Mit dem 1991 erschienenen Power Pop Juwel hat sich der Kanadier Bryan Adams endgültig an die Spitze der Mainstream Rock Bewegung gesetzt. Um in einer Liga mit Größen wie Bon Jovi und U2 zu spielen verlangt schon nach einem mehr als ungwöhnlich herausragendem Machwerk und mit Hilfe von Produzentenlegende Mutt Lange erschuf der sympatische Kerl sein persönliches Born In The USA. Auf der Suche nach Gute-Laune- und Sonnenschein Scheiben kommt man an diesem Meilenstein nicht vorbei und von dem Hausmütterchen bis hin zum Hardrocker wird es wohl kaum jemanden geben der die Songleckerbissen nicht komplett vorwärts und rückwärts mitsummen kann.
Die perfekte Produktion, welche ausdrücklich an Def Leppards Hysteria erinnert und das Album deshalb auch gern als den legitimen Nachfolger genannt werden lässt, kommt mit einem Druck dahergebraust, das man spätestens bei der Radiohymne Can't Stop This Thing We Started eine Fönfrisur von Jennifer Batten Ausmaß haben dürfte.
Niemand wird ein Problem damit haben WUTN in einem Atemzug mit Klassikern wie Aerosmith Pump oder Mötley Crües Dr. Feelgood zu nennen. Man merkt dem Material durchaus an das sich Bryan vermehrt mit diesen beiden Bands rumgetrieben hat ( und auf Dr. Feelgood des öfteren auch die Background Vocals übernahm). Besonders auffällig und grandios sind die beiden Überballaden Do I Have To Say The Words und (Everything I Do) I Do It For You, in denen er souverän zur Schau stellt das er mit einer unsagbaren Leichtigkeit in die Fußtapfen eines Rod Steward treten kann ohne auch nur einen Funken seiner Eigenständigkeit einzubüssen.
There Will Never Be Another Tonight allein ist schon Berechtigung genug um sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen aufzuheben und 50 Jahre Sonnenschein zu pachten.
Das majestätische Thought I'd Died And Gone To Heaven ist in seiner packenden Art unglaublich mitreißend und lässt einem den grauen Alltag hinter dem Regenbogen der schönsten Melodien verschwinden.
All I Want Is You könnte Kriege beenden oder Krebs heilen während Not Guilty mit Fug und Recht als eines der packendsten Lieder der 90er bezeichnet werden darf.
Eltern sollten beim ersten Date ihrer Töchter nicht nur auf Kondome in der Handtasche achten sondern sind gut damit beraten auch den Auto CD-Player nach diesem Platintaler zu durchforsten. Ein untrüglicheres Zeichen auf bevorstehende, zweisame Kuschelstunden im Autokino wird sich kaum finden lassen. Aber wem kann man es ernsthaft verübeln bei Depend On Me einen Blick unter Blondies Pully werfen zu wollen?
Wer also Slippery When Wet liebt sollte schleunigst den Kevin Costner machen und sich den Nachbarnaufwecker an Land ziehen.
Mehr gute, positive und lebensfreudige Musik wird man für sein Geld nicht bekommen. Völlig zu Recht ein Megaseller, welches nach all den Jahren kein bisschen an seinem Glanz verloren hat. Warum, zum Teufel, kann die Welt nicht ein bisschen mehr wie in einem Bryan Adams Song sein?