Früher von Keeper Of The 7 Keys Part 1 wenig begeistert (was hauptsächlich an Kiskes hohem Gejaule lag - an welches ich mich aber mittlerweile mehr als gewöhnt habe), dachte ich, von allem, was die Band vor der Deris-Ära gemacht hat, getrost die Finger lassen zu können.
Aber aus irgendeinem Grund war ich dann auf das Erstlingswerk der Band doch neugierig, sollte es doch ebenfalls ein Kultalbum sein, und noch von Kai Hansen eingesungen sein. Und ich war auch sehr positiv überrascht, als mir dann zu Hause erst mal "Starlight" um die Ohren geballert ist.
Und die positive Überraschung nahm kein Ende, sondern steigerte sich von Track zu Track noch.
Stilistisch ist WOJ noch eher reiner Speed-Metal, als Powermetal, wie sie ihn dann mit den folgenden Alben geprägt haben. Und genau das hat mich an ihrem Erstling fasziniert: Eine sehr rauhe Grundstimmung, die sehr an alten Thrash Metal aber auch an Old School Heavy Metal erinnert, schnelle Riffs und Schlagzeugrhytmen, aber das ganze auch schon mit den typisch melodischen Elementen (vor allem in den Refrains) kombiniert, wie sie für Helloween zum Markenzeichen werden sollten. Und Hansens Stimme passt für diesen Mix perfekt - egal was von Fans immer wieder behauptet wird. Er mag gesangstechnisch nicht annähernd so fit sein, wie Kiske, aber was er auf dem Album macht, ist Heavy Metal! Er krächzt teilweise wunderbar rauh, nicht ohne aber auch in höheren Tonlagen zu jaulen, was er auf der Platte in meinen Ohren auch sehr gut hinkriegt.
Das Album gefällt mir persönlich aufgrund dieser rauhen Stimmung sogar um einiges besser, als die Keeper-Alben (und auch die finde ich mittlerweile endlich geil).
Meine persönlichen Favoriten auf der Platte sind "Starlight", "Murderer", "Warrior", "Judas", "Phatoms Of Death", "Guardians Of My Life" und natürlich der Überhit "Ride The Sky", der beinahe so auch auf einem Thrash Metal Album stehen könnte.
Aber auch ansonsten hat das Album keine wirklichen Schwachstellen - selbst "Reptile", der nicht ganz so gut ist wie der Rest, ist durchaus ein netter Rocker.
Für Helloween-Fans kann ich die Scheibe nur empfehlen, ebenso für Gamma Ray-Fans, denn hier hat Hansen meiner Meinung nach gestartet, was er mit Gamma ray später fortgeführt hat. Aber auch für Leute, die nicht so sehr auf Power Metal, dafür aber auf old school Heavy Metal oder Speed Metal oder vielleicht auch Thrash Metal stehen, und sich nicht an Melodien stören, könnte dieses Album durchaus ein Anspieltip sein!
Die Bonus Disc bietet übrigens nochmals über eine halbe Stunde Spielzeit mit geilem Material!