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Die Sänger sind ausgezeichnet, Franz Crass hat Noblesse und Schlichtheit und verzichtet im Sinne des Gesamtkonzepts auf großes Pathos. Gwyneth Jones auf Platten ist immer Geschmackssache: Die einen lieben ihre beispiellose Hingabe, die anderen stört ihr starkes vibrato. Jedenfalls hat man die berühmten Schreie zu Beginn des zweiten Aktes wohl nie markerschütternder gehört. Wer Jones (und Nilsson, Gruß an den Vorrezensenten) live gehört hat, weiß, dass ihre Stimme riesig war, Nilsson (die diese Partie nie gesungen hat) war wohl fokussierter, aber die Jones, wenn möglich, noch lauter, und was hier wichtig ist, enthemmter. Diese Art Stimmen sind nun mal schwer mit Mikrofonen einzufangen.
Stewart, King (mit etwas störendem Akzent), McIntyre bieten ausgezeichnetes Niveau, die technische Realisierung des live- Mitschnitts/ Zusammenschnitts ist hervorragend: Wer also eine Alternative zur großen Geste Karajans, Soltis, Levines sucht, findet hier einen sehr originellen Interpretationsansatz, der seine Tradition vielleicht in Clemens Krauss' Interpretation von 1953 hat - leider starb Krauss schon 1954, so daß er nur einen Nachkriegssommer in Bayreuth dirigierte.
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