Die Wallflowers um Bob Dylans Sohn Jacob haben sich Zeit gelassen für ihre vier Alben. Ich habe mir dieses gekauft, nachdem mich "Bringing down the horse" mit der Hit-Single "6th Avenue Heartache" überzeugt hat. Dieses erste Album von 1992 hat keinen Ausreißer - weder nach oben noch nach unten. Es sind schlicht und einfach fast 70 Minuten gute Musik. Dylan nimmt sich Zeit zum Erzählen, die meisten Songs sind zwischen 5 und 9 Minuten lang. Im besten Fall entwickelt sich so eine Dramaturgie mit überraschenden Tempiwechseln - einer manchmal leise wummernden, manchmal laut auftönenden Hammond-Orgel ("After the blackbird sings"), einer mal im Uptempo-Bereich voller Kraft gespielten Slide-Gitarre ("Ashes to ashes") und mal einfach als einzige Akustik-Begleitung gespieltes Instrument zu einer schönen Ballade ("Asleep at the wheel").
FAZIT: Wer schon die anderen beiden Wallflowers-Alben mag, tut hier keinen Fehlgriff. Das Genre? Irgendwo zwischen Americana und Folk-Rock, zwischen Ryan Adams und John Hiatt.