Für dieses Aufführungsprojekt der kaum gespielten Wagner Oper, die in ihrer musikalischen Konzeption noch mehr der Grand Opera zuzuordnen ist, bevor das wagnersche Musikdrama Gestalt angenommen hatte,verwendete der Dirigent Wolfgang Sawallisch an der Bayrischen Staatsoper die Partitur der neuen Gesamtausgabe, die aber nicht mehr auf die seit Kriegsende verschollene Originalpartitur zurückgreifen konnte. Herausgekommen ist ein vierstündiges Konzept, der ursprünglich sechsstündigen Oper, die allerdings nie gedruckt wurde. Es wurde allerdings keine Szene ausgelassen.
Außerdem erklingt in dieser Live-Aufnahme zum ersten mal seit 1842 wieder die Ouvertüre zu Rienzis Fall, die wiederentdeckte Ouvertüre, die Wagner für eine Aufführung des Werkes an zwei Abenden gedacht hatte.
Für die Rolle des Adriano setzte man den hohen Bariton John Janssen ein. Ursprünglich hatte Wagner die Hosenrolle Wilhelmine Schröder-Devrient zugedacht.
Die live Qualität der Aufnahme ist sehr gut. Die typische live Anmutung der Stimmen bleibt erhalten, das was live Aufnahmen Studio-Einspielungen voraus haben. Das ganz besondere Flair was live Stimmen ausmacht und in keiner Studio-Einspielung erreicht wird.
Das gesamte sängerische Ensemble ist sehr gut. Der Chor herausragend.Rene Kollo singt einen beeindruckenden Rienzi.Ich habe ihn einmal live als Stolzing gehört auch mit guter Leistung.
Auch der Colonna von Jan Hendrik Rootering ist substanzvoll involvierend. Jon Janssen singt einen durchaus überzeugenden Adriano. Cheryl Studer kann als Irene insgesamt gefallen.
Wolfgang Sawallisch dirigiert sehr beeindruckend.
Insgesamt ein Rienzi, der in seiner live Präsenz, sehr gefallen kann.