Etwas über Umwege kam ich an dieses Objektiv. Ein Cyber-Monday-Angebot für das Walimex Eos Canon 8mm Fish-Eye war schon ausverkauft, noch bevor ich es im Warenkorb hatte. Dann entdeckte ich, dass Walimex ein adäquates Objektiv auch für MFT im Programm hat und, wie das Leben so spielt, ich noch einen Gutschein von einem anderen großen Anbieter vorfand, so dass ich das Objektiv ebenfalls sehr günstig erstehen konnte. Dieses Objektiv wird übrigens in anderen Ländern unter anderen Namen angeboten, Walimex scheint ein Markenname nur für Deutschland zu sein.
Ich hatte mich zuvor wenig mit dieser Art Objektive befasst, doch hatte es mich nun gepackt und ich wollte wissen, ob diese "Spaß-Linsen" auch zur ernsthafteren Fotografie geeignet sind. Und, natürlich, wie sich dieses Objektiv von der Abbildungsleistung her schlägt. Es war wenig zu finden im Internet über dieses Objektiv, da es wohl noch nicht so lange auf dem Markt ist. Und das, was ich fand, klang vielversprechend.
Gut verpackt lag es dann vor mir, nichts zu entdecken vom Billigflair einiger Gadget-China(Korea)-Ware. Neben dem Objektiv fand sich in der Verpackung noch ein Beutelchen, in welchem es verstaut werden kann. Nachdem ich das Objektiv aus der Verpackung geschält hatte, fiel mir zuerst das kühle, von Metall herrührende Anfaßgefühl auf. Ja, es ist solide gebaut, deutlich schwerer als meine anderen MFT-Objektive. Gekrönt wird das Ganze durch einen fetten Objektivdeckel, der sich über die fest verbaute Sonnenblende stülpt. Der Blendering rastet sauber, der Ring zur Fokussierung läuft geschmeidig, alles sieht sauber und präzise verarbeitet aus. Der rot glänzende Ring, naja, ist Geschmacksache.
Das Objektiv ist relativ klein, doch deutlich größer als meine Panasonic Pancakes, in etwa so groß wie das Kit-Objektiv meiner Pen. Aber es reiht sich gut ein in die Riege der kleinen Objektive für MFT.
Das Objektiv besitzt keinerlei elektrische Kontakte zur Kamera, so dass alles manuell eingestellt werden muss. Dies sollte jedoch keinen abschrecken, da die Tiefenschärfe so riesig ist, dass der Fokusring praktisch immer auf Unendlich eingestellt verbleiben kann. Hingegen liegt die Naheinstellgrenze bei erstaunlichen 7-8cm, dann muss natürlich fleißig am Fokusring gedreht werden.
Schon nach den ersten Bildern war mir klar, dass das Objektiv in Hinblick auf Schärfe, Vignettierung, CAs und Kontrast sehr gute Ergebnisse liefert und das schon bei Offenblende. Etwas abgeblendet steigert es sich nochmals, aber über Blende 4,5 muss man nicht mehr gehen, um bessere Ergebnisse zu bekommen. Da gibt es wirklich nichts zu bemängeln. Wie sich das Objektiv letztendlich bei viel Sonne, bspw. im Gegenlicht macht, konnte ich mangels sonnigen Wetters in den vergangenen Tagen noch nicht testen.
Es bildet keine 180 Grad ab, so etwa 170 mögen hinhauen. Aber es reicht, um Vorsicht bei der Aufnahme walten lassen zu müssen, um nicht sein etwas vorgestelltes Bein abzubilden, wenn man den Horizont anvisiert hat. Und so kommen wir zur Fish-Eye-Charakteristik. Hier muss jeder für sich schauen, was er daraus macht. Das Walimex macht, was es machen soll. Ich denke, dezent und mit Bedacht eingesetzt kann man sehr gute Ergebnisse erzielen, die "normalen" Bildern in ihrer Wirkung nicht nachstehen. Man sollte nicht auf Effekt hin abbilden, denn dies verbraucht sich schnell. Aber dies sind Themen, die sprengen den Rahmen. Was bleibt, ist zu sagen, dass das Walimex Fish-Eye meiner Meinung nach seine Sache sehr gut macht.
Erstaunlich, was der Hersteller da auf die Beine gestellt hat. Es ist selten, dass mich ein Produkt so schnell von seinem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen konnte. Volle Punktzahl.