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Das Biopic, also die filmische Entsprechung einer Biographie, ist möglicherweise das undankbarste aller Film-Genres.
Das liegt in erster Linie an der vorgegebenen Struktur, die sich notgedrungen am Leben der zu verhandelnden Person festmachen muss und an dem dramaturgischen Zwang, eine komplexe Biographie in die Form einer Initiationsgeschichte zu pressen. Grundsätzlich muss ein Biopic also immer vereinfachen. Im Fall von Walk the Linehaben die Filmemacher die zu beackernde Fläche zumindest ein wenig eingeschränkt, indem sie sich auf die ersten 30 Jahre eines wechselvollen Lebens beschränkt haben.
Dennoch erliegt der Film der Versuchung von Dramatisiserung im konventionellsten Sinn. Regisseur James Mangold zeigt sich letztendlich weniger interessiert an der Entstehung einer Ikone als an der Zuspitzung auf eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Aus dieser Entwicklung heraus wird sehr viel erklärt, für manchen Cash Fan womöglich zu viel. Resultat ist ein überraschend biederer Film, der dem Outlaw Image seines Betrachtungsgegenstandes kaum Rechnung trägt.

Das soll jedoch nicht bedeuten, dass Walk the Lineein schlechter Film wäre.Das Gegenteil ist der Fall. Es ist aber weniger ein Film über eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte als über die Kraft der Liebe, über die Unschuldigkeit des Business in den frühen Jahren des Rock´n Roll und, in seinen besten Momenten, über die Wirkungsweise von kreativen Entstehungsprozessen. Und es ist natürlich ein Schauspielerfilm voller mitreißender Momente. Sowohl Joaquin Phoenix als auch Reese Witherspoon überzeugen in den Szenen sowohl auf als auch abseits der Bühne.
Die Gesangseinlagen der beiden Schauspieler zählen zu den gelungensten Versuchen Hollywoods die Magie von Livekonzerten einzufangen. Aber auch die intimen Momente gelingen mit schlafwandlerischer Sicherheit. Joaquin Phoenix Kampf gegen die Dämonen einer Kindheit, die zerstörerische Leidenschaft einer Liebe und nicht zuletzt die kathartische Wirkung von Musik.
--Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das harmonische Bild sieht sich im vollen Soundprogramm schön komplimentiert. Lediglich mit Bildzittern in Schwenks hat die Disc immer wieder etwas zu kämpfen. Die Extras gestalten sich umfangreich und mit vielen detaillierten Informationen über Produktion und Hintergründe ausgestattet.
Bild: Gleich zu Beginn des Filmes stechen sehr pointierte Schärfewerte ins Auge, die sich nicht nur aufs Detail beschränken, sondern auch auf Distanz gut mithalten können. Selten kommt es vor, dass die Kompression leicht ins Stocken kommt, wenn beispielsweise in einem Schwenk ein leichtes Bildruckeln zu vermerken ist (Schwenk über Ortsschild, 00:06:23 oder über Papiere, 00:18:36). Das Zittern der Gegenstände fällt hier mal weniger mal mehr ins Gewicht. In erster Linie bemerkt man diese kleinen Fehler aber weniger, da sich das Auge vom satten Farbreichtum eingelullt sieht, der auch in weniger perfekt ausgeleuchteten Szenen noch gut zur Geltung kommt. Rauschen zeigt sich hin und wieder an Himmelflächen oder schwach auf hellen Wandflächen in Innenräumen. Aber auch dies wird schon fast wieder durch die eingängigen Kontrastwerte ausgebessert, an denen es praktisch nichts auszusetzen gibt.
Ton: Der Film startet tongewaltig und zeigt gleich zu Anfang, was alles drin ist (Konzert im Gefängnis, 00:02:06). Dabei wird nicht nur die Front satt ausgelastet, sondern der ganze Raum breit erfüllt. Besonders die musikalischen Einlagen wurden mit viel Feingefühl angelegt. Dabei kommen Sprache, Kulisse und Effekte aber keinesfalls zu kurz. Sämtliche Dialoge fallen im Original wie in der Synchronisation präzise und klar aus. Die DTS-Fassung bietet in allen Belangen noch ein kleines Stückchen mehr Brillanz. Dichter klingen hier die Stimmen und ein wenig voller die Kulisse, welche allerdings auch in den DD 5.1-Fassungen sehr harmonisch mit den restlichen Signalen abgestimmt wurde und schöne Bassanteile aufweist. Grillenzirpen liegt sanft unter Gitarrenklängen, während Vögel zirpen und sich Dialoge leise untermischen. Dies alles funktioniert ohne Anstöße oder gegenseitige Behinderungen. Eine schöne Arbeit!
Extras: Zum Film gibt´s auf Disc eins einen Audiokommentar von Co-Autor und Regisseur James Mangold sowie ebenfalls von James Mangold kommentierte nicht verwendete Szenen (18:01 Min.) und den Kinotrailer (2:12 Min.). Das eigentliche Bonusmaterial aber befindet sich auf einer zweiten DVD, die sich folgendermaßen gestaltet präsentiert: "Johnny Cash Jukebox" (16:00 Min.), hierbei handelt es sich um acht erweiterte Musiksequenzen aus dem Film; "Folsom; Cash and the Comeback" (11:47 Min.) ist ein Kommentar-Feature über die Entwicklungsstufen und das Comeback von Johnny Cash; "Ring of Fire: The passion of Johnny and June" (11:29 Min.) beschäftigt sich über Kommentare und Filmausschnitte mit der Beziehung zwischen Johnny und June; "Cash werden/Carter werden" (10:57 Min.) widmet sich der Besetzung des Filmes und wie die Auswahl der Schauspieler vor sich ging. Weiter geht es auf einer zweiten Menuseite mit dem Feature "Zu Ehren des Man in Black: Making Walk the Line" (21:39 Min.), das sich mit den vielfältigen Stimmen zur Person Johnny Cash auseinandersetzt und neben den Schauspielern und ihrer Beziehung zu Cash uch Zeitzeugen zu Wort kommen lässt. Abschließend widmet sich die DVD noch "Cash und seiner Philosophie" (11:14 Min.), was über Kommentare von Schwester, Freunden, seinem Sohn, etc. geschieht. Eine insgesamt sehr ansprechende Zusammenstellung. --movieman.de
Kurzbeschreibung
Der mit einem Oscar nominierte Joaquin Phoenix und die Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon spielen nicht nur die Hauptrollen als Johnny Cash und June Carter, sie singen auch selbst in dieser mitreißenden wahren Geschichte über die unbeugsame Hingabe eines Mannes an seine Musik, seine Botschaft und an die größte Liebe seines Lebens.
Produktbeschreibungen
Es begann die Karriere des Johnny Cash, mit der er den Weg bereitete für Rock, Country, Punk, Folk