Warum habe ich so lange nichts von Waking Life gehört? Sei es drum, nun habe ich ihn ja endlich gefunden und zum Glück auch schon sprichwörtlich verschlungen!
Ein junger Mann, der in die Welt des luziden Träumens gerät und so allerhand interessante Begegnungen macht. Ob die Handlung in diesem Film nun wirklich von Bedeutung ist sei dahingestellt, letztendlich geht es aber ganz klar um den Inhalt der Konversationen. Dazu sei gesagt, dass Waking life garantiert kein Film ist der Unterhaltung, Spannung oder auch sonst alles, was normale Filme versprechen, bietet. Vielmehr bietet sich hier ein Roadmovie durch die Welt der Träume und die der philosophischen Grundfragen.
Waking Life sollte jeder gesehen haben, ja, eigentlich wirklich jeder - und dann wieder doch nicht. Wer sich aber so fühlt, als würde ihm etwas fehlen - Wer noch nicht alle seine offenen Fragen abgeschrieben hat, weil es ja sowieso keine Antwort auf diese gibt - Wer tief in sich drin ein Philosoph ist und mal wieder einen Denkanstoß braucht - sollte hier zuschlagen.
Und noch viele mehr.
Dieser Film wird bei seinen Zuschauern sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Auf der Suche nach Antworten wird der eine Erkenntnisse aus den Mono/Dialogen ziehen, der andere könnte aber auch ratlos (und mit rauchendem Kopf?) den Fernseher abschalten. So oder so, für reichlich Grund zum Nachdenken ist gesorgt.
Der gesamte Film wurde mit einer Handkamera gedreht und danach am PC bearbeitet, dieses Verfahren nennt sich in diesem Fall Rotoskopie. Im Zusatzmaterial auf der Blu-Ray erklärt einer der Künstler das genaue Vorgehen. Zusätzlich in den Extras enthalten sind noch Audiokommentare der Künstler und der Entwickler, ein Featurette und ein Einblick in die rohen Szenen.
Diesen Film zu spoilern ist dahezu unmöglich, trotzdem ist es immer gut recht unvoreingenommen ranzugehen.
Give it a try! Dieser Film ist einen Versuch wert - hoch zehn.
Trivia: Eine Minute Film zu animieren hat bis zu 250 Stunden gedauert.