Wenn ich 3 Annihilator-Alben mit auf die sprichwörtliche Insel nehmen könnte, wären das "King of the Kill", "Never, Neverland" und - ja, "Waking the Fury"! 10 Songs, 10 Mal das pure Vergnügen für Headbanger! Da muss einfach jeder einzeln erwähnt und belobigt werden... "Ultra Motion" ist ein typischer Psychothrasher der "Alice In Hell"-Kategorie, nur doppelt so schnell. "Torn" ist melodischer und hat einen einprägsamen Refrain, geht somit mehr in Richtung des relaxteren "Never Neverland". "Lunatic Asylum" dreht so richtig krank ab was will man bei dem Titel auch Anderes erwarten. Man merkt, dass Annihilator keine Berührungsängste mit Nu Metal haben, die Sache aber nicht zu ernst nehmen. "Striker" hat den typischen Annihilator-Groove. Jeder, der sich auskennt, wird nach wenigen Sekunden sagen: Das können nur Annihilator sein! Für "Ritual" gilt im wesentlichen dasselbe, nur dass die Gitarrensoli mehr nach Old School klingen. Dieses Stück hätte gut auf "King of the Kill" gepasst. "Prime Time Killing" ist böse! So viel Aggression wie selten. "The Blackest Day" ist ein schlichteres, geradlinigeres Stück, könnte live als Auflockerung gut kommen zwischen den kränkeren Dingern. "Nothing To Me" beginnt wie eines der balladesken Stücke von "Set the World On Fire", schlägt dann aber um in ein Gute-Laune-Lied, wie es "Shallow Grave" auf dem vorigen Album darstellte. Wenn man das neben "Prime Time Killing" oder "Lunatic Asylum" hört, scheint es unvorstellbar, dass dieses Material von demselben Album derselben Band kommt. "Fire Power" ist der Überhammer! Beginnt mit wundervoller 80er-Metalgitarre, knallhartes Drumgehämmer leitet dann über zu einer Neothrashpassage, die wieder den Bogen zurückschlägt zum Gitarrenthema. Ich möchte behaupten, noch nie habe ich solch eine kongeniale Mischung aus Old School und modernem Metal gehört. Das ist letztlich genau das, was Judas Priest auf "Demolition" versucht und kläglich versemmelt haben. "Cold Blooded" als Abschluss dürfte alle zufrieden stellen, denen es gar nicht hart und schnell genug zur Sache gehen kann. Brachiales Thrashgewitter ohne Gnade. Was Rückkehrer Randy Black hier trommelt, ist die pure Hölle! Nicht schlecht für nen Wollmützenträger... Fazit in einem Wort: perfekt!