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Walden: oder Leben in den Wäldern
 
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Walden: oder Leben in den Wäldern [Taschenbuch]

Henry David Thoreau
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Walden oder Leben in den Wäldern
OT Walden or Life in the Woods OA 1854 DE 1897Form Essayzyklus Epoche Romantik
Aus der Beobachtung, dass die »große Masse der Menschen […] ein Leben voll Verzweiflung« führt, erwächst in Walden von Henry David Thoreau die Forderung nach dem einfachen, kontemplativen Leben autonomer Individuen, mit der Thoreau die philosophischen Ideen des Transzendentalismus (Stichwort R S. 1068) als persönliche Utopie radikal umsetzt. Die sensiblen Naturbeschreibungen in Walden begründeten den literarischen Weltrang des Autors.
Entstehung: 1845–47 lebte Thoreau in einer selbst gebauten, spartanischen Blockhütte am Walden Pond. Dort führte er ein äußerlich reduziertes Leben zur Befreiung des individuellen Geistes und suchte eine spirituelle Beziehung zur Natur. In seinen Tagebüchern sammelte er Naturbeobachtungen, verbunden mit philosophischen Reflexionen über die zunehmend industrialisierte US-amerikanische Gesellschaft, die er nicht nur kritisierte, sondern mit spiritueller Kraft füllen wollte. Sorgfältig überarbeitete Auszüge aus diesen Tagebüchern gab Thoreau als Essayzyklus Walden heraus.
Inhalt: Im Einklang mit den Ideen des Transzendentalismus findet Walden göttliche Wahrheiten in der Natur verkörpert; darüber hinaus ist für Thoreau die Natur selbst göttlich. Sie erscheint in Walden nicht schwärmerisch verbrämt, sondern wird in ihrer Widersprüchlichkeit angenommen, wobei sie dem Einzelnen die Befreiung von Konventionen und Traditionen ermöglicht, die für Thoreau Voraussetzung für volles Mensch-Sein ist. Das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft in Walden ist komplex: Obwohl Thoreau die Mechanisierung des Menschen im Industriezeitalter scharf kritisiert, begrüßt er etwa die Eisenbahn als Symbol für die natürliche Entwicklung und eine zukünftige demokratische Gesellschaft.
Nach Walden erfordert ein erfülltes Leben die Beschränkung auf das Notwendigste in materieller Hinsicht, sodass neben der Arbeit Zeit für Kontemplation bleibt. Im ersten Kapitel, Ökonomie, gibt Thoreau beispielsweise Auskunft über seine Ausgaben für den Hüttenbau, lobt in Das Bohnenfeld den Wert landwirtschaftlicher Handarbeit und lässt im poetischsten Kapitel, Frühling, die Natur um den See Walden Pond zu neuem Leben erwachen. Jede dieser alltäglichen Beobachtungen überträgt er auf gesellschaftliche und kosmische Prozesse.
Struktur: Walden ist kein philosophisch geschlossenes Werk, sondern lässt gedankliche Widersprüche nebeneinander stehen. Im Aufbau folgen die 18 Kapitel des Essayzyklus’ dem Kreislauf eines Jahres, der im Frühling seinen Höhepunkt erreicht. Dieser Kreislauf des Erwachens aus der winterlichen Stille wiederholt sich in minutiösen Naturbeobachtungen und erzeugt so einen Rhythmus, der den Einklang des Individuums mit der Natur symbolisiert. Scheinbar ungeordnet stehen Abrechnungen der Ausgaben Thoreaus, quasi-wissenschaftliche Analysen von Naturphänomenen sowie Wetter- und Tierbeschreibungen neben politischen und philosophischen Überlegungen, ohne eine vereinfachende Einheit zu bilden.
Wirkung: Walden übte über Autoren wie Leo R Tolstoi und William Butler Yeats (1865–1939) einen tief greifenden Einfluss auf die Weltliteratur aus und begründete die US-amerikanische Tradition des Naturessays. Das Buch gilt heute als eines der einflussreichsten Werke des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit Thoreaus Essay Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (1849) inspirierte es außerdem Mahatma Gandhis (1869–1948) Widerstand gegen die Kolonialmacht, den Widerstand gegen die Naziherrschaft, die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung sowie die Bewegung gegen den Vietnamkrieg. J. C.

Pressestimmen

"Ein Kultbuch." (Neue Zürcher Zeitung)

"Ein Stück von größter atmosphärischer Dichte. Berührend. Zukunftsweisend." (Kurier)

"Ein Evangelium der Einfalt und der Rückkehr zur Natur." (Handbuch der Weltliteratur)

"Ich zupfte jenes Taschenbuch aus dem Regal, auf das ich plötzlich brennende Lust spürte: H. D. Thoreaus Schrift Walden, jener so eindrucksvolle Bericht vom Leben in den Wäldern, den der Lehrer und Landvermesser Henry David Thoreau während zweieinhalb Jahren in der amerikanischen Wildnis anfertigte. Ein Buch, 1854 zum ersten Mal erschienen, das so entspannt, so zurückgelehnt, so überlegt ankommt, so unhektisch und daher so anziehend ist. Es erzählt ganz uneitel von einem Lebensexperiment und will dabei nicht die Einsiedelei in einem Blockhaus schmackhaft machen, sondern den Mut stärken, Experimente zu wagen. Walden ist klar, es atmet reine, kühle Luft, ist ein Schatz, und das ist noch viel zuwenig gesagt. Es ist, in diesem Zusammenhang klingt das se ltsam genug, ein wichtiges Buch. Wirklich! Wichtig!" (Die Weltwoche)

Kurzbeschreibung

Sechs Jahre nach dem 'Kommunistischen Manifest' lieferte Henry David Thoreau unter dem täuschend gemütvollen Titel 'Leben in den Wäldern' ein Alternativprogramm zu Marx und Engels, das als zweite klassische Protestform des 19. Jahrhunderts bis heute fortwirkt: Marx lehrte den gewaltsamen Umsturz - Thoreau praktizierte die Weigerung.Wie soll und will ich leben? - Thoreau sucht eine Antwort auf diese Frage und zieht sich für zwei Jahre in eine selbstgebaute Blockhütte auf dem Waldstück seines Freundes Ralph Waldo Emerson am Waldensee zurück. Walden oder Leben in den Wäldern ist das Buch dieses Experiments. Thoreau zeigt darin, daß der Weg zu sich selbst bei den einfachen Dingen und einer gelasseneren Gangart beginnt. Kunstvoller Essay und erzählende Prosa in einem, von einer sprachlichen Unmittelbarkeit wie das Tagebuch, aus dem es entstand, ist Walden eine höchst vergnügliche Lektüre und ein veritables Handbuch des Glücks.

Klappentext

Walden

»Die bemitleidenswerteste Klasse sind die Menschen, die Geld aufgehäuft haben und nichts Besseres damit anzufangen wissen, als neues Geld aufzuhäufen...« Sechs Jahre nach dem "Kommunistischen Manifest", lieferte Henry David Thoreau unter dem täuschend gemütvollen Titel Leben in den Wäldern ein Alternativprogramm zu Marx und Engels, das als zweite klassische Protestform des 19. Jahrhunderts bis heute fortwirkt. Marx versprach eine Welt ohne Ausbeuter nach der Weltrevolution - Thoreau mochte so lange nicht warten. Marx lehrte den gewaltsamen Umsturz - Thoreau praktizierte die Weigerung und inspirierte damit Gandhi und die französische Rensistance, englische Gewerkschaften und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, Hippies und Wehrdienstverweigerer. Egon Friedell nannte ihn einen neuen Franz von Assisi, die Literaturgeschichte vergleicht ihn mit Montaigne - Thoreau wollte nur »Muße zum wirklichen Leben«.

Hermann Hesse - auch ein Thoreau-Schüler über Walden: »Die amerikanische Literatur, so kühn und großartig sie ist, hat kein schöneres und tieferes Buch aufzuweisen.«

Über den Autor

Henry D. Thoreau, geb. 12. Juli 1817 in Concord/Massachusetts, gest. 6. Mai 1862 ebd. und begraben dort im Sleepy Hollow Cemetery, Sohn eines Bleistiftfabrikanten hugenottischer Abstammung, Literat, Naturforscher, Landvermesser, war ein Entdecker, der zu Hause blieb, sein Ich erforschte und das Heimatstädtchen nie länger als für ein 4jähriges Studium in Harvard verließ. Quittiert seine Lehrerstelle, weil er sich weigert, die 'körperliche Züchtigung' anzuwenden; Freundschaft mit Ralph Waldo Emerson, auf dessen Waldstück am Waldensee er 1845 in einer selbstgebauten Hütte lebt; aus dem Tagebuch entsteht 'Walden'. Auf dem Weg ins Städtchen wird er verhaftet, weil er aus Protest gegen die US-Kriegs- und Sklavenpolitik keine Steuern bezahlt hat; konzipiert im Gefängnis 'Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat'. Tod an Tuberkulose.
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