Aus der Amazon.de-Redaktion
Sie wollen ausgehen? Wandern? Gut, wonach steht Ihnen der Sinn? Auf ein Drama der Arbeiterbewegung in fünf Akten, ein tragikomisches Dramolett oder eher auf ein Lustspiel mit Chören? So lauten einige der theatralischen Untertitel zu insgesamt 15 Wandertouren, die Manuel Andrack in seinem Taschenbuch mit dem schlichten Titel
Wandern zusammengestellt hat. In diesem Stil geht es weiter: Unter den Schlagworten Personen, Schauplatz, Aufführungslänge, -dauer und Programmheft finden sich schließlich genauere Beschreibungen zu Touren im Rurtal, Hainich, am Rhein und an vielen anderen Orten. Konkrete Infos, lustig verpackt.
Dieses Konzept ging schon bei Andracks erstem Wanderbuch Du musst wandern. Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge auf. Dass es auch beim Nachfolger aufgehen wird, liegt vornehmlich an zwei Umständen. Zum einen läuft das Thema Wandern in Deutschland zur Zeit extrem gut. Ständig werden neue Wanderwege eröffnet, immer mehr Leute entdecken diese Art des Naturerlebnisses (wieder). Und zum anderen hat es Andrack als intellektueller Stichwortgeber und kichernder Gesprächspartner von Harald Schmidt längst zu einer bundesweiten Bekanntheit gebracht, die kein Wandervogel- und Naturfreundepräsident je erreichen könnte. Auch wenn der Titel deutscher Wanderpapst übertrieben ist: Andrack hat sich in der Szene einen guten Namen gemacht, wird er doch nicht müde, die Vorzüge des (gemütlichen) Wanderns zu preisen.
So witzig die Beschreibungen der 15 Touren durch deutsche Mittelgebirge, ja selbst durch Bayern (Andrack ist Kölner), mit selbstgemalten Skizzen sowie mit Verkehrsschilder-Einschüben und Liedtexten auch sein mögen, manchmal wirkt der Wille zum ulkigen Ton etwas gekünstelt. Doch echte Wanderer werden ohnehin eher die kleinen Tipps zu ästhetischen und sportlichen Höhe- und Tiefpunkten am (textlichen) Wegesrand schätzen. Im Unterschied zu objektiven Atlanten geht Andrack da mitunter schonungslos ins Gericht. Passagen wie Das 70er-Jahre-Restaurant und die Aussichtsterrasse so groß wie der Rote Platz verleihen dem Ort den Charme einer Raketenabschussbasis oder Endlos zogen sich die Pfälzer Forstwege, öde und nervtötend sind keine Seltenheit in diesem Buch -- wohl aber in der Gesamtheit von Wanderbüchern.-- Christian Haas
Pressestimmen
"Die Presse über Du musst wandern: Manuel Andrack erweist sich als der Thomas-Bernhard-Typ, dem es mit seinem Spezi Hennetmair ja auch vor allem darum ging, sich wieder einen richtigen Hunger für die nächste Mahlzeit zu erlaufen." (taz)
"Kaum vorstellbar, dass ein Leser nach der Lektüre dieses Buches nicht einen Rucksack kauft und sich auf den Weg macht." (Trierischer Volksfreund)