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Als ich die CD, die erst Anfang 2004 nach den jüngsten Erfolgen wieder aufgelegt wurde, bestellt hatte, war ich noch unsicher, ob die anderen Titel gegenüber diesen beiden tollen, aber mir schon bekannten Songs abfallen würden. Das Gegenteil war nachher der Fall. Bis auf einen "Hänger" in der Mitte der Tracklist besteht "Wajakla" aus einer Aneinanderreihung von Perlen in deutscher Sprache. Dabei lässt sich Gwildis in keine Schublade stecken: Schöner deutscher Pop ("Schnee in seiner Hand"), Funk wie von Earth, Wind and Fire ("Ali's Bude", "Wajakla") sowie tolle Balladen ("Geh doch", "Für immer und ewig") wechseln sich mit italienisch-deutschem HipHop (Sehr witzig: "Mr. Canoni") und einem nachdenklichen Rap ("Werden und vergehn") ab.
Die Höhepunkte sind neben den vier Titeln, die aus dem Live-Programm der Gwildis-Band stammen und auch auf der DVD "Neues Spiel: Live!" enthalten sind (Allem Anschein, Geh doch, Wajakla, Ali's Bude) die Titel "Bonzo" und "Wo bist Du grad". Der Text von "Bonzo" bringt einen zum Dauergrinsen wie früher die witzigsten Songs von Reinhard Mey. Es geht um ein Rendezvous mit einer Traumfrau, die dann leider einen Riesen-Hund mitbringt, der
dann sofort zum Mittelpunkt des Geschehens wird. Ein witziges Element im Text ist, wie der Hund im Laufe der Strophen immer gewaltiger und schwerer wird. Neben dem tollen Text hat dieser Song auch eine Melodie, die in alle Wippmuskeln geht - ein Extrem-Gute-Laune-Titel. "Wo bist Du grad" ist nachdenklicher, mit einer ebenso schönen Melodie. Es geht um einen Partner, der mit seinen Gedanken immer woanders ist und dem man am liebsten auf seine gedanklichen Reisen folgen möchte.
Stefan Gwildis hat bereits auf "Wajakla" den Kern seiner heutigen Band dabei. Martin Langer am Schlagzeug, Achim Rafain am Bass, Ralf Schwarz an den Keyboards und Mirko Michalzik an der Gitarre sorgen für die Grundlage, auf denen Hagen Kuhr (Streicher) und Matthias Clasen (Bläser) die I-Tüpfelchen arrangiert haben. Insbesondere die Bläser-Arrangements auf den funkigen Titeln und die Saxophon-Soli bei den Soul-Stücken sind toll gemacht. Gitarre und Keyboards wechseln sich ansonsten in der "Federführung" ab.
Ich habe selten eine so ausgeglichen gute, und trotzdem von den Stilrichtungen her so abwechslungsreiche CD gehört. Ich habe selten auch so durchgehend gute, nachdenkliche oder witzige Texte gehört. "Ali's Bude" ist beispielsweise das Plädoyer, die elegante Party eines Galeristen mit Langusten in Champagner-Sud zu verlassen und lieber im Hinterzimmer einer Döner-Bude mit seiner Traumfrau "abzurocken". Wer sich davon überzeugen
will, dass Stefan Gwildis nicht nur Klassiker auf deutsch singen kann, sondern auch selbst tolle Texte und Melodien schreiben kann, kann sich auf "Wajakla" hiervon überzeugen.
Wer auf dieser CD lange durchhält und am Ende des letzten Tracks eine Minute wartet, bekommt auch hier noch einen Bonus - nämlich die Auflösung, warum ein Zuschauer im auf DVD veröffentlichen Konzert "Neues Spiel: Live!" das Backen von "Bratbrot" als seine Lebensleistung ansieht. Als Stefan Gwildis noch mit der Drückerkolonne Comedy in Schmidt's Tivoli gemacht hat, gab es ein Programm mit dem Namen "Bratbrot im Schratbart" .. eine
Kostprobe davon findet sich als Bonus auf dieser CD.
Great :)
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