Kurz zum Buch: Katia sucht nach Jettess Spuren. Warum ist sie gegangen und warum wurde sie zu dem was sie wurde? Es folgt eine Reise in die Vergangenheit und zu Jettes Männern.
Mein Fazit: Dieses Buch einen Roman zu nennen, wäre eine Beleidigung. "Wahl der Waffen" ist Literatur vom Feinsten und für ein Erstlingswerk absolut brillant! Eine kleine "Warnung": Der Rücktext des Buches gibt nicht wirklich den Inhalt wieder! Doch wer sich auf den ungewöhnlichen / unüblichen Schreibstil der Autorin einlässt, wird es nicht bereuen! Die Autorin verzichtet auf alle typischen Lückenfüller wie er denkt" oder "sie sagte". Judith Kuckart nimmt einen sofort mit ins Geschehen, was allerdings bisweilen auch sehr anstrengend ist. Jedes Wort, jeder Satz will gelesen sein. Ohne große Übergange springt sie zwischen den Hauptpersonen Katia und Jette. Normalerweise sind 170 Seiten ein Appetithäppchen für einen Sonntagnachmittag. Doch hier verlangt das Buch volle Aufmerksamkeit. Orte, Vornamen, Nachnamen - unwichtige Details. Man ist im Geschehen und bleibt doch außen vor.
Einen Stern muss ich allerdings abziehen. Zwischen dem zweiten und dritten Kapitel sind sieben Jahre vergangen. Der Leser erfährt nur sehr wenig und immer stellt sich die Frage, ob es nur gedacht oder Wirklichkeit war. Auch das Zwiegespräch zwischen der Katia und Jette ist so unwirklich, dass es überflüssig wird.
Und dennoch: Eine hervorragende Wahl vom herkömmlichen Stil abzuweichen!