Walizka, so der Titel von Daniela Chmeliks Debütroman, ist ein furioses Buch, das vornehmlich ein desaströser Roadtrip zu sein scheint. Die Ich-Erzählerin Liza verliert einen geliebten Mitmenschen nach dem anderen und sucht bei Swantje Zuflucht. Noch bevor sie sich mit Swantje und Pia auf eine Reise durch den Osten begibt, verliebt sie sich in Swantje und tut etwas, dass Swantje ihr nur schwerlich verzeihen kann.
Liza, Swantje und Pia reisen, doch viel Freude bereitet dies Liza nicht. Ihre tief betrübte Stimmung, die von der Autorin sehr gut dargestellt wurde, verhindert dies - und ein im Raum stehendes klärendes Gespräch mit Swantje verbessert dies nur bedingt. Der Roadtrip ist zweifelsohne desaströs, doch das eigentlich bekümmernde ist, dass Liza nicht weiß wohin mit sich; nach einem kurzen Moment des Glücks tut sie erneut etwas, dass kaum zu verzeichen ist und tritt den Rest der Reise allein an.
Sprachlich war ich zwiegespalten. Die kurzen Sätze, die oft zusammengehören zu scheinen, wirkten zunächst etwas störend; der erste Eindruck widerlegte sich jedoch schnell. Mit der von ihr gewählten Sprache trifft Daniela Chmelik die Gedankengänge der Ich-Erzählerin genau, nicht anders kann man sich die Gedankengänge der Person vorstellen, die furchtbares durchlebt.
Insgesamt bleibt der Eindruck positiv: Der Autorin ist ein tolles Debüt gelungen, das zweifelsohne lesenswert ist. Die tolle Gestaltung durch den Verlag trägt ihr übriges dazu bei, dass man dieses Buch ohne weiteres empfehlen kann.