zunächst habe ich zu dem Album keinen typischen Zugang gefunden wie sonst zu allem von Hanson. Dann nach 3 Mal hören, war ich schlichtweg hin und weg!
Ich denke es liegt daran, dass es zwar im Kern einfach Hanson ist - aber bei diesem Album sind anders - sie sind so pur, so unverfälscht von einem von der Plattenfirma aufgezwungenen Stil oder durch die Beeinflussung der Trennung von der Plattenfirma wie beim letzten Album "Underneath". Diesmal konnten sie ganz machen was sie wollten - und das merkt man!
Auf dieser CD sind HANSON wie sie sind! So ungeheuer kraftvoll und leidenschaftlich, echt unglaublich!!
Ich finde, das ist merklich anders als bisher.
Sie haben sich unglaublich weiterentwickelt, und zwar dazu, rauszulassen, was bisher in ihnen steckt (ist aber sicher noch nicht alles gewesen)!
Die Lieder sind textlich sehr gut, sehr umfassend, wichtige andere Themen neben dem bei Rockmusikern häufigen Thema Liebe.
Es wird gesungen darüber, wie die Menscheit miteinander umgeht (Fire on the mountain), über innere Leere (Your illusion), über das Niedertrampeln von Konventionen (Tearing it down), vom Rock'n'Roll (Been there before).
"Fire on the mountain" und "Tearing it down" als Lückenfüller zu bezeichnen, finde ich sehr frevelhaft!!!
Man muss eben genau hinhören! Wie Zac's Texte beinah überquillen von Metaphern und sprachlichen Bildern, herrlich und genial! ich muss zugeben, dass ich "Running man" jedoch nicht ganz verstanden habe ;)
Taylor singt herrlich bei den Liedern "Your illusion" und "One more", sehr authentisch gefühlvoll. Bei "Blue Sky" strotzt er vor Energie!
Zacs Stimme ist sehr gereift. Sie klingt sehr klar und nicht mehr so quetschig wie einst. "The Walk" ist leider wohl früher aufgenommen worden, denn da singt er noch nicht so schön, wie ich finde, was das einzige Manko an der Aufnahme dieses tollen Liedes ist. Denn instrumental mit den Elementen eine Parade, also mit Pauke (?) etc, ist es sehr gelungen.
Isaacs Stimme ist wie immer die stabílste und dunkelste. Schade, dass er nicht mehr Lieder singt.
Taylor und Zac haben eben recht helle Stimmen - ich vermute, dass das mitunter ein Grund ist, warum beinahe niemand ihnen eine Chance gibt, sich als ernstzunehmende Band zu etablieren.
"Watch over me", von Ike gesungen und von ihm und einem anderen CoWriter geschrieben, haut mich nicht so um, ich finde es etwas langweilig und die Melodie ist etwas monoton.
Der afrikanische Kinderchor bei Been there before, Blue sky und Great divide ist sehr schön und verleiht den Liedern eine gospelige Note, gerade so viel, dass es nicht zu viel ist, wie ich finde.
Wichtiger Aspekt: Instrumental ist das Album sehr facettenreich. Das typische an Hanson ist ganz klar da. Die Gitarren sind etwas härter, gerade gut (ich bin nicht so für gitarrenlastige Songs). Das Schlagzeug wie immer meist sehr klar und schön. Der Anfang von 'Georgia' ist genial: Schöne Klavierakkorde und dann ein ganz klares Schlagzeug!
Dass das Schlagzeug so deutlich ist, ist vielleicht auch ein Grund, warum Hanson oft auch als Pop abgetan werden. Aber so kann man es nicht nennen...
Das deutliche Klavier ist wunderschön und harmonisch.
Alles in allem ist es sehr klangvoller, authentischer, purer Rock'n'Roll bzw Rock bzw. Pop. Von all dem etwas.
"Go" finde ich als erste Single ungeeignet, ich finde auch leider ist das schöne Lied nicht sehr gut umgesetzt. Es klingt so belanglos. Die Gitarren sind zu viel, dafür hätte man ein paar Streicher einsetzen können und ansonsten eher einfach halten - so wie die Aufnahme vom Co-Writer des Songs, nämlich Bleu.
Meine Favoriten:
Been there before (eine Homage an den Rock'nRoll - geniaaal!),
Your illusion,
Tearing it down,
Something going round,
One more,
Fire on the mountain (ungewöhnliche Struktur und ungewöhnliche Melodie, leider sehr kurz, aber trotzdem sehr toll, vor allem textlich!)