wissen nicht verbreitet haben? Die Hartseinverarbeitung ist ohne Stahl kaum denkbar. Stahl ist nicht erst seit der Neuzeit deutlich härter als Bronze, sondern von Natur aus. Mit Bronze kann man Granit nicht einmal einritzen, geschweige denn ordentlich bearbeiten. Mit Steinwerkzeugen dagegen kann man weder große Mengen an Steinblöcken passgenau bearbeiten, noch feine Verzierungen gestalten können. Die Arbeit von Heinsohn und Illig ist insgesamt gut nachvollziehbar, logisch und schlüssig, leider aber auch teilweise etwas langatmig geschrieben. Daher nur vier Punkte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Evolutionismus, Kultursynchonisation und Eisen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wann lebten die Pharaonen?: Archäologische und technologische Grundlagen für eine Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt (Sondereinband)
Die Neuchronologisierung der beiden Autoren geht von einigen Grundvoraussetzungen aus, die keineswegs zwingend sind:1. Evolutionismus und Fortschittsideologie. Die Autoren glauben ganz selbstverständlich, daß sich Kultur immer zwangsläufig in irgendeiner Form weiterentwickelt. Diese aus der Neuzeit stammende Fortschrittsgläubigkeit ist aber längst widerlegt. Vielmehr leben wir heutzutage in einer Zeit des bösen Erwachens, die immer mehr zeigt, wie trügerisch sog. Fortschritte sind. Es kann durchaus sein, daß sich Kulturen rückentwickeln oder alte Fertigkeiten vergessen werden. Gerade das Zeitalter der Retro-Mode zeigt anschaulich, wie alte Formen sehr wohl wiederholt werden. Niemand z.B. kommt auf die Idee, das Jahr 2002 ins Jahr 1970 zurückzudatieren, bloß weil die Mode der 70er wieder en Vogue ist. 2. Kultursynchronisation. Die Autoren gehen davon aus, daß es keine geografischen Kulturgefälle gegeben habe. Das würde für unsere Zeit bedeuten, daß das industrialisierte Europa und Amerika zurück ins Mittelalter datiert werden müßten, um mit den Ländern der sog. 3. Welt konform gehen zu können. 3. Eisenverwendung beim Pyramidenbau. Die Autoren scheinen die Grundlagen der Metallurgie nicht zu beherrschen. Bronze ist keineswegs weicher als der antike Stahl. Erst in der Neuzeit hat man Stahl entwickelt, der signifikant härter als Bronze ist. Außerdem eignen sich für die Bearbeitung des Steines der Pyramiden weder Eisen noch Bronze besonders gut. Wesentlich besser dagegen eignen sich Steinwerkzeuge. Insofern ist die Früdatierung der Pyramiden aus technischen Gesichtspunkten keineswegs abwegig. Insgesamt wären für derart radikale Thesen, wie sie die Autoren vertreten, handfestere Beweise und solidere Kenntnise über kulturelle Möglichkeiten und Vorgänge wünschenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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