Die Darmstädterin Gabriel Wohmann zählt seit ihren ersten Büchern zu den renommierten Schriftstellern deutscher Sprache. Vor allen Dingen wird sie als eine Meisterin der Short Story gehandelt, als eine Virtuosin der kurzen Prosa von Erzählungen und Novellen. Sie hat auch Romane geschrieben, doch wie man auch an den neuen, unter dem Titel "Wann kommt die Liebe" zusammengefassten 18 Erzählungen spürt, ist hier ihr eigentliches Metier.
Die Helden dieser Erzählungen, zerstrittene Paare, Kinder oder auch einmal widerständige Senioren, sie alle kämpfen mit ihrem Leben und sind dabei doch oft so erfolglos. Ihre Konflikte beginnen in der Regel mit einer Kleinigkeit, aus der sich dann nicht selten eine größere Katastrophe entwickelt.
Junge und ältere Paare und Ehepaare verfolgt Gabriele Wohmann in ihrem normalen, oft an Wahnsinn grenzenden Alltag, beim Essen und im Wohnzimmer. Überhaupt wird viel vom Essen erzählt, für Wohmann wohl eine Art Ersatzhandlung, die das Fehlen wirklicher und tragender Beziehungen ersetzen soll. Langeweile in den Leben der porträtierten Menschen macht sich breit und zieht sich wie ein Kaugummi durch viele der Erzählungen.
Doch diese Langeweile überträgt sich nicht auf den Leser. Im Gegenteil. Gespannt und beeindruckt von der Sprachkraft mit der Gabriele Wohmann ihre bedauernswerten Figuren zeichnet, eilt der Leser von Story zu Story und erinnert sich lesend an so manchen konkreten Menschen, den er kennt.