Angeschafft für die Komplettrenovierung einer 3-Zimmer Altbauwohnung. Da die Decken sehr hoch und die Räume absolut leer waren kam die Idee einer Sprühpistole an Stelle von Rolle und Pinsel auf.
Mit kleineren Geräten zum lackieren hatte ich schon recht gute Erfahrungen gemacht und da nun ca. 80 qm Wohnfläche zu "streichen" waren kam ein Gerät mit angeschraubtem Einzeltank nicht in Frage; also wurde direkt geklotzt und das große Gerät gekauft. Zu Anfang hatte ich ein wenig Bedenken: Relativ hoher Preis, akkurates Abkleben ist erforderlich, wie gut und gleichmäßig ist die Farbverteilung, ...
Zum Glück erwiesen sich diese Bedenken allerdings schnell als gegenstandslos!
Eines noch vorab: Man sollte unbedingt einen Einwegoverall, Kappe und Schutzbrille benutzen denn der Farbnebel schwebt, gerade beim arbeiten an der Decke, überall herum. Die schönen Fotos im Werbeprospekt sind schlicht und ergreifend gefaked!
Lieferumfang:
Neben dem eigentlichen Gerät, Ersatzdichtungen und Fett liegt eine relativ ausführliche Bedienungsanleitung mit Bildern, Texten und einigen Tipps und Hinweisen sowie eine unnötige DVD bei. Das Ganze ist sicher verpackt aber so nie wieder in den Karton zu bekommen...
Zusammenbau:
Teilweise ein wenig "tricky", gelang der Zusammenbau recht problemlos innerhalb von ca. 15 Minuten. Mitunter war mir nicht ganz klar was in der Zeichnung bzw. Beschreibung genau gemeint war aber, viel Interpretationsspielraum bleibt nicht.
Zur Vorbereitung:
Ja, es dauert länger ein Zimmer komplett abzukleben. Da auch die Decken gefärbt werden mussten konnte ich mir hier aber ein wenig Zeit sparen. Effektiv habe ich, im Vergleich zum Abkleben eines Zimmers das "nur" gerollt werden muss, aber maximal 30 Minuten länger benötigt. Türen und Fenster wurden mit einfachen Abdeckplanen komplett abgedichtet, ebenso der Boden. Auch beim herkömmlichen streichen kommt man ja um das Abkleben von Fussleisten, Fensterrahmen, Schalter etc. nicht herum. Hier wurde halt in größerem Maßstab abgedeckt.
Tip: ca. 50mm breites Malerkrepp hält ausreichend Abdeckplane und Fußleiste dicht.
Das eigentliche Arbeiten:
Das Gerät macht in etwa so viel Lärm wie ein Staubsauger, das ist aber ohne weiteres auszuhalten. Durch die lange Lanze waren auch die Altbaudecken (ca. 3,50 hoch) ohne Leiter o. ä. problemlos zu erreichen und wurden schön gleichmäßig gefärbt.
Die Farbe (Alpina weiß, teilweise abgetönt) wurde unverdünnt entnommen. Ein entsprechender Verarbeitungshinweis fand sich auch auf dem Gebindeeimer. Ich behaupte jetzt einfach einmal, dass man hier nicht am falschen Ende sparen sollte.
Der Druck den das Gerät aufbaut ist recht hoch; so kann es passieren, dass zu dünne Abdeckplanen beim unvorsichtigen hantieren schlicht "durchgeblasen" werden. Bei Arbeitspausen oder wenn der Farbeimer und das Gerät umgestellt werden müssen sollte man also entweder das Gerät kurz ausschalten oder die Lanze möglichst nicht direkt vor die Plane einer offenen Tür halten... Okay, hinterher habe ich dann besser aufgepasst.
Dadurch, dass man nur die Sprühlanze halten muss ist das Ganze sehr ermüdungsfrei zu bedienen. Der Farbauftrag ist schön gleichmäßig und durch die Verstellmöglichkeiten an der Düse lassen sich auch enge Stellen relativ einfach einfärben ohne, dass zuviel Farbnebel woanders hin kommt.
Für ein Zimmer von ca. 25 qm (2 vollflächige Wände, 1* mit Tür, 1* mit Fenster) benötigte ich, inklusive der Decke, ca. 45 Minuten. Mit Pinsel und Rolle wäre ich in dieser Zeit wahrscheinlich erst halb so weit gewesen!
Handhabung:
Wie gesagt, die Lanze lässt sich ermüdungsfrei einsetzen. Einziges Manko ist der Balanceakt wenn Farbeimer und Gerät an eine andere Stelle verschoben werden müssen. Hilfsweise habe ich dann beides auf einen "Hund" gestellt der rundum mit 50mm-Leisten eingerahmt wurde; so waren Positionsänderungen dann kein Problem mehr.
Nach der Arbeit:
Das Reinigen ist zwar relativ aufwendig aber ebenfalls problemlos durchzuführen. Den Ansaugschlauch in einen Eimer mit sauberem Wasser einhängen und das Gerät durchspülen lassen. Nach ca. 20 l war das System sauber. (Wie viel Liter Wasser benötigt man um Pinsel und Farbrolle wieder eingermaßen sauber zu bekommen?). Den außen entstandenen Farbnebel kann man ebenfalls mit ein wenig Wasser und einem Lappen einfach entfernen so lange die Farbe noch frisch ist. Nach ca. 15 Minuten war alles wieder in Ordnung.
Ergebnis:
Absolut streifenfreier und gleichmäßiger Farbauftrag, der Farbverbrauch ist wesentlich niedriger als von der Rolle her gewohnt. Durch das berührungsfreie Arbeiten bleibt der Putz an der Wand und findet sich nicht plötzlich in der Rolle wieder. Das Ganze ohne hinterher schwere Arme zu haben oder vom Deckenstreichen vollkommen mit Farbe vollgekleckert zu sein (vom Farbnebel einmal abgesehen).
Das einfärben von 4 Räumen (Zimmer und Flur) war an einem (langen) Tag komplett erledigt, inklusive dem Abkleben!
Das mühselige und zeitaufwendige Streichen der Ecken, Fensterrahmen etc. entfällt ersatzlos! Spätestens hier holt man den höheren Abklebeaufwand wieder heraus.
Fazit:
Absolut weiter zu empfehlen!
Den 5 Stern gibt es nicht, dafür sind ein paar Kleinigkeiten verbesserungswürdig:
1. Transportptoblem.
Wie gesagt, mit einem rollenden Unterbau für Farbeimer und Sprühgerät geht es wesentlich besser. Der Schlauch zur Lanze ist eigentlich lang genug aber zum Beispiel in langen Fluren wird es halt mal etwas eng.
2. Befestigung der Luftschläuche.
Der sogenannte Steuerschlauch sprang mir 2 Mal von der Lanze ab. Kein Drama; man wundert sich nur wo die Farbe bleibt... Hier sind die Klemmen, die diesen Schaluch festhalten, ein wenig weit geraten. Ich habe dann einfach einmal Klebeband zur Fixierung eingesetzt. Hält.