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Wagner Theater
 
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Wagner Theater [Gebundene Ausgabe]

Nike Wagner
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 437 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 1. Aufl. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458168982
  • ISBN-13: 978-3458168980
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,5 x 4,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Die Wahnfried-Saga

Ein Essay-Band von Nike Wagner

Wolfgang Wagner, Enkel Richards des Grossen und Leiter der Bayreuther Festspiele auf Lebenszeit, wird dieses Jahr achtzig. Von Rücktritt ist nicht die Rede – zum Leidwesen derer, die an der Kunst Richard Wagners in Bayreuth interessiert sind, zum Leidwesen vor allem der Generation der Urenkel, in der es zumindest drei Anwärter auf die Thronfolge gibt. Am stillsten ist es um Eva Wagner; die 1945 geborene Tochter aus Wolfgang Wagners erster Ehe hat sich an verschiedenen Opernhäusern ein solides Handwerk erarbeitet und steht gerüstet da. Heftig gestikuliert dafür ihr um zwei Jahre jüngerer Bruder Gottfried Wagner, dessen Autobiographie «Wer nicht mit dem Wolf heult» von 1997 einen starken Löffel Salz in die Bayreuther Wunde der nationalsozialistischen Vergangenheit geschüttet hat. Und nun ist auch Nike Wagner auf den Plan getreten, die 1945 geborene Tochter Wieland Wagners, die sich als Literaturwissenschafterin einen Namen geschaffen und mit eindeutigen Äusserungen zum Betrieb in Bayreuth von sich reden gemacht hat.

Ihr Buch mit dem Titel «Wagner Theater» – das Fehlen des Bindestrichs kann man verschieden interpretieren – erscheint äusserlich als ein Essay-Band in zwei Teilen. Zunächst, in einer Reihe kürzerer Texte, gilt die Aufmerksamkeit dem Werk Wagners und seiner Rezeptionsgeschichte – bis hin zur Entwicklung der Bayreuther Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Beitrag, den Wieland Wagner dazu geleistet hat. Darauf folgend dann ein weiter ausholender Beitrag, der die Geschichte der Familie Wagner seit dem Einzug in Bayreuth schildert. Zusammengehalten werden die thematisch disparaten Elemente des Buchs durch einen originellen, konsequent durchgehaltenen methodischen Ansatz. Anders als ihr Vetter Gottfried scheint Nike Wagner nicht explizit daran zu leiden, dass sie nun gerade dieser Familie entstammt; sie thematisiert es vielmehr und führt damit den autobiographischen Ansatz fruchtbar ins Allgemeine weiter. Mit psychologischem Scharfblick werden in den Werken zwischen dem «Fliegenden Holländer» und «Parsifal» jene Machtstrukturen analysiert, die letztlich auch in der Familiengeschichte zum Ausdruck kommen. Dabei bleibt die Autorin, so luzid ihre Einsichten sind und so dezidiert ihre Schlussfolgerungen ausfallen, im Ton jederzeit sachlich und zurückhaltend.

Zwei Prinzipien sieht Nike Wagner in den Werken ihres Urgrossvaters und in den Verwicklungen der Familiengeschichte walten. Das «Ring»-Prinzip steht für Dynamik und Kampf, für das Streben nach Vormacht und den gnadenlosen Umgang mit der Konkurrenz – und kein Problem bietet sich, diesem Prinzip in der Tetralogie wie in der Familiengeschichte, etwa in den Spannungen zwischen den Brüdern Wieland und Wolfgang Wagner, nachzugehen. Auf der anderen Seite dann das «Grals-Prinzip», das Bewahren des Gegebenen und das lebensfeindliche Abwehren neuer Strömungen – wie es im «Parsifal» angesprochen und es in Cosima Wagner und ihrem Enkel Wolfgang verwirklicht ist. Auf zahlreichen Nebenwegen werden weitere fruchtbare Denkansätze gewonnen, wird etwa das Motiv des Inzests im «Ring» und die in der Familiengeschichte verbreitete Neigung junger Frauen zu älteren Männern verfolgt. Von besonderem Interesse sind Nike Wagners Ausführungen zu Kunst und Leben ihres Vaters Wieland. Um die Bewunderung Wieland Wagners für und seine Protektion durch Hitler wird kein Geheimnis gemacht, und offen dargestellt werden seine erotischen Eskapaden bis hin zur Beziehung mit Anja Silia – wobei die Autorin ihrer Mutter Gertrud Wagner alle Gerechtigkeit widerfahren lässt. Und dann die Geschichte der, wie es Nike Wagner sagt, Theaterfamilie, die Familientheater macht: mit einigen ungewöhnlichen Akzentsetzungen, etwa der Heraushebung der sogenannten Schweizer Linie, die von Franz Beidler ausgegangen ist, und dem kräftig untermauerten Hinweis darauf, wie konsequent Frauen von den Führungspositionen ferngehalten worden sind. Nun ja, ein Positionsbezug im Hinblick auf die Nachfolgeregelung in Bayreuth soll dieses Buch natürlich nicht zuletzt auch sein.

Peter Hagmann

Kurzbeschreibung

Die Musik- und Literaturwissenschaftlerin Nike Wagner, Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, hat die Geschichte ihrer Familie aufgeschrieben. Mit großer Authentizität und dem Wissen um Hintergründe und Zusammenhänge, das nur ein Familienmitglied haben kann, schildert sie die Zeit von der Festspieleröffnung 1874 bis heute und befaßt sich mit den politischen und kulturhistorischen Verflechtungen des Festspielorts Bayreuth.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einfach faszinierend, 13. Juli 2008
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert. Nike Wagner schreibt nicht nur faszinierend über ihre Familie (das wäre sowieso zu erwarten), sondern auch - und das ist was meines Erachtens das Buch einfach genial macht - über die Opern Richard Wagners als Kunstwerke, von denen wir uns noch heute angesprochen fühlen, und die ihren Anspruch auf Avantgarde im Lauf der Zeit keineswegs verloren haben. Besonders gelungen scheint mir der Aufsatz, den die Autorin den »Meistersingern von Nürnberg« widmet. Obwohl ich persöhnlich Nike Wagners »Unbehagen zum Parsifal« nicht teile, fand ich ihre Auseinandersetzung mit den zum Parsifal gehörenden Problemen nichtsdestoweniger interessant. Möge Frau Wagner sich künftig dazu veranlasst fühlen, neue Bücher zum Thema Hermeneutik der Werke Richard Wagners zu verfassen.
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