Christian Schmidt ist mit diesem Buch eine längst fällige und zudem sehr amüsante und fundiert recherchierte Abrechnung mit Joschka "Joseph" Fischer und seiner Bande gelungen. Schmidt macht aus seiner Abneigung gegenüber den beschriebenen Personen keinen Hehl, er steht von Beginn an dazu, dass ihm die Mitglieder der ehemaligen Spontigang zutiefst zuwieder sind, weswegen man ihm den Vorwurf der unangebrachten Pamphlethaftigkeit dieses Werkes wirklich nur sehr bedingt machen kann. Schmidt entlarvt Fischer, Cohn-Bendit und wie sie alle heissen (manchmal tatsächlich zu aufgebracht und undistanziert) als rücksichtslose und unglaublich dreiste Opportunisten, deren wichtigste Pfründe ihr taktisches und vor allem auch ihr rhetorisches Können bzw. ihr Zusammenhalt als Spontitruppe bis in die heutige Zeit sind. Geradezu unglaublich stellt sich vor allem die Entwicklungsgeschichte von Joschka Fischer dar, der laut Schmidt noch nie anderes im Sinn hatte als die Ausübung von Macht, zuerst in Form von brutalen, geradezu leidenschaftlich und militärisch organisierten Strassenschlachten mit der Frankfurter Polizei, dann als grüner Turnschuhminister in Hessen und schliesslich als bundesdeutscher Aussenminister. So unglaublich Schmidts Thesen die anpassungsakrobatischen Fähigkeiten Fischers und Co. betreffend auch klingen mögen, sie sind keineswegs das Werk irgendeines verirrten "Fundi-Spinners" (übrigen ist der Begriff "Fundi" laut Schmidt auch eine abwertende Bezeichnung, die sich die von Spontis zu Grünen-Realos Anfang der 80er so wundersam mutierten Fischers und Cohn-Bendits ausgedacht haben!), sondern gut recherchierte und eigentlich skandalöse Fakten. Wer`s zu ungeheuerlich findet, um wahr zu sein und Fischer und Konsorten nach der Maxime "Es kann nicht sein, was nicht sein darf" beurteilt, sollte sich mal Schmidt Prophezeiungen (aus dem Jahr 1999) im vorliegenden Buch hinsichtlich rot-grüner (Realo-)Politik anschauen und diese mit der in der Zwischenzeit tatsächlich veranstalteten Politik vergleichen. Fazit Schmidts am Schluss seines Buches, bezogen auf Fischers Eintreten für den Kosovokrieg: "Wenn Politiker aus Gründen des Machterhalts auf Menschen Bomben werfen lassen, spätestens dann hört der Spaß auf." Recht hat er.