Walter Ernst Paul Ulbricht
Kurzer Abriss seines Lebens: 1893 - 1973 oder wie alles Begann ... 1893 in Leipzig geboren, Kind von einer sozialistisch engagierten Schneiderfamilie. Diese Familie war sehr arm, aber äußerst ordentlich und gepflegt. Seine Jugend wurde von Arbeiterjugendbildungsvereinen und der Zugehörigkeit seines Vaters zur SPD geprägt. Ulbricht besucht die Volkshochschule als fleißiger Einzelgänger und absolviert eine Lehre zum Tischler. Im 1. Weltkrieg kämpft er an der Ostfront. Mit der Kulturrevolution beginnt sein Weg als getreuer Genosse und Kommunist. Er ist einer der wenigen, die Lenin in Moskau noch Reden hörten. Das prägte seine Parteiarbeit im Deutschland der Weimarer Republik sehr stark. Er ist besessen von der Partei, er lebt für die Partei, er glaubt fest daran. Er verlässt Frau und Kind, geht teilweise in den Untergrund, um sich nur noch für die Partei zu engagieren. Er wird den Kampf nie scheuen. Mit der Machtergreifung Hitlers beginnt der eher bekanntere Teil seiner Biographie, z.B. Moskau, Stalins-Säuberungen, Machtkämpfe, die Rückkehr 1945 nach Deutschland, 17.Juni 1953, etc.... aber lesen Sie selber.
Ich wurde in der DDR geboren. Selbstverständlich war mir der Name Walter Ulbricht bekannt. Auch hing in unserem Klassenzimmer ein Bild von Pieck, Grotewohl, Erich Honecker und Walter Ulbricht. Doch genaueres war mir nicht klar. Wir wurden über den genauen Sachverhalt dieses Mannes bewusst im unklaren gelassen. Vieles ist mir nun, Dank dieser sachlichen und sehr detaillierten Biographie klar geworden. Endlich ergibt es einen Sinn. Schicksale (Thälmann, Zetkin, Mielkes Morde, Stalins Säuberungen, Ulbricht und Göbels, ...) und Zusammenhänge wurden ersichtlich. Ulbricht ist die Treibende Kraft die hinter der DDR stand. Und diese geschichtliche Tatsache wurde schon zu Zeiten der DDR, von seinem "Kronprinzen" E. Honecker versucht zu tilgen, weitere Lügen und Intrigen sollten Folgen.
Es fällt mir schwer die ganze Fülle von Emotionen und Anregungen hier komprimiert wiederzugeben. Entscheidend für meine Empfehlung ist die sachliche und kompakte Art in der die Biographie verfasst wurde. Innerlich glaubte ich einen sachlichen und somit umfassenden STASI (eher KGB)-Bericht zu lesen. Es werden Tatsachen nüchtern wiedergegeben und nicht kommentiert. Der Leser selbst muss sich eine Meinung bilden.
Dennoch war ich hin und hergerissen. Ich glaube das genau diese Art der Aufarbeitung auch von Nöten ist, um Verklärte Blicke wieder zu schärfen und Vorurteile durch Nicht-Wissen zu entkräften. Es ist ein Mann den wir kennen sollten. Es ist ein Teil unserer Geschichte, der viele Wunden, Lügen und Hoffnungen birgt. Um einen Überblick zu erhalten, sich umfassend zu Informieren und auch spannend Unterhalten zu werden - dazu empfehle ich Ihnen dieses Buch.