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Wagner: Tristan und Isolde
 
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Wagner: Tristan und Isolde [Box-Set]

Carlos Kleiber Audio CD
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Orchester: Staatskapelle Dresden
  • Dirigent: Carlos Kleiber
  • Komponist: Richard Wagner
  • Audio CD (22. Februar 2005)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 3
  • Format: Box-Set
  • Label: Deutsche Grammophon (Universal)
  • ASIN: B0006ZFQP8
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 21.447 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

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Disk 1:

Hörproben
SongInterpret Länge Preis
Anhören  1. Tristan und Isolde - Prelude to Act 1. Langsam und schmachtendStaatskapelle Dresden10:33EUR 2,39
Anhören  2. Tristan und Isolde / Act 1 - "Westwärts schweift der Blick"Eberhard Büchner 5:26EUR 0,99
Anhören  3. Tristan und Isolde / Act 1 - "Frisch weht der Wind der Heimat zu"Eberhard Büchner 9:27EUR 0,99
Anhören  4. Tristan und Isolde / Act 1 - "Weh, ach wehe! Dies zu dulden"Margaret Price17:51EUR 3,59
Anhören  5. Tristan und Isolde / Act 1 - "Auf! Auf! Ihr Frauen!"Dietrich Fischer-Dieskau 7:22EUR 0,99
Anhören  6. Tristan und Isolde / Act 1 - "Herr Tristan trete nah!" - "Begehrt, Herrin, was Ihr wünscht"Margaret Price20:02EUR 4,49
Anhören  7. Tristan und Isolde / Act 1 - "Tristan! - Isolde! Treuloser Holder!"Margaret Price 6:50EUR 0,99


Disk 2:

Hörproben
SongInterpret Länge Preis
Anhören  1. Tristan und Isolde / Act 2 - PreludeStaatskapelle Dresden 2:02EUR 0,99
Anhören  2. Tristan und Isolde / Act 2 - "Hörst du Sie noch?"Brigitte Fassbaender14:17EUR 2,40
Anhören  3. Tristan und Isolde / Act 2 - "Isolde! Geliebte! - Tristan! Geliebter!"René Kollo17:28EUR 3,59
Anhören  4. Tristan und Isolde / Act 2 - "O sink hernieder, Nacht der Liebe"Margaret Price 5:17EUR 0,99
Anhören  5. Tristan und Isolde / Act 2 - "Einsam wachend in der Nacht"Brigitte Fassbaender 2:44EUR 0,99
Anhören  6. Tristan und Isolde / Act 2 - "Lausch, Geliebter!"Margaret Price 4:49EUR 0,99
Anhören  7. Tristan und Isolde / Act 2 - "Doch unsre Liebe, heißt sie nicht Tristan und - Isolde?"Margaret Price 2:32EUR 0,99
Anhören  8. Tristan und Isolde / Act 2 - "So starben wir"Margaret Price 8:01EUR 0,99
Anhören  9. Tristan und Isolde / Act 2 - "Rette dich, Tristan!"Werner Götz 1:30EUR 0,99
Anhören10. Tristan und Isolde / Act 2 - "Tatest du's wirklich?"Kurt Moll12:12EUR 2,39
Anhören11. Tristan und Isolde / Act 2 - "O König, das kann ich dir nicht sagen"Werner Götz 8:50EUR 0,99


Disk 3:

Hörproben
SongInterpret Länge Preis
Anhören  1. Tristan und Isolde / Act 3 - PreludeStaatskapelle Dresden 4:30EUR 0,99
Anhören  2. Tristan und Isolde / Act 3 - (Man hört einen Hirtenreigen/The sound of a shepherd's pipe is heard/On entend une mélodie de berger)Staatskapelle Dresden 3:01EUR 0,99
Anhören  3. Tristan und Isolde / Act 3 - "Kurwenal! He!"Anton Dermota 8:33EUR 0,99
Anhören  4. Tristan und Isolde / Act 3 - "Hei nun! Wie du kamst?"Dietrich Fischer-Dieskau 9:27EUR 0,99
Anhören  5. Tristan und Isolde / Act 3 - "Noch losch das Licht nicht aus"René Kollo 5:09EUR 0,99
Anhören  6. Tristan und Isolde / Act 3 - "Noch ist kein Schiff zu sehn!"Dietrich Fischer-Dieskau11:49EUR 2,39
Anhören  7. Tristan und Isolde / Act 3 - Bist du nun tot? ...O Wonne! Freude!Dietrich Fischer-Dieskau 9:02EUR 0,99
Anhören  8. Tristan und Isolde / Act 3 - "O diese Sonne!"René Kollo 3:22EUR 0,99
Anhören  9. Tristan und Isolde / Act 3 - "Ich bin's, ich bin's"Margaret Price 5:57EUR 0,99
Anhören10. Tristan und Isolde / Act 3 - "Kurwenal! Hör!"Werner Götz 7:46EUR 0,99
Anhören11. Tristan und Isolde / Act 3 - "Mild und leise wie er lächelt" (Isoldes Liebestod)Margaret Price 7:26EUR 0,99


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Um Wunderkinder wie Mozart wurde immer viel Aufsehen gemacht, doch späten Phänomenen wird weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Wagner gehört eindeutig zu der letzteren Gruppe: Wäre er mit 50 gestorben und die Premieren von Tristan und Isolde, Meistersinger, dem Ring und Parsifal hätten noch vor ihm gelegen, wäre er sicherlich nur als Mittelklasse-Musiker eingestuft worden. Tristan ist sein erstes völlig ausgereiftes Werk, und es etablierte Wagner als einen erstklassigen Musiker. Die digitale Aufnahme aus den frühen 80ern wurde für diese Neuauflage nochmals klanglich verbessert und bietet eine gute und erfahrene Besetzung. René Kollo näherte sich damals schon dem Ende seiner erfolgreichen Karriere, bietet jedoch eine kunstgerechte Aufführung, und Margaret Price klingt frisch und jugendlich. Im Laufe seiner Karriere konkurrierte der Meister Carlos Kleiber nie mit Herbert von Karajan oder Georg Solti was die Anzahl an Aufnahmen betrifft, doch war die Qualität seiner Arbeit immer erstklassig, und hier bietet er eine außergewöhnlich feine Orchester-Interpretation. --Christian C. Rix

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TRISTAN UND ISOLDE GA

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wahnsinn 4. März 2005
Von Lurcanio
Format:Audio CD
Endlich gibt die vielleicht beste Aufnahme von "Tristan und Isolde" in der schönen und preisgünstigen Reihe "The Originals".

Das Ereignis der Aufnahme ist sicher Carlos Kleiber, dieser unglaubliche Dirigent und Musiker. Sein Tristan-Dirigat ist so ideal, dass man es sich nur schwerlich besser vorstellen kann. Vieles klingt hier, trotz anderer, eminent gut dirigierter Aufnahmen, sei es von Furtwängler, Bernstein oder Thielemann, als höre man zum ersten Mal den Tristan so, wie er sein soll. Es ist natürlich Spekulation, aber ich könnte mir vorstellen, Wagner hätte diese Aufnahme geliebt.

Alles ist ungemein logisch entwickelt, Kleiber kann Zusammenhänge herstellen wie kaum ein anderer. Er läßt die Musik sich ganz natürlich entfalten, ohne jemals die Zügel schleifen zu lassen. Nie verliert er die Spannung, ohne aber in ein langweiliges Dauerespressivo, wie man es gerade beim Tristan häufig hört, zu verfallen. Er steht unter Strom, ohne den Laden zu überhitzen. Er kann feinste Nuancen zeichnen, hat auch die nötige Spannkraft und Ruhe für die langsamen Passagen, etwas im Liebesduett im zweiten Akt, das ihm im wahrsten Sinn des Wortes "traumhaft schön" gelingt. Und natürlich für auch für das Vorspiel oder den Liebestod.

Er hat einen herrlichen Klangsinn, entlockt der wunderbaren Dresdner Staatskapelle unglaubliche Schönheiten. Da fallen kleine, technische Mängel des Orchesters wie im Vorspiel des zweiten Akts wahrlich nicht ins Gewicht - man wird mehr als reich dafür entschädigt. Besonders die Streicher klingen wie aus einer anderen Welt - schöner geht es fast nicht.

Der Grundklang ist eher dunkel und vermeidet allzu große Direktheit, sicher klingt die Partitur bei manch anderen Dirigenten transparenter, aber gerade der etwas verhangene Klang, das nicht ganz Greifbare machen für mich den Reiz, den Zauber dieser Aufnahme aus, und passt überdies hervorragend zu dieser singulären Musik. Die erfordert keinen Technokraten, keinen der die Partitur seziert, sondern einen sensiblen Klangregisseur.

Hier stimmt jedes Detail, jede Phrase ist perfekt austariert. Das Verhältnis der Harmonien zueinander, das Verhältnis von Spannung und Entspannung ist ideal gewichtet. Dass Kleiber dies alles gelingt, ohne den Fluss, ohne die Natürlichkeit, ohne die Emotionalität der Musik zu vernachlässigen, ist, denke ich, sein großes Geheimnis. Er hat zunächst akribisch geprobt, aber dann im Konzert - oder hier im Studio - die Zügel locker lassen können. Ich denke mir, er war dann, auch wenn es etwas pathetisch klingt, nicht Orchesterleiter, nicht Dirigent, sondern er wurde hunderprozentig eins mit der Musik. Er war dann "die Musik", hat die Musik in diesem Augenblick so erlebt, als wenn sie gerade von ihm in diesem Augenblick komponiert würde. Wer ihn auf Video sieht, kann das vielleicht nachvollziehen. Man kann sich seiner Austrahlung, seiner sichtlichen Freude an der Musik nicht entziehen. Die Musik steht in seinem Gesicht, in seiner Körperhaltung, in seinen Gesten geschrieben. Die Musiker müssen nur hinschauen und lesen, und wissen ganz genau, welcher Ausdruck gefodert ist. Ein Jahrhundertgenie, ohne Zweifel.

Wie steht es nun aber um die Sänger? Nun, ich finde, überwiegend ganz hervorragend. Die Sensation ist sicher Maragret Price. Sie hat Isolde nicht auf der Bühne gesungen, aber was sie auf dieser CD abliefert, ist ein Lehrstunde in Wagnergesang. Eine besser gesungene Isolde hab ich nie gehört. Ihr Klang ist perfekt, ein bisschen dunkel gefärbt, ideal fokussiert und von berückender Schönhert. Die Resonanz und damit die Tranfähigkeit, die sie erreicht, ist für eine so lyrische Stimme erstaunlich. Ihr Legato ist ohne Beispiel, ihre Phrasierung, ihre Musikalität sind nahezu ideal. Eine der ganz großen Sängerinnen ihrer Zeit! Natürlich hat sie keine hochdarmatische Röhre wie Birgit Nilson, aber gerade das macht den Zauber ihrer Isolde aus. Jugendlich, bei aller Perfektion dennoch emotional, dennoch sowohl fesselnd als auch anrührend, ist hier endlich eine singende Isolde. Eine Isolde, die in erster Linie wunderbar singt, wunderbar musiziert, nicht nur den Text heftig deklamiert. Sie macht einem dabei allerdings auch schmerzlich bewußt, mit was für rohen Klängen wir uns heutezutage oft zufrieden geben müssen. Wo sind heute Sänger vom Format einer Maraget Price? Viele gibt es leider nicht!

Ihr ebenbürtig ist die sensationelle Brigitte Fassbaender als Brangäne. Trotz Christa Ludwig ist sie für mich die beste Brangäne, die ich je gehört habe. Und sie passt mit ihrer eminent musikalischen und herrlich gesungenen Brangäne ideal zur Isolde von Margaret Price. Auch klanglich mischen sich diese beiden Stimmen wunderbar. Ich bin ein großer Fan von Brigitte Fassbaender und halte sie für eine der vollkommensten Sängerinnen ihrer Zeit. Was für eine Sängerin, aber auch was für eine Darstellerin. Bei ihr gibt es praktisch nichts zu kritisieren, sie ist der Perfektion nahe! Von welchem Sänger kann man das schon sagen?

In der gleichen Liga agiert der wunderbare König Marke von Kurt Moll. Ihm kann von den jüngeren Sänger (wenn man nicht bis Kipnis zurück gehen will) vermutlich einzig Karl Ridderbusch in der Karajan Aufnahme das Wasser reichen. Ein Marke, herrlich gesungen, voll Emotionalität, voll Ausdruck, auch voller Entäuschung über den Betrug, voller stiller Wut und tiefer, innerer Trauer. Aber auch ein Marke der herrlichen musikalischen Nuancen, ein Marke, dem man auch 10 Stunden statt der 10 Minuten im 2. Akt zuhören könnte.

Etwas problematisch ist die Leistung von Dietrich Fischer-Dieskau, der im ersten Akt die Spottgesänge des Kurwenal ein bisschen arg derb, ja, eher deklamiert als singt. Seine besten Momente sind die Lyrischen, etwas im dritten Akt sein "Bist Du nun tod? ...". Da zeigt sich, welch eminenter Sänger er auch 1982 immer noch war.

Fehlt noch Rene Kollo von den Hauptdarstellern. Er ist der am meisten kritisierte Sänger dieser Aufnahme, und kein Zweifel, sein Trisan ist sicher nicht ideal. Aber welcher Trsitan ist das schon? Sicher, wie gut hätte ein Fritz Wunderlich, wenn er nicht so früh gestorben wäre, in das Konzept dieser Aufnahme gepasst. Aber, leider hat das nicht sollen sein. Und ohne Zweifel war Rene Kollo der beste Tristan seiner Generation und sicher auch der beste, der 1982 verfügbar war. Seine größte Schwäche ist für mich, dass er die Phrasen nicht wirklich klangvoll und entspannt durchsingen kann. Der Klangstrom kling immer ein bisschen gepresst und reisst beim Wechseln des Tones für einen Augenblick ab. Das fällt natürlich besonders neben dem idealen Singen von Margaret Price ein bisschen negativ auf. Aber Rene Kollo hat auch sehr viel zu bieten: ein echt temorales Timbre, dass immer noch recht jugendlich klingt, die gute Durchschlagkraft seiner eigentlich nicht allzu großen Stimme, seine exzellente Diktion. Und vor allem seine unbestrittene Musikalität, mit der er vieles wett macht. Er prasiert vielleicht nicht immer gesangstechnisch ideal, aber immer sehr musikalisch. Er kennst und versteht die Rolle und das Stück aus dem FF - war immer ein ungemein intelligenter Sänger. Und nicht zuletzt, gerade im letzten Akt: er opfert sich voll und ganz in der Rolle auf, er durchleidet die Leiden Tristans. Ohne Zweifel war er einer der großen Singschauspieler seiner Generation. Wer das nicht glaubt, der sehe sich seinen Bayreuther Tristan in der Ponnelle-Inzeneierung an. Wen das nicht rührt, der hat kein Herz.

Die übrigen Sänger sind OK, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob ihrer kleinen Rollen fällt das aber nicht allzusehr ins Gewicht. Die Klangtechnik ist nicht ideal, ein wenig zu indifferent und entferntm finde ich. Was mir aber gut gefällt ist, dass die Sänger nicht so penetrant nach vorne gezogen werden, um uns größere Stimmen vorzugaukeln als wirklich vorhanden, wie das in vielen Aufnahmen neueren Datums der Fall ist. Der Balance zwischen Orchester und Sängern kommt ziemlich gut an eine Live-Aufführung hin. Allenfalls Maraget Price wurde vielleicht ein klein bisschen nach vorne gezogen, könnte ich mir vorstellen.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass dieser Tristian für mich ein singulares Ereignis ist! Achtung, Suchtgefahr!

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34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von vully TOP 100 REZENSENT
Format:Audio CD
Endlich ist die einzige Digitalaufnahme unter den großen Tristan-Aufnahmen in bezahlbarer und technisch noch einmal überarbeiteter Form neu erschienen. Und wie in jeder seiner - leider viel zu wenigen - Aufnahmen macht Carlos Kleiber am Pult den entscheidenden Unterschied aus:

Kein anderer Dirigent hielt sich so genau an die dynamischen Anweisungen der Komponisten, trotzdem wirkt keine seiner Aufnahmen akademisch. Seine Tempi sind immer flott, aber nie überhetzt, sondern leidenschaftlich. Hier wird Wagner auch endlich einmal nicht durchgehend laut gespielt. Und gerade durch diese leisere, unglaublich farbige Grundauffassung wirken die dramatischen Ausbrüche um so brutaler, heftiger. Nach dem Anhören dieser Einspielung wirkt jede andere oberflächlich, unsensibel.

Leider hatte Kleiber das Pech, dass er im Vergleich zu früheren Aufnahmen zwar erheblich bessere technische Voraussetzungen zur Verfügung hatte, aber nur noch bedingt die hierfür geeigneten Sänger:

Während Herbert von Karajan zehn Jahre vorher noch Jon Vickers als Tristan zur Verfügung gehabt hatte, musste Kleiber mit einem Rene Kollo Vorlieb nehmen, der seine besten Jahre hörbar auch schon hinter sich hatte: Hatte er in jungen Jahren (Meistersinger unter Karajan) noch über eine recht freie, in der Höhe sogar leuchtende Stimme verfügt, klingt er hier oberhalb der Mittellage nasal, eng, blechern. Hohe Töne werden - auch und gerade in den lyrischen Passagen - mit Kraft hochgequetscht, klingen hart und flach. Zu Gunsten Kollos muss man sagen, dass er zum einen in den tieferen, leisen Passagen den Text sehr plastisch ausdeutet und v. a. im dritten Akt sehr überzeugend leidet - dies allerdings nicht mit musikalischen Mitteln, sondern durch hörbare Überschreitung seiner stimmlichen Grenzen.

Margaret Price war alles andere als eine typische Isolde, sondern eine lyrische Sopranistin und Mozart-Spezialistin, die die Isolde nie auf der Bühne gesungen hat. Ihre Verpflichtung war ein umstrittenes Experiment - und wurde eine Sensation! Sie ist die mädchenhafteste, zarteste aller Isolden, macht aber trotzdem nie den Eindruck, stimmlich überfordert zu sein. Die erfahrene Liedinterpretin lotet die Nuancen der Rolle voll aus und macht dadurch vor allem den ersten Akt - zusammen mit der kongenialen Brigitte Fassbaender - zu einem Psychokrimi. Nach der jungen Kirsten Flagstad (wegen der doch noch größeren stimmlichen Reserven) und neben der glühend dramatischen Birgit Nilsson vielleicht die rundum überzeugendste Isolde überhaupt.

Geradezu tragisch die Leistung von Dietrich Fischer-Dieskau: Dass er einmal ein großartiger Kurwenal gewesen war, trotz seiner dafür eigentlich zu leichten, hellen Stimme, hatte er unter Furtwängler bewiesen - leider schon 30 Jahre früher! Er hätte sich die Neuauflage und damit Kommentare wie "dünn, jammernd, abgesungen" ersparen sollen. Warum Kleiber nicht den damals noch erheblich frischeren Walter Berry oder gleich einen jüngeren Sänger verpflichtet hat, verstehe ich bis heute nicht.

Großartig dagegen die herb-energische Brangäne von Brigitte Fassbaender - fast noch intensiver als, wenn auch stimmlich nicht so souverän wie Christa Ludwig. Überragend auch Kurt Molls väterlicher Marke mit seiner schwarzsamtenen Stimme. Ein König vom Kaliber eines Kipnis, Weber, Talvela. Auch die Nebenrollen sind mehr als nur gut besetzt (besonders beeindruckend: der 72jährige Anton Dermota als "junger Hirt").

Hätte Kleiber einen besseren Kurwenal und einen Tristan von der Klasse eines Vickers, Suthaus oder Melchior zur Verfügung gehabt - er hätte die Furtwängler-Aufnahme von 1953 als beste Studio-Aufnahme ablösen können und wir müssten auch nicht mehr live-Aufnahmen von 1936 hinterhertrauern. So aber bleibt auch bei dieser kostbaren Aufnahme ein unerfüllter Rest.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Eine der spannendsten AufnahmenFür diese Aufnahme spricht besonders C. Kleibers fesselnde Interpretation der Partitur, die er auch durch seine Sänger verwirklichen lässt, so gut es denn geht. Am besten vermitteln dies Margaret Price (Isolde), Brigitte Fassbänder (Brangäne) und Kurt Moll (Marke). René Kollo als Tristan ist sehr bemüht um Dynamikwechsel und um die sinnvolle Gestaltung von Phrasen, allerdings fehlen inzwischen die stimmlichen Mittel. Ob es zur Zeit der Aufnahme einen besseren Tristandarsteller gab, ist schwer zu sagen (um Spas Wenkoff beispielsweise machte die Plattenindustrie einen Bogen). Anzumerken ist noch die widersprüchliche Tatsache, dass Margaret Price ihre lyrische Isolde gerade deshalb gelingt, weil sie auf der Bühne keine Wagnerpartien interpretierte, während Kollo wohl gerade durch seine Festlegung auf Wagnerrollen seine Stimme stark beeinträchtigt hat.
Fanatikern sei die von Margaret Price gesungene Variante in Isoldes Klage im III. Akt ("Ganz ohne Huld meiner Leidens-Schuld?") ans Herz gelegt, die ich so in keiner andere Aufnahme gehört habe.
Fischer-Dieskau (Kurwenal) klingt (auch altersbedingt) recht überfordert - Vermutlich hätte er sich mit einer kleineren Rolle bescheiden sollen wie Anton Dermota, der als Hirt noch zu überzeugen weiß. Da die Gesamtkonzeption zählt, gerät die Aufnahme durchaus eindringlicher als beispielsweise Karajans (trotz Jon Vickers` überzeugenderem Tristan). Die gelungenste Aufnahme ist meines Erachtens die unter Karl Böhm (Bayreuth, 1966, Nilsson, Windgassen).
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