Walter Röhrl äußert sich in der Rückschau sehr persönlich und mit seiner ihm eigenen kantigen Ehrlichkeit zu seiner Karriere. Im Stile eines kommentierten Fotoalbums erinnert er sich an Anekdoten mit Fahrerkollegen, Teamchefs und PR-Managern, an das (fahrerische) Verhältnis zur Französin Michele Mouton, die ihn um ein Haar im Kampf um seinen zweiten WM-Titel besiegt hätte, aber vor allem spricht er über sich selbst: über seine sportlichen Fehler, sein für einen Profisportler viel zu ausgeprägtes Harmoniebedürfnis, über seine mehr als offensichtlichen Macken, aber auch mit bescheidener Selbstverständlichkeit über seine sportlichen Parforceritte, die heute noch ihresgleichen suchen.
Röhrls Erinnerungen werden im Zusammenspiel mit den großartigen Bildern Reinhard Kleins lebendig. Klein fängt stets Atmosphäre und Zeitgeist ein. Wo andere mit dem Sucher nur draufhalten, sucht Klein die ungewöhnliche Perspektive. Rückspiegel ist daher nicht nur Rückblick auf Walter Röhrls Karriere, sondern auch Dokument für die faszinierendste Zeit dieses Sports Anfang der 80er Jahre.
Die großartige Bildauswahl, die 1a Druck- und Papierqualität und die begleitenden Texte der Co-Autoren machen den 260seitigen großformatigen Fotoband zu einer herausragenden Publikation auf dem Sportbuchmarkt. Fazit für die, die sich noch gut an die Blütezeit des Rallyesports erinnern, und noch mehr für die, die sie nicht kennen: Kaufen.