Keine Frage: Von Uslar hat seinen (unser aller) Rainald Goetz gut gelesen und daraus sich dann einen doch ganz eigenen Sound kreiert. Einer der passt, der aber auch, scheint's, in seiner flappsigen Art dazu zu führen kann, dass mancher Leser nur an der Oberfläche zu bleiben vermag. Dass das keine straighte und kohärente Geschichte mit offenliegenden Handlungsstrang und klarem Ausgang ist, wie oftmals lamentiert wurde: geschenkt! Wer bräuchte das schon? Ist das Leben so? Nein, vielleicht eher so wie das von Gieseking: eben gerade ohne Ausbruch, den man so ersehnt, mit sautollen Momenten, die ganz schnell ins fast schon Depressive umkippen können. Insofern: saugutes Buch. Was auch immer von Uslar so zu sagen hat, so gut kann er schreiben, dass es ohnedies Spaß macht das Ganze zu lesen. Und so mancher Satz trifft weit tiefer ins postmoderne Allerleileben hinein, als die übliche Deutschlehrerlektüre. Das schafft die sogenannte Popliteratur zumeist eh besser als die angestrengt sozialkritische: Eine wirklich passende Beschreibung der Gesellschaft des Spektakels. Unser aller Leben also.