Vor etwa fünfzehn Jahren sah ich Walhalla zum ersten Mal im Fernsehen und fand bereits als Kind toll, wie Elemente der nordischen Sagenwelt in die Geschichte eines Trickfilms eingewoben wurden, der inhaltlich sowohl sein erwachsenes als auch sein minderjähriges Publikum ernster nimmt als viele amerikanische Produktionen.
Zwar muss ich gestehen, dass meine Erinnerungen an die handwerkliche Qualität etwas verklärt waren, weshalb mich das erneute Sehen ein wenig enttäuschte, doch Dank des Nostalgiebonus stellt Walhalla auch heute noch einen inhaltlich überdurchschnittlichen Zeichentrickfilm dar.
Zur Story:
Der Donnergott Thor und sein listiger Begleiter Loki kehren auf ihren Reisen durch die Menschenwelt Midgard eines Nachts bei armen Bauersleuten ein. Durch einen Trick bringt Loki den Bauernsohn Tjelfe dazu, Thor zu verärgern. Zur Strafe muss Tjelfe, begleitet von seiner Schwester Roskwa, nach Asgard reisen, um Thor im Haushalt zu Diensten zu sein. Tjelfes Vorstellung von einem ruhmreichen Leben unter Göttern wird jedoch bald durch seinen Alltag als Knecht zunichte gemacht. Zu allem Überfluss wird der Friede durch den Zwergriese Quark gestört, den Loki durch eine Wette mit dem Häuptling der Utgardriesen aufgebürdet bekam.
Bald reißt Thor der Geduldsfaden: zusammen mit Loki, Quark, sowie seiner Magd Roskwa und seinem Knecht Tjelfe zieht er nach Utgard, um Quark bei seinesgleichen abzuliefern. Die Riesen ersinnen jedoch eine Reihe magischer Wettspiele, deren Verlierer Quark aufnehmen müssen. Als der Sieg der Riesen festzustehen scheint, entdeckt Tjelfe eine besondere Gabe in sich ...
Das mühevoll realisierte Trickfilmprojekt, das auf der in Deutschland wenig bekannten Comicserie des Regisseurs Peter Madsen basiert, stellt trotz technischer Unzulänglichkeiten und einer nicht immer runder Inszenierung insgesamt ein interessantes Erlebnis fern der Hollywoodformeln dar.
Für eine Gesamtwertung von "nur" drei Punkten sorgen das Fullscreenbild der DVD-Version, das die Szenendarstellung beschneidet, sowie das eher mager ausgefallene und schlecht dokumentierte Bonusmaterial. (Die "Artworkgalerie" besteht zum Beispiel lediglich aus dem Filmposter sowie Fotos der Video- und Hörspielfassung der Achtziger.) Auch fehlt eine Tonspur mit der originalen dänischen Version des Films.