Was die Jungs von Avenged Sevenfold (oder A7X in Kurzform) auch auf ihrem zweiten Longplayer gekonnt vorlegen, lässt sich musikstilistisch nur umständlich definieren. Eine unglaublich hybride Genremischung, die eine Menge Metal beinhaltet, der aber pausenlos von wunderschönen punkigen Melodien, atemberaubenden Soli und des öfteren auch expressivem Hardcore umschmückt wird. Das alles gibt "Waking The Fallen" einen völlig einzigartigen Sound, den man in dieser Form bisher wohl kaum irgendwo zu hören bekommen konnte. Den groben Grundeindruck des Albums auf zwei-drei Tracks zu reduzieren, ist aber schlicht und ergreifend so gut wie unmöglich. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen und vom albumbetitelnden Intro auf den Rest des Albums schließen. Jeder Song ist irgendwie ein kleines Highlight für sich, aber ganz besonders sticht für mich persönlich "I won't see tonight" hervor: ein unglaublich genial gestaltetes balladeskes Epos in zwei Akten in A7X-Stil. In den beides Teilen des fast 14-minütigen Krachers spiegelt sich noch einmal der Großteil der individuellen Nuancen, die Avenged Sevenfold ausmachen, wider. Während sich der erste Teil zumeist im Sinne einer Metal-Ballade durchwälzt, findet man sich im zweiten Part urplötzlich im Hardcore wieder.
Alles in Allem ein meisterliches Album, was vorerst aber leider nur als Import erwerblich ist. Aber selbst der Import-Aufpreis lohnt sich und ist jede Minute dieses Geheimtipps wert.
Hoffentlich kann das Album 2004 noch für viel Aufsehen erregen.