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Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005
 
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Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005 [Gebundene Ausgabe]

Moritz von Uslar
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (16. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462036920
  • ISBN-13: 978-3462036923
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 168.875 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Cooles Stück Literatur, das auf alle Fälle. Aber wer hätte anderes erwartet vom ersten Roman des Pop-Journalisten Moritz von Uslar, dem Erfinder der bereits legendären 100 Fragen-Interviews im SZ-Magazin, mit denen er die Langeweile des typischen Promi-Gespräch-Blablas pulverisierte. Cool ist seine Hauptfigur Walter Gieseking -- 30, Journalist, Berliner -- eigentlich auch. Gleichzeitig wird er aber geplagt von mehreren uncoolen Problemen: Dass er das "Denkding" nicht abstellen kann, dass er vieles im Leben "gleichzeitig total wichtig und total lächerlich" findet, sowie "die wirre Unbestimmtheit seiner Existenz" an und für sich. Und natürlich sind da die vielen lästigen Fragen, mit denen einen das Dasein unentwegt konfrontiert: Ob man nun die Jeans in die nagelneuen Stiefel -- "Redwing, weinrot, für australische Landarbeiter konzipiert, mit halbrunden Spitzen" -- "reingefaltet" trägt oder nicht. Ob ein Minus auf dem Konto cool ist. Ob Kerzen am Esstisch "ganz einfach schön" gefunden werden dürfen oder doch untrügliches Anzeichen für die drohende "Spießer-Vollverblödung" sind. Ob er seine langjährige Freundin Ellen von Galgern nun heiraten und schwängern soll oder doch nicht. Aber bevor er letzteres entscheiden kann, hat sie ihm schon den Laufpass gegeben und Gieseking kehrt scheinbar nicht ganz unfroh zu seinem alten Leben in Berlin mit Kumpels, Frauen und "asozial Biertrinken" zurück.

Die Grundfrage des Romans ist natürlich: Kann man über 30 überhaupt noch cool sein? Wo es einen hindrängt zum bequemen bürgerlichen Dasein mit Couchgarnitur, Bausparvertrag und schreiendem Nachwuchs. Inhaltlich ist das nicht übermäßig originell, aber vom Autor sprachlich teilweise hinreißend auf den Punkt gebracht, von den Subtilitäten einer Paarbeziehung bis zum Szene-Jargon beim Latte-Macchiato-Schlürfen in den Cafébars von Berlin Mitte. Da verschmerzt man es auch, dass das im Titel annoncierte dramatische Ende ausbleibt. Oder ist es der symbolische Tod des Szene-Typen Gieseking, seine Kapitulation, weil er am Ende zu seiner Ellen nach Waldstein, dem Landsitz ihrer schwer reichen Familie, zurückkehrt? Jedenfalls sehr lesenswerte 190 Seiten zur gerade florierenden Debatte um den Trend zur neuen Bürgerlichkeit, die Spaß machen. --Christian Stahl

kulturnews.de

Von Kracht den Dünkel, von Stuckrad-Barre den Markenfetischismus und von Lottmann das Kaputte: Moritz von Uslar sammelt für seinen Romanerstling das Marktgängigste der neueren deutschen Popliteratur, allerdings unter Verzicht einer eigenen Sprache. Die Story: Gieseking trennt sich von seiner allzu perfekten Freundin Ellen und stürzt sich ins Nachtleben, also Drogen, One-Night-Stands, Kumpelkram. Wie das mit Anfang Dreißig einen leichten Drall ins Würdelose bekommt, dafür findet von Uslar einleuchtende Bilder, die Schilderung eines Nachtlebenopfers oder den im Laufe des Romans immer drohender überzogenen Dispo. Aber auch, wenn die Figuren hier echte (Geld-)Sorgen haben: Den Vorwurf, dass Popliteratur in erster Linie halbreaktionäre Larmoyanz schnöseliger Milchgesichter sei, entkräftigt auch das einstige Journalismus-Wunderkind von Uslar nicht. Zu abgegriffen ist seine Sprache, zu leblos sind seine Figuren, als dass man ihnen ihre Probleme tatsächlich abnehmen würde. Am Ende stirbt Gieseking, das heißt, er landet wieder in Ellens Armen. Und wie der Autor die Ehe mit dem Tod gleichsetzt, das ist so originell, so ein raffinierter Dreh kurz vor Schluss, dass, ach, ich weiß auch nicht. Interessiert mich auch nicht: Damit habe ich wohl die richtige Haltung, um so ein Buch zu rezensieren. (fis)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pardon
Format:Gebundene Ausgabe
Man stelle sich eine unaufhörlich schwafelnde, ungereimte,lose Gedankenfetzen vor sich hin plaudernde Reisebekanntschaft im Zug vor. Anfänglichem Interesse -der Mann ist in meinem Alter, auch so ein desillusionierter Anfangsdreissiger- folgt spätestens nach einer knappen Viertelstunde lähmende Langeweile. Dann aber,irgendwann, beim zigten Nachreichen von Generation X- Allgemeinplätzen und denglishen Reisswörtern, das schreiende Verlangen das Abteil zu wechseln. Mag sein dass Gieseking was zu sagen hat. Doch die Art wie er das tut ist nervenaufreibend und platt. Er hat seinen leidenden Zuhörer vergessen.

Ich habs nicht geschafft sitzen zu bleiben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Keine Frage: Von Uslar hat seinen (unser aller) Rainald Goetz gut gelesen und daraus sich dann einen doch ganz eigenen Sound kreiert. Einer der passt, der aber auch, scheint's, in seiner flappsigen Art dazu zu führen kann, dass mancher Leser nur an der Oberfläche zu bleiben vermag. Dass das keine straighte und kohärente Geschichte mit offenliegenden Handlungsstrang und klarem Ausgang ist, wie oftmals lamentiert wurde: geschenkt! Wer bräuchte das schon? Ist das Leben so? Nein, vielleicht eher so wie das von Gieseking: eben gerade ohne Ausbruch, den man so ersehnt, mit sautollen Momenten, die ganz schnell ins fast schon Depressive umkippen können. Insofern: saugutes Buch. Was auch immer von Uslar so zu sagen hat, so gut kann er schreiben, dass es ohnedies Spaß macht das Ganze zu lesen. Und so mancher Satz trifft weit tiefer ins postmoderne Allerleileben hinein, als die übliche Deutschlehrerlektüre. Das schafft die sogenannte Popliteratur zumeist eh besser als die angestrengt sozialkritische: Eine wirklich passende Beschreibung der Gesellschaft des Spektakels. Unser aller Leben also.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Oh je... 26. Juni 2006
Von B. Uch
Format:Gebundene Ausgabe
Eine stumpfsinnige und langweilige Geschichte über ebensolche Personen. Walter Gieseking, seines Zeichens Popper, fristet seine Lebenszeit zwischen Ellen, seiner aristokratischen und denkbefreiten Freundin und seinem hirnlosen Kumpel Jose. Der Versuch und die Möglichkeit Giesekings, aus diesem Dilemma auszubrechen scheitert ebenso, wie der Versuch des Autors, ein gutes Buch zu schreiben. Kurzum: Es gibt Menschen, die haben wenig bis gar nichts zu sagen und behielten diese Erkenntnis für sich.
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