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Run like hell - and get this album!!!, 25. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: The Wall (Audio CD)
Vor fast 25 Jahren erschien dieses Album und hat mich seitdem immer wieder begleitet. Heute weiß ich, dass sich Roger Waters mit diesem Album die Geschichte des (fiktiven?) Musikers "Pink" von der Seele schreiben wollte, der sich immer mehr von seinem Publikum entfremdete. Passend dazu wurde dann ja auch während der Bühnenshow eine Mauer zwischen der Band und den Zuschauern hochgezogen. Damals aber, als 14-jähriger, war das vor allem die Geschichte eines entfremdeten Jugendlichen und eine Geschichte über Erziehung und ihre Fehler, über Idole, über Pubertätskrisen etc. Ich konnte mich damit identifizieren, auch wenn mein Leben durchaus anders verlief, aber ich fühlte mich angesprochen. Was bleibt nach diesen 25 Jahren, außer der Tatsache, dass ich - wie schon gesagt - nun mehr weiß über die Entstehungs-Motive? Zunächst einmal die nach wie vor gewaltige, geradezu bombastische Musik. Vor allem der Einstieg ("In the Flesh") knallt jedesmal wieder rein. Doch Pink Floyd ziehen hier ALLE Register, denn es gibt nicht nur diesen keyboardgeschwängerten Bombast-Rock, sondern auch wunderbar ruhige Stücke wie "Hey you" oder "Mother", wo die Band ihre Musikalität und ihre Wurzeln zeigt, denn die Stücke erinnern an ähnliche Songs auf "Meddle" oder "Obscured by clouds". Doch man findet neben Bombast-Rock und folkigen Nummern auch ausgefeilte Rocksongs, wie das fantastische "Comfortably Numb" mit seinem Wahnsinns-Solo von David Gilmour und natürlich das opernhafte "The Trial", das dieses Konzeptalbum musikalisch und textlich zum großartigen Abschluss bringt. Insgesamt überzeugt mich auch nach wie vor das gesamte Konzept. Es ist stimmig und nimmt einen immer noch für über eine Stunde gefangen, weil die Musik einen auf eine emotionale Berg- und Talfahrt mitnimmt, der man sich nicht entziehen kann. Pink Floyd Fans muss man zu diesem Album nicht sagen, Neu-Einsteigern kann man es nur wärmstens empfehlen, es ist ein absolutes MUSS. Wenn man Pink Floyd kennen lernen will, muss man sich mit diesem Werk, das ja quasi auch einen Abschluss der ganz besonderen Band-Geschichte bildet (danach zerstritt sich die Band), auseinandersetzen. Meine persönlichen Anspieltipps: "Hey you", "Comfortably Numb", Run like Hell".
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Meilensteine der Musikgeschichte. Heute: The Wall, 11. August 2002
Rezension bezieht sich auf: The Wall (Audio CD)
Die 1979 erschienene Platte "The Wall" nimmt wohl unstrittig eine ganz besondere Stellung in der Geschichte der Rockmusik ein. Bereits zehn Jahre zuvor hatten The Who eine vollkommen neue Art der Rockmusikinszenierung entworfen. Mit ihrem Werk "Tommy" war es ihnen gelungen, ein Album auf den Markt zu bringen, dass wie aus einem Stück gegossen war. Es beschäftigte sich vom Anfang bis zum Ende mit EINER Handlung. Die Lieder wurden von einem Konzept zusammengehalten und bildeten gemeinsam EIN Werk. Es war das erste Mal, dass so etwas wie eine Rockoper entstanden war. Genau dies, nämlich das Erschaffen einer Rockoper, gelang Pink Floyd, beziehungsweise Roger Waters, mit "The Wall" in vollendeter Form. Auch hier wird sich thematisch mit dem Erzählen einer einzigen Geschichte befasst. Musikalisch sieht das Ganze dann so aus, dass ein Stück zumeist nahtlos in das nächste übergeht und nur dort Pausen entstehen, wo sie inhaltlich erforderlich sind - wie in einer richtigen Oper also. Dem Komponisten Roger Waters ist dies auf solch eindrucksvolle Art und Weise gelungen, dass ich persönlich selten Lust habe, mir nur ein spezielles Lied des Albums anzuhören, sondern vielmehr meistens das Bedürfnis verspüre, das komplette Werk zu genießen. Das führt dazu, dass ich "The Wall" nicht sehr oft höre. Wenn ich es aber dann tue, dann ist dies mit einem besonders intensiven Erleben der Musik verbunden, welches sich auch nicht abzunutzen droht. "The Wall" steht in der Form, in der es entstanden ist, schon relativ einsam auf weiter Flur da. Es gibt nur wenige Alben, die solch eine Wirkung und auch Bedeutung für die Rockmusik haben. Es ist tatsächlich ein waschechter Meilenstein der Musikgeschichte, und jeder halbwegs Interessierte sollte dieses Album besitzen.
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Pink Floyd - The Wall, 23. Juli 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Wall (Audio CD)
Roger Waters' zwei-CD-ige Selbstdarstellung ist eine Mischung aus Anti-Kriegs-Kampagne, Aufarbeitung der Psychosen Waters' und sonstigem lustigen Krams. Es dreht sich um die fiktive Person "Pink" (nein, nicht die Pseudo-Rock-Schlampe mit den Haaren), der im Laufe seines Lebens immer mehr in seine eigene, imaginäre Welt abdriftet. Stein für Stein baut er sich seine Mauer (The Wall eben) auf, hinter der er sich vor äußeren Einflüssen schützt und immer mehr emotional und auch sonst auf jede nur erdenkliche Weise abstumpft. Und eben diese "Steine in der Mauer" (das Lied Another Brick in the Wall wird wohl jeder kennen) werden in den Liedern beschrieben: der Tod seines Vaters im 2. Weltkrieg, die übertriebene Fürsorge seiner Mutter, die Schule mit den sadistischen Lehrern ("We don't need no education..."); kurz: was wir halt alle so aus unserem eigenen Alltag kennen, hehe. So spitzt sich das Ganze bis zum Finale zu, der Gerichtsverhandlung, in der Pink verurteilt wird, die Mauer niederzureissen und sich dem realen Leben zu stellen. Musikalsich einzuordnen weiß ich das Ganze nicht, weil ich nicht viel Ahnung von dem ganzen Schubladenkram habe, aber ich behaupte mal dreisterweise, The Wall wäre zu großen Teilen psychedelischer Rock (falls es so etwas gibt). The Wall konnte mich sowohl in musikalischer als auch in "konzeptioneller" und textlicher Hinsicht vollkommen überzeugen. Nicht zuletzt, weil ich mich auch in vielerlei Hinsicht mit Protagonist Pink und seinem Verhalten identifizieren kann. Dies wird wohl vielen anderen auch so ergehen, die dieses Album hören; und sei es nur, dass man sich in dem gefeierten, per Machtmißbrauch zum Diktator avancierenden Musikstar sieht. In diesem Sinne: Hört mehr The Wall (und nehmt meinen etwas albernen Schreibstil nicht allzu ernst)!
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