Sie wollen den "Wallenstein" also hören statt lesen, oder besser noch: Mitlesen, während Sie ihn hören? Dann müssen Sie diese vier überteuerten CDs erwerben, auf "Wallensteins Lager" verzichten (ist auch sinnvoll, braucht man nicht) und in Kauf nehmen, dass hier Darsteller alter Schule (1959!) den Text deklamieren bzw. offenbar teilweise ablesen. Das ist nicht schauerlich oder unerträglich, aber der Vortragsstil lässt sehr zu wünschen übrig: Es gibt kaum sprachliche Interaktion zwischen den Figuren, jeder gibt seinen Text, aber mit akustischem Theater (oder gar einem "Hörspiel") hat das nichts zu tun. Das soll also eine "legendäre" Inszenierung sein? Genauer gesagt ist es die Nachbildung einer Inszenierung im Tonstudio, ohne Geräusche (außer Schritte) und ein bisserl Fanfarenmusik. Die Klangqualität ist gut. Aber wer will sich das anhören? Das Stück "lebt" hier überhaupt nicht und geht unter in übergenauer Diktion und (bei einigen Sprechern) ist es auch ein wenig lächerlich. Vor allem macht es keinen Spaß, dieses überlange Werk kennenzulernen. Ich habe sowieso Zweifel, ob "Wallenstein" wirklich so wichtig ist, wie alle behaupten. Aber vielleicht sehe ich das in ein paar Jahren anders.