Bei der Bewertung dieses Büchleins tue ich mir etwas schwer. Der Grund dafür ist, dass es wirklich nur ein Büchlein mit 56 Seiten ist, wovon bis zur Seite 33 nur eingehend erläutert wird, dass nicht jedes Bellen und jedes Urinieren während der Abwesenheit des Besitzers auf Trennungsangst schließen lassen. Ich fand, dass McConnell das gut beschrieben hat und es durchaus wichtig war, diese Unterschiede aufzuzeigen.
Dann folgt die Beschreibung der Gegenkonditionierung. Die Autorin sagt auch gleich, dass es kein einfaches Unterfangen sei und dass man nach wenigen Wochen die Schnauze voll davon habe....aber es lohne sich durchzuhalten. Nach ca. 6 - 8 Wochen sei der Hund "geheilt", nur zwei ihrer Patienten hätten ein Jahr gebraucht.
Der Trainingsplan ist an sich gut, nur, hätte man mich gefragt, wie man einem Hund das stressfreie Alleinesein beibringt, hätte ich ungefähr das Gleiche empfohlen. Von daher bot mir das Buch wenig Neues, trotzdem gebe ich vier Sterne.
Etwas gestört hat mich, dass McConnell oft Gedanken des Hundes in Menschensprache ausdrückt, wie zB. "OK, alles sind gegangen und ich bin zum Wachdienst eingeteilt. Oh je, was für eine Verantwortung. Oh je- was war das denn? WAU WAU WAU WAU WAU!" Ich finde das irgendwie kindisch. Natürlich mag es nicht so versierten Hundehaltern eine Hilfe sein, aber trotzdem ist es nicht nötig. Das könnte man auch anders formulieren.
Ganz generell ist dieses Buch vielfach kein wissenschaftlicher, sachlicher Ratgeber sondern versucht eher humorvoll und sarkastisch zu sein. Für meine Begriffe ist das oft unpassend. McConnell erzählt mehrfach von ihren eigenen Hunden und ihren eigenen Erfahrungen.
Wenn man den Preis berücksichtigt und die Tipps, die man in dem Büchlein findet, sind 3-4 Sterne durchaus gerechtfertigt. Als Empfehlung kann ich nur sagen, dass man das Buch schon dann lesen und mit dem Training beginnen sollte, wenn sich das Trennungsangstverhalten auch nur ansatzweise zeigt. Hat ein Hund erst einmal massive Trennungsangst, ist der Weg heraus lang und hart.