Produktinformation
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Genre-, Zeit- und kulturelle Grenzen schien es für die beiden Iren niemals zu geben. 1980 begannen sie, mit Cello, Blechbläsern, Elektronik und Hackbrett, früher Renaissance, Barock und gregorianischen Einflüssen zu hantieren, während der Punk im kommerziellen Zenit stand. Gesanglich sind beide eine Klasse für sich. Während Perry seine Prägnanz und Ausdrucksstärke in für nordwesteuropäische Ohren vergleichsweise üblichen Skalen und Frequenzen entwickelte, ließ sich Lisa Gerrard sich stilistisch wie geografisch kaum festlegen. Wer Ridley Scotts Hollywood-Blockbuster Gladiator gesehen hat, hat ihren eindrucksvollen, mitunter erschütternd schönen Gesang bereits wahrgenommen, wie sie Wörter eher als Transportmittel für vokale Klangfarben zu benutzen scheint als anders herum.
Das merkwürdige Rezept ging besser auf als ein gelungener Hefeteig, und schon ihr zweites Album Spleen And Ideal geriet zum Meisterwerk, zum Paradoxon eines vom gehobenen bürgerlichen Feuilleton vereinnahmten modernen Klassikers, der aber hauptsächlich von Pop-Hörern gekauft und geliebt wurde (was, nebenbei, einen Umstand darstellt, der dem 4AD-Label durchaus häufiger geschah). Für Dead Can Dance nur ein Schritt vor den nächsten, den das merkwürdige Pärchen mit neuer Klassik, spritueller Chormusik aus Osteuropa und dem Mittleren Osten, afrikanischer, asiatischer und lateinamerikanischer Rhythmik in Berührung brachte -- Kreuz- und Querverweise extra!
Dead Can Dance mögen den Tod im Bandamen tragen, ein Totentanz ist ihre Musik nicht. Im Gegenteil: Sie feiert das Leben. --Rolf Jäger
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ABER: für alle anderen, die Dead Can Dance erst später entdeckt haben, ist diese Veröffentlichung absolut empfehlenswert. 2 CDs und 26 Titel lang präsentieren DCD eine Werkschau ihres musikalischen Schaffens. Die beiden Protagonisten - Brendan Perry und Lisa Gerrard - folgen stets keinerlei aktuellen Trends, sondern agieren frei von kommerziellen Vorgaben.
Musikalisch nur schwer einzuordnen ist das weit gefächerte Spektrum dieser Klangkunst einzigartig. Ähnliche Bands und Künstler oder Einflüsse? Deep Forest, Cocteau Twins, Clannad, Kate Bush, Nick Cave, Tangerine Dream, Gregorianische Gesänge, Brian Eno. So ungefähr vielleicht, aber wirklich nur ungefähr...
Das Duo zelebriert mit 'Wake' einen ureigenen, unverwechselbaren Stil und kreiert einen eigenen Kosmos, bedrohlich und düster, zugleich aber fast majestätisch und feierlich. Faszinierender Gesang; Texte voller geheimnisumwobener Geschichten und fremdartiger Mystik; die Musik zudem bereichert durch WorldBeat-Einflüsse, mittelalterliche Kirchenchöre, ambientartige Klanglandschaften, Didgeridoo und/oder asiatische Saiteninstrumente.
Kombiniert mit den vielfältigen ethnischen Elementen und elektronischem Zeitgeist entsteht wunderbare Musik voller Magie, der man das Prädikat 'zeitlos' verpassen muss. Es gibt wohl kaum ein schöneres Lob.
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