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Wahre Schönheit kommt von außen
 
 
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Wahre Schönheit kommt von außen [Gebundene Ausgabe]

Helene Karmasin
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (29. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3711000061
  • ISBN-13: 978-3711000064
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 378.052 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit kaum einer Sache beschäftigt sich die heutige Gesellschaft so intensiv wie mit dem eigenen Körper, wir sind geradezu besessen von der Idee des perfekten Äußeren Ausdruck für individuelle Disziplin und Leistungsfähigkeit. Dafür schwitzen und leiden wir, dafür ist uns fast nichts zu gut und zu teuer. Aber woher kommen eigentlich unsere Körperideale und wann sind sie entstanden? Warum werden sie zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft anders definiert?
Wie beeinflusst Werbung unsere Vorstellungen von einem schönen und gesunden Körper? Beherrscht der Geist den Körper oder umgekehrt? Und was hat unser Kampf gegen überschüssige Kilos mit unserem Gesellschaftssystem zu tun?

Über den Autor

Dr. Helene Karmasin ist Leiterin des Institutes für Motivforschung. Schwerpunkte des Instituts: qualitative Marktforschung und Kommunikationsberatung in Deutschland und Österreich. Sie ist internationale Unternehmensberaterin sowie als Lehrbeauftragte an der Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität Wien und an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien tätig.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Name Karmasin ist in Österreich sehr prominent mit dem Thema Marktforschung verbunden, denn während Helene Karmasin mit ihrer Tochter Sophie (wohlbekannt aus diversen Vor- und Nachwahlinterviews als Gast im ORF) die Karmasin Motivforschung aus der Taufe gehoben hat ist Vater Fritz Karmasin geschäftsführender Gesellschafter des noch deutlich prominenteren Gallup Instituts für Marktforschung. Wenn also eine Karmasin ein Buch verfasst ist das Interesse durchaus groß. Nur überrascht es dann doch ein wenig dass es das Thema "Schönheit" geworden ist, wenngleich man mit der Lektüre schnell erfährt dass das schöne an diesem Thema die Weitläufigkeit ist.

Warum Schönheit nun für Marktforscher interessant ist? Weil sich die Wirtschaft dieses Meta-Themas gekonnt zu bedienen versteht, wenn es um Schönheit geht gibt es fast immer noch Anreize etwas zu verbessern. Wie am Titelbild, wo Jayne Mansfields Ausschnitt anscheinend selbst neidvolle Blicke der Ikone Sophia Loren auf sich zieht. In einem Zeitalter wo es das Marketing zudem als höchste Kunst versteht nicht nur Trends zu folgen oder vorherzusehen, sondern selbst zu setzen, fällt die Aussage, dass unsere Vorstellungen über den perfekten Körper von außen kommen und oftmals kulturindiziert sind, auf fruchtbaren Boden. Und damit wären wir wieder bei der Marktforschung, die diese Entwicklungen zu beobachten und aufzuzeichnen vermag.

Und dass unsere Vorstellungen von Schönheit nicht von "innen" sondern "außen" kommen (also uns durch Kultur, Gesellschaft und schlussendlich Werbung näher gebracht werden) ist die Kernaussage von Karmasins Buch, das diese nachzuweisen bemüht ist - mit Beispielen aus der Geschichte wie auch kulturell anderen Gesellschaften. Zunächst versteift sich Karmasin jedoch vor allem auf eine Vorstellung von Körperkonzepten und einer Untersuchung "Was ist ein Körper?", ehe sie sich mit einem dualistischen und ganzheitlichen Körperkonzept beschäftigt. Darüber hinaus dringt sie bis zur Frage vor, woher unsere Körperkonzepte stammen und welche Unterschiede in diesen Vorstellungen zwischen den Geschlechtern bestehen, aber auch wie sich Produkte wie Nimm 2 mit "Vitamine und Naschen" oder die diversen Kinder-Produkte mit der Betonung ihres Milch-Anteils in diesem Wechselspiel positionieren.

Logischerweise folgt darauf dann ein Kapitel zur Frage "Was ist Gesundheit?" in dem Karmasin feststellt dass mit unseren Gesundheitsvorstellungen und dem Rat zur Selbstmedikation (man betrachte nur die zahlreichen Pharma-Werbespots) ein eigener Markt geschaffen wird. Aber auch die gesellschaftlichen Implikationen wie das soziale Gefälle, warum schon Kinder "andere" mobben und unser Verhältnis zum Alter kommen nicht zu kurz.

- Resümee -
Die große Offenbarung die man aufgrund der Reputation Karmasins und der Themenbreite vielleicht erwarten könnte ist das Buch allerdings nicht. Es ist mit Verve geschrieben, doch manchmal etwas zu abstrakt geraten, was nicht heißen soll es sei zu weltfremd, aber manchmal hätte sich dieser Rezensent mehr konkrete Produkt- und Trendanalysen als kultur-geschichtliche Exkurse gewünscht. Aber das ist wohl der Fluch von Erwartungshaltungen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ist es wirklich so, dass die Gesellschaft uns erfolgreich einredet was ein schöner Körper ist und viele von uns dem folgen?

Die Autorin geht diesem Phänomen nach. Dabei schaut sie nicht allein auf das Heute. Sie schaut auch auf die letzten Jahrzehnte. So versucht sie eine Definition für den Körper zu finden. Ist er mehr Maschine die zu funktionieren hat oder ein widerspenstiger Rebell?

Spannender wurde es für mich in den folgenden Kapiteln. Da nämlich ist Helene Karmasin unseren modernen Körpervorstellungen auf der Spur. Sie schaut hinein in die Renaissance und landet bei den sehr speziellen Anforderungen an den Körper in der heutigen Marktgesellschaft.

Die Marktforscherin Karmasin schaut in ihrem Buch nicht nur auf den weiblichen Körper. Sie hat auch den Mann im Blick. Für beide gilt, dass es unsere gegenwärtige Gesellschaft geschafft hat und folgendes beizubringen: " . . . etwas kann immer noch gesteigert oder verbessert werden, man muss nur geeignete Beobachtungskategorien entwickeln und die Maßstäbe immer weiter nach oben verschieben." An anderer Stelle spricht die Autorin auch von einer Inszenierung des eigenen Körpers.

Dieses Buch beeindruckt mich, weil es nichts verteufelt, eher nachdenklich macht. Helene Karmasin verschafft einen fundierten Überblick über unseren Blick auf unseren menschlichen Körper. Nachdenklich frage ich mich, wie wird dieser Körperbau zu Babel eines Tages enden?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die blitzgescheite Autorin des vorliegenden Buches - Dr. Helene Karmasin- hat ein überaus eloquentes Buch über unterschiedliche Körperkonzepte verfasst, das ich mit viel Interesse gelesen habe.

In ihrem Buch bindet sie unzählige sehr gelungene Zusammenfassungen der geistigen Leistungen von Personen wie René Descartes, (französischer Philosoph , 1596- 1650) Mary Douglas, (englische Sozialanthropologin, 1921-2007), Norbert Elias, (Soziologe, 1897-1990) Michel Foucault, (französischer Philosoph, 1926-1984), Christoph Wilhelm Hufeland, (Deutscher Arzt und Gelehrter, 1762-1836), Adam Smith, (Schottischer Moralphilosoph und Begründer der Nationalökonomie, 1723-1790), Emile Durkheim, (französische Soziologe und Ethnologe, 1858-1917), Pierre Bourdieu, (französischer Soziologe, 1930-2002) u.a. mehr ein. Dass die Autorin die Vorstellungen dieser Denker kurz skizziert, hat natürlich einen guten Grund. All diese Personen spielen bei der Entwicklung von Körperkonzepten eine Rolle, wie der Leser im Laufe der Lektüre zu begreifen lernt.

Körperkonzepte beschreiben, auf welche Weise Körper zu "denken" sind, was man unter einem Körper zu verstehen hat, auf welche Art er funktioniert, aus welchen Teilen und Instanzen er zusammengesetzt ist etc.. Es geht also um Modellvorstellungen von Körpern. Empirisch sind diese Vorstellungen nicht nachprüfbar und sie entsprechen auch nicht einer medizinischen Denkweise, vielmehr sind es soziale und kulturelle Vorstellungen, die von vielen geteilt werden und eine lange Geschichte haben, (vgl.: S.17). Dr. Karmasin nennt zunächst das dualistische und das ganzheitliche Modell und arbeitet anhand von einer Tabelle die Unterschiede der beiden Modelle heraus. Es stellt sich die Frage wie der Körper zu denken ist, wer oder was dominiert, beispielsweise Seele oder Körper. Bilden Seele und Körper einen Gegensatz oder eher eine Einheit? Welche Merkmale kommen dem Körper, welche der Seele oder dem Geist zu?

Im dualistischen Konzept ist der Geist der Herrscher des Körpers. Descartes hat dieses Konzept am eindrucksvollsten beschrieben. Darüber liest man in der Folge ausführlich und erfährt, dass dieses Konzept der Leibesfeindlichkeit bereits von den antiken Philosophen entwickelt worden ist. Dieses Konzept, das heute immer noch zum Tragen kommt, führt dazu, dass Personen, die diesem Identitätskonzept nachhängen, meinen, aus einer inneren Person und einem äußerlich sichtbaren Körper zu bestehen. Der Körper ist in diesem Fall das Gefängnis der Seele, (vgl.: S.30). Das Gegenmodell bildet das ganzheitliche Konzept, das den Körper als Einheit begreift. Um Körpervorstellungen wirklich verstehen zu können, muss man sich ferner mit der Vorstellung des geschlossenen und offenen Körpers befassen. Was damit gemeint ist, erläutert die Autorin gut nachvollziehbar, (vgl. S.37 ff).

Im Rahmen der Thematisierung der Herkunft unserer Körperkonzepte, wird dem Leser der zivilisierte und auch der disziplinierte Körper, sowie der Körper des aufgeklärten Bürgers entgegengebracht und der Vitalismus sowie biotechnische/hybride Körper beleuchtet. In diesem Zusammenhang erfährt man u.a. , dass der zivilisierte Körper ein perfekt geschlossener, glatter Raum sei, bei dem jedes Anzeichen einer als tierisch gedachten Natur entfernt sei. Dieses Körperkonzept charakterisiert den Anfang der Neuzeit, (vgl.: S.44-45). Der disziplinierte Körper (das dahinterstehende Konzept steht mit M. Foucault in Verbindung) ist ein kontrollierter, bewachter Körper, der Leistungen erbringen soll. Hingegen ist der Körper des aufgeklärten Bürgers ein solcher, der den Wertvorstellungen der Bürger im 19. Jahrhundert entsprach und sich auf Mäßigung, Harmonie und disziplinierte Stellung in der Mitte berief und sich abgegrenzte gegen die triebhaften Unterschichten und den lasterhaften Adel. Beim Weiterlesen wird immer klarer, dass jedes Jahrhundert sein eigenes Körperkonzept entwickelte, das sich aus soziologischen, philosophischen, wirtschaftlichen, politischen und vielen anderen Bedingungen ergeben hat.

In dem Kapitel Funktionsmodelle, wird erläutert, wie der Körper funktioniert und wie der Einfluss der Kultur auf den Körper gemessen wird. Die Funktionsmodelle des Körpers unterscheiden sich erheblich in der individualistischen, der hierarchischen, der egalitären und der fatalistischen Kultur. In hierarchischen Kulturen wird der Körper dem Diktat von Autoritäten unterworfen, die u.a. Behandlungen vorschreiben und Verhalten erzwingen, während beispielweise in individualistischen Kulturen man sich selbst für den Zustand seines Körpers verantwortlich fühlt und sich Kenntnisse aneignet, um den optimalen Körper zu erzielen, (vgl.:S. 100-101). Individualisten gehen wohl am eigenständigsten mit ihrem Körper um und versuchen ihn am nachhaltigsten gesund zu erhalten.

Dr. Karmasin thematisiert auch den Körper in der Markt- und Mediengesellschaft, in der Leistungsfähigkeit, die durch Gesundheit gewährleistet wird und eine perfekte Oberfläche (Jugendlichkeit und Makellosigkeit) erwartet werden. Wir müssen vital, jung, makellos, schlank, gesund, beweglich, leistungsfähig, jederzeit einsatzbereit, belastbar, zivilisiert und diszipliniert sein, wenn wir den geforderten Vorgaben entsprechen wollen, (vgl.: S.114).

Dicke Menschen werden in unserer Gesellschaft nachweisbar diskriminiert. Sie fungieren als "cultural criminals", die durch ihre Abweichung wie Sünder und Verbrecher verdeutlichen, was das geforderte Verhalten der Vernünftigen und moralisch Guten sei, (vgl.: S.115).

Die Autorin zeigt die enge Verbindung zwischen Körperkonzepten und politischen Vorstellungen auf, bringt selbst die Körper von Politikern zur Sprache, thematisiert breitgefächert den gesunden Körper, zeigt das Gesundheitsverhalten bei niedrigem und hohem sozioökonomischem Status und verdeutlicht, dass Gesundheit an eine spezifische Weltsicht gebunden ist.

Es folgt ein Aufzeigen von Möglichkeiten, wie man versucht, sich vor Krankheiten zu schützen und in welcher Weise die Werbung Argumente für Selbstmedikation liefert, damit wir täglich eine Hand voller bunter Pillen schlucken. Da wir aber nicht nur gesund, sondern auch schön sein wollen, stellt sich die Frage, welchen Körper wir wollen. Der Gewinn der Körpermodellierung ist beträchtlich, wie die Autorin hervorhebt, denn er verspricht Status, Prestige, mehr als alle anderen Prestigeobjekte, er führt zu sozialem Erfolg , korreliert mit geistiger Gesundheit und zeigt, dass die Person selbstbestimmt, diszipliniert und Herr ihrer Affekte ist, (vgl.: S.245).

Studien machen bewusst, dass physisch attraktive und schlanke Menschen von gewisser Körpergröße Personen mit weniger optimalen Vorgaben in vieler Hinsicht im Vorteil sind, (vgl.: S. 246).

Unser Körper ist heute ein Ausdruck für individuelle Disziplin und Leistungsfähigkeit. Wir werden in unserer Gesellschaft nach den derzeit gängigen Körpervorstellungen beurteilt und müssen sozialer Diskriminierung rechnen, wenn wir uns den Vorstellungen versagen. Das Buch macht deutlich, dass dies kein Phänomen dies Hier und Heute ist, sondern dass wahre Schönheitsvorstellungen immer gesellschaftlich geprägt waren und sich jede Gesellschaft den Körper schafft, den sie zum Funktionieren benötigt.

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