Das Buch gliedert sich in drei Kapitel. Im ersten Abschnitt Buchenwald und Buchenleben beschäftig sich Wohlleben mit der Mutter des Waldes, wie die Buche auch bezeichnet wird. Anschaulich wird dem Leser nicht nur das Heranwachsen eines solchen Baumes erklärt, auch die Erziehung im gesunden Wald und Beziehungen zwischen den einzelnen Pflanzen und Baumindividuen werden erläutert. Dass dabei so manche Theorie ein wenig esoterisch angehaucht erscheint, zum Beispiel die innige Freundschaft oder Liebe zwischen zwei einzelnen Bäumen, und die Buchen häufig vermenschlicht werden, verdeutlicht die Verbundenheit des Autors mit seinem Beruf.
In der Darstellung eines Buchenlebens geht Wohlleben systematisch vor und schreibt unter anderem auch über diverse Krankheiten und Parasiten, die dem Baum im Laufe seiner Existenz zusetzen können. Hier wird offensichtlich, dass dem Buch, welches sehr populärwissenschaftlich aufgemacht ist und sich auch, oder gerade, an interessierte Laien wendet, entsprechendes Bildmaterial fehlt. Otto Normalverbraucher, beziehungsweise der gewöhnliche Spaziergänger wird sicherlich mit der Beschreibung einer Buchenwollschildlaus wenig anfangen können.
Im zweiten Kapitel, Jagdlust, wird auf die deutsche Jägerzunft und deren Auswirkungen auf den Wald eingegangen. Der Autor, selber Jäger, nutzt dieses Buch nicht, um Jäger anzufeinden, sondern schildert seine Sichtweise sehr differenziert. Tatsachen werden hinterfragt und Legenden geschickt widerlegt. Neben dem leidigen Thema der Trophäenjagd wird hier insbesondere auf die sehr einseitige Katalogisierung des Tierreiches in nützlich und schädlich eingegangen. Äußerst anschaulich ist dabei das Beispiel mit der Waldameise, die unbedingt als nützlich angesehen wird und somit geschützt werden muss. Dass die Waldameise auf ihren Beutezügen, aber auch die Raupen gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Schmetterlingsarten frisst, wird geflissentlich übersehen.
Im letzten Abschnitt schließlich geht Peter Wohlleben auf die Missstände in der Forstwirtschaft ein und belegt, dass die BRD in Sachen Forstwirtschaft mittlerweile zu einem Entwicklungsland geworden ist. Vor allem die voranschreitende Mechanisierung und Technisierung in der Forstwirtschaft wird von dem Schriftsteller und Förster heftig kritisiert. Dauerhafte Bodenschäden sind die Folge, wenn ein einziges Mal ein Harvester (Vollerntemaschine) den Waldboden befahren hat. Gutgemeinte Ansätze und Strategien den Wald wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen und vermehrt heimische Laubbaumarten, wie eben die Buche, anzusiedeln, schlagen bedauerlicherweise häufig fehl. Doch Wohlleben kritisiert nicht nur, er hat auch Lösungsvorschläge parat und ermutigt jeden einzelnen Bürger die Augen offen zu halten und örtliche Politiker und Forstbeamte auf die schlechten Verhältnisse in deutschen Wäldern aufmerksam zu machen. Leider ist das recht dünne Buch, mit knapp 130 Seiten nicht gerade günstig und beinhaltet, wie oben bereits erwähnt, auch keine Fotos und Abbildungen, welche einige der Behauptungen gut hätten untermauern können.