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Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Michel Foucault , Ulrich Köppen
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 561 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 19 (11. Dezember 1973)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518276395
  • ISBN-13: 978-3518276396
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 14.190 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Michel Foucault erzählt die Geschichte des Wahnsinns vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Er erzählt zugleich die Geschichte seines Gegenspielers, der Vernunft, denn er sieht die beiden als Paar, das sich nicht trennen läßt. Der Wahn ist für ihn weniger eine Krankheit als eine andere Art von Erkenntnis, eine Gegenvernunft, die ihre eigene Sprache hat oder besser: ihr eigenes Schweigen.

Über den Autor

Paul-Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers als Sohn einer angesehenen Arztfamilie geboren und starb am 25. Juni 1984 an den Folgen einer HIV-Infektion. Nach seiner Schulzeit in Poitiers studierte er Philosophie und Psychologie in Paris. 1952 begann seine berufliche Laufbahn als Assistent für Psychologie an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Lille. 1955 war er als Lektor an der Universität Uppsala (Schweden) tätig. Nach Direktorenstellen an Instituten in Warschau und Hamburg (1958/1959) kehrte er 1960 nach Frankreich zurück, wo er bis 1966 als Professor für Psychologie und Philosophie an der Universität Clermont-Ferrand arbeitete. In diesem Zeitraum erschien 1961 seine Dissertationsschrift Folie et déraison. Histoire de la folie à l'âge classique (dt.: Wahnsinn und Gesellschaft). Er thematisierte darin die Geschichte des Wahnsinns und das Zustandekommen einer Abgrenzung von geistiger Gesundheit und Krankheit und die damit einhergehenden sozialen Mechanismen. 1965 und 1966 war er Mitglied der Fouchet-Kommission, die von der Regierung für die Reform des (Hoch-)Schulwesens eingesetzt wurde. 1966 wurde Les mots et les choses – Une archéologie des sciences humaines (dt.: Die Ordnung der Dinge) veröffentlicht, worin er mit seiner diskursanalytischen Methode die Wissenschaftsgeschichte von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert untersuchte. Nach einem Auslandsaufenthalt als Gastprofessor in Tunis (1965-1968) war er an der Reform-Universität von Vincennes tätig (1968-1970). 1970 wurde er als Professor für Geschichte der Denksysteme an das renommierte Collège de France berufen. Gleichzeitig machte er durch sein vielfältiges politisches Engagement auf sich aufmerksam. In diesem Kontext entstand die Studie Surveiller et punir (dt.: Überwachen und Strafen). 1975-1982 unternahm er Reisen nach Berkeley und Japan sowie in den Iran und nach Polen.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Danke Fußball! 11. Januar 2006
Foucault zu lesen erfordert vor allem eine Eigenschaft. Geduld. So stellt er z. B. die Annahme auf, daß, um den Wahnsinn zu begreifen, der Zeitpunkt gefunden werden muß, an dem er zu schweigen beginnt und die Vernunft das Reden übernimmt. "Es mußte die letzte Szene der ersten großen klassischen Tragödie sein..." (S. 250). Die letzte Szene von Racine's Andromaque. Dies ist eine der Stellen in Foucaults Werken, wo man sein Denken greifen kann, nachdem man sich durch unzählige Gedanken, Zitate, Definitionen (hier die Verwandtschaft zwischen Wahnsinn und Traum bzw. Irrtum) und deren ständigen Verwerfungen gekämpft hat. Wer die Geduld hierzu aufbringt wird, nicht nur an dieser Stelle, belohnt.
Derjenige der bereits die Geduld aufgebracht hat ein Buch von Foucault zu lesen, braucht sicherlich keine Rezension für seine Entscheidung. Für jemanden der sich erstmals mit Foucault auseinandersetzten will, empfehle ich zum besseren Verständnis von Wahnsinn und Gesellschaft vorab Die Geburt der Klinik. Auch wenn dieses Buch aus einem Gedanke von Wahnsinn und Gesellschaft hervorgegangen (vgl. Fußnote 74 S. 216) und später erschienen ist, scheint mir diese Umkehrung sinnvoll, da die Geburt der Klinik vom Umfang und Thematik her weniger Komplexität besitzt. Dort wird z. B. detailliert auf die Nosographie der Krankheiten und deren Bezug zur Botanik oder der Bedeutung des Fiebers eingegangen, Themen, die ich in Wahnsinn und Gesellschaft als mehr oder weniger "vorausgesetzt" betrachten würde.
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23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "undo-er"
Hier haben wir eine sehr umfassende Studie zu den Umgangsformen der Menschen mit dem Wahnsinn. Sie umfasst viele Aspekte, z.B. das 'Narrenschiff' über das viel gerätselt wird, dann die Umgangsformen mit psychisch gestörten Menschen, die Therapieversuche und, was besonders interessant ist, die Erklärungsmodelle früherer Zeiten. Besonders interessant habe ich den Teil über den Missbrauch der psychiatrischen Anstalten empfunden, da geschildert wird, wie lange sie für "politische Internierungen" missbraucht wurden, um sich unliebsame Mitmenschen vom Hals zu schaffen.
Das klingt ja sehr gut, doch warum nur 4 Sterne? Weil ich finde, dass in diesem Buch der Inhalt künstlich aufgebläht wurde - das ganze ginge auch kürzer, ohne inhaltliche Einbußen. So muss man sich die meiste Zeit durch umständliche Formulierungen und lange, verschachtelte Sätze kämpfen. Das mag wohl auch am Alter des Buches liegen, doch für mich war es störend.
Ein paar Einsichten und Denkanstöße wird man jedoch auf alle Fälle mitnehmen und die Allgemeinbildung profitiert auch davon. Meine Rezension möchte ich mit einem der eindruckvollsten Sätzen des Buches beenden:
"Man wird sich seinen eigenen gesunden Menschenverstand nicht dadurch beweisen können, daß man seinen Nachbarn einsperrt."
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Dies ist eines der ersten aber zugleich fundamentalsten Werke Foucaults. Das Konzept von Wahnsinn nicht als objektive klinische Diagnose sondern als sozial und historisch konstruierte Wahrnehmung und Verhaltensweise in unser' selbst ist eine Glanzleistung der Phenomenologie.

Wer die Metapher des Buches auf andere Bereiche erweitert, dem werden mentale Barrieren verschwinden und sich neue, reich gefuellte geistige Landschaften eroeffnen.

Die Sprache ist dicht und komplex, aber dies gehoert zum Gesamteindruck des Werkes dazu, ist nicht nur Beiwerk sondern zwingender Bestandteil.

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