Manchmal findet man auf dem Grabbeltisch der Buchmarktketten auch kleine Perlen wie etwa dieses Buch. Keiner, der überhaupt auch nur das Geringste auf die Philosophie hält, würde wohl glauben, dass man deren Geschichte auf weniger als 160 kleinen Seiten annähernd nachzeichnen könnte. Genau das aber tut dieses Buch und reicht dabei sogar bis in die letzten Jahre.
Getrennt in die Haupkapitel Theoretische Philosophie und Praktische Philosophie macht es deutlich, welche Bedeutung der (nicht nur) abendländischen Philosophie für die Entwicklung der modernen Staaten zukommt. Beginnend bei Logik, Metaphysik und Erkenntnistheorie schlägt es den Bogen zur Religions-, Kultur- und Naturphilosophie auf der theoretischen Seite. Hier wird u. a. deutlich, dass die christliche Kirche auf platonschen Fundamenten ruht oder die moderne Naturwissenschaft auf die Grundlagen vorsokratischen Denkens zurückgeht.
In der praktischen Philosophie werden Themenbereiche wie Rechts- und Geschichtsphilosophie, aber auch philosophische Anthropologie, Wissenschafts- und Mathematische Philosophie wie auch Fragen der Ästhetik ("Was ist Kunst?) angeschnitten.
Einige Kapitel zu aktuellen Themen (z. B. Internet und Fernsehen, Arbeit und Technik etc.) runden das Buch ab.
Daneben gibt es eine Reihe von Kurzporträts einer ganzen Reihe wichtiger Philosophen, deren Qualität allerdings stark schwankt.
Sicher handelt es sich bei diesem Werk und diesem Umfang nicht um einen fundierten Abriss der gesamten Philosophiegeschichte, aber immerhin eine verblüffend kenntnisreich kritische und ebenso unterhaltsame wie verständlich geschriebene Einführung für Normalleser, nicht nur für "Besserwisser".