Henry David Thoreau ging hinaus in den Wald, um das Leben an sich wieder zu leben. Um zu sehen, ob man auch ohne Zivilisation das Mark des Lebens in sich spüren kann. Um, frei von allem Schnickschnack der Gesellschaft, wieder ganz er selbst sein zu können. Deswegen ging er 1845 für zwei Jahre in den Wald und lebte dort nur mit sich selbst. Und er schrieb über sich selbst. Er schrieb über das unstete Wetter, die Kälte, den Regen, die Sonne, den See. Über seine Einsamkeit, über seine Ruhe, über seine Ängste. Und er schrieb seine Gedanken auf, die plötzlich immer klarer und klarer wurden, weil sein Geist nicht durch die Zivilisation abgelenkt wurde. Heraus kam das vorliegende Buch in der einfühlsamen Übersetzung von Erika Ziha und Sophie Zeitz.
Walden" ist nicht nur ein Buch für Feingeister, Intellektuelle und Philosophen. Es ist für alle Menschen, die die Natur lieben, klare Gedanken mögen und an Selbstreflexion sowie Naturexperimenten interessiert sind. Streng genommen ist es also ein Buch für jeden Menschen. Aber eines sollte man vor der Lektüre beachten: Man sollte sich Zeit nehmen. Denn die hat sich Thoreau letztlich auch genommen. Und ein wenig Muße ist man ihm einfach schuldig.