Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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45 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein spannender Dialog über Wahrheit, Realität, Erkenntnis..., 6. Juni 1999
Von Ein Kunde
Eigentlich sollte es ein Interwiev aus Anlaß eines Weltkongresses für soziale Psychatrie für das Hamburger Sonntagsblatt werden. Was als Interview begann endete als spannendes Zwiegespräch zwischen dem Physiker und Konstruktivisten Heinz von Foerster und dem Biologen und Journalisten Bernhard Pörksen. Diese Entstehungsgeschichte ist symptomatisch für Heinz von Foerster: er beginnt zu denken ohne von Vornherein auf das Ergebnis fixiert zu sein. Manchmal hört er auch mittendrin auf und überläßt es dem Leser, diese Gedanken fortzuführen. Es begegnet hier einem ein Mann, der Spaß hat am Denken. Er fordert auch dazu auf, es ihm gleich zu tun und auch noch Freude daran zu haben. Die Ergebnisse des Denkens sind in keiner Weise vorgegeben, man kann sich also selbst sein Ergebnis "zurechtdenken". Ist es wirklich das, was wir meinen zu sehen, zu riechen und zu schmecken, was "da draußen" ist? Gibt es die vermeintliche Realität überhaupt, wenn es möglich ist, den Geschmack von Essig, zu erzeugen, indem die Geschmacksnerven mit Elektrizität gereizt werden oder wenn es möglich ist, durch die Reizung des Sehnervs mit Essigsäure einen farbigen Lichtklecks hervorzurufen? Ein Buch für alle, die gerne (eigenständig) denken und Spaß daran haben. Es sollte Pflichtlektüre für Lehrer sein, die erfahren möchten, warum Wissen sich nicht vermitteln läßt. Es ist kein Buch für jemanden, der auf der Suche nach Wahrheit ist, denn die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer wieder..., 23. August 2004
...habe ich dieses Buch gelesen...und immer neue Facetten entdeckt.Von Foerster ist ein tiefer und liebenswürdiger Denker und immer wieder verblüffend konsequent in seiner Ablehung der Ontologie, des Verweises auf eine objektive Welt. Die Welt wird "erfunden", "konstruiert" aus dem, was unsere Sinne uns mitteilen. Das Vorhandensein irgendwelcher eigenschaftsbehafteten Gegenstände kann nicht vorausgesetzt und mit den Sinnesempfindungen verglichen werden, weil dieses erst aus letzteren geschlossen wird. Die Vielfalt der Welt ist als Eigenschaft der Sinne und der Verarbeitung der Sinneseindrücke bereits "eingebaut" und lässt sich mit den "tatsächlichen" Gegebenheiten nicht ins Verhältnis setzen. Eine klassische konstruktivistische Argumentation, obwohl sich von Foerster dieses Etikett nicht umgehängt hat und auch eine Systematisierung seiner Philosophie vermieden hat. "Realität" wird als Referenzsystem für diese Konstruktion nicht vorgefunden, sondern erst "gesetzt". Diese Welt ist jedoch nicht rein subjektivistisch oder solipsistisch (Solipsimsus = "nur ich existiere, alles andere ist Einbildung"), sondern stellt ein beliebig flexibles Bezugssystem für ein soziales Miteinander dar, das man in eigener Verantwortung ganz frei entwirft. Indem Foerster keine Referenzen auf ein "so ist es nun mal" duldet, übergibt er dem Individuum die volle Verantwortung für die Welt, in der es lebt, ähnlich wie im Existenzialismus aber mit wesentlich mehr Humor und ohne den moralischen Zeigefinger.
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24 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für Denker in höheren Ordnungen, 23. Juni 2002
Von Ein Kunde
Das Buch dürfte all denjenigen gefallen, die sich mit dem Weisheitsspruch "Ich weiß, daß ich nichts weiß" angefreundet haben. Den weniger Bescheidenen droht Enttäuschung. V. Förster versucht im Gespräch darauf aufmerksam zu machen, daß es eine objektive Wirklichkeit, im Sinne einer eindeutig und kausal erklärbaren Welt, nicht gibt, sondern, daß sich jeder Mensch seine Wirklichkeit selber erschafft. Die sogenannte Wirklichkeit beruhe vielmehr auf Glaubenssätzen. Diese, schwer zu erlernende, Betrachtungsweise, übt(e) starken Einfluß aus auf: Philosophie, Psychologie, Politik, Wissenschaft, etc. - Bereiche, auf die im Buch, vielleicht manchmal etwas zu kurz nur, eingegangen wird. Aber der Wert des Buches liegt für mich vor allem darin, wie H. v. Förster mit der ihm eigenen Art, den (auf mich zuweilen etwas schlaumeierlich wirkenden) Interviewer und den Leser dazu einlädt, seine bisherige Betrachtungsweise der erlebten Welt zu hinterfragen und darüber hinaus aufzeigt, wie (z.B.) menschliche Probleme aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet werden können.
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