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In Wandlungen einer Ehe, 1941 genau zwischen dem Vermächtnis der Eszter und Glut erschienen (und 1949 bereits auf Deutsch erstmals veröffentlicht), straft Márai alle Kritiker Lügen und behauptet eindrucksvoll seinen Platz unter den Großen der Literaturgeschichte. Der dreiteilige Roman erzählt eine klassische Dreiecksgeschichte: die zwischen Mann, Frau und Dienstmädchen.
Das Spezifische dieser Konstellation sind die gesellschaftlichen Grenzen, die zwischen den Protagonisten stehen, und die zeitgeschichtliche Einbettung: Denn der Roman ist unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Vor diesem Europa für immer verändernden Hintergrund variiert Márai hier seine großen Themen Liebe und Verrat auf kluge, reizvolle und spannende Weise und stellt in gewohnt fesselnder und dichter Sprache die große Frage nach der Existenz und Dauerhaftigkeit echter, tiefer Gefühle. Ein großes Buch über ein komplexes Beziehungsgeflecht in schwierigen Zeiten. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Als Judit Áldozó als Dienstmädchen ins Haus einzieht, - "sie war beängstigend schön" - verliebt sich Péter in sie. Die großbürgerliche Ordnung im Hause gerät in Gefahr, denn ein Diener und eine Köchin werden entlassen, weil sie sich auch in das schöne Dienstmädchen verliebt haben. Drei Jahre nach Judits Einzug, macht Péter ihr einen Heiratsantrag. Judit ist für alle eine Gefahr, doch eine Kündigung steht nicht an der Tagesordnung, denn Péters Mutter will ihren Sohn vor der Einsamkeit bewahren, "vor jener beängstigenden Einsamkeit, in der ihr Leben verlief...das ganze glorreiche, arrivierte, rituelle Leben ihrer Klasse". Péters Heiratsantrag abgelehnt, vermählt sich Péter mit einer Frau aus dem Mittelstand. Ilonka, sie ist gebildet, hat eine Mietwohnung mit Geranien auf dem Balkon, und vor allem liebt sie ihren Mann, - eine Frau, mit der Péter glücklich werden könnte, doch er ist traurig, ihm steht die Blässe der Einsamkeit im Gesicht, und nach einigen Ehejahren entdeckt Ilonka , dass "er an eine Sehnsucht,... an eine sentimentale Illusion gebunden ist", an Judit Áldolzó.
Der Roman besteht aus drei großen Monologen. Ilonka, Péter und Judit kommen hier zu Wort und erzählen jeweils aus ihrer Sicht die Geschichte einer Ehescheidung, an der sie alle beteiligt waren. Gleichzeitig repräsentieren sie verschiedene Gesellschaftsklassen - die Armen, den Mittelstand, die reiche bürgerliche Klasse. Mit viel Gespür schreibt Márai über Sehnsüchte und große Gefühle. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, sich in seine literarischen Figuren einzufühlen und ihre Sichtweisen in wunderbarer Prosa zu Papier zu bringen. Der Roman spielt vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges und Sándor Márai führt uns den Niedergang der reichen bürgerlichen Welt vor Augen.
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