"... Ah verdammt, ich meinte ohne!"
Wie es scheint war der Ober zu dem Zeitpunkt schon nicht-mehr in Hörreichweite.
Zuerst einmal die Positiven Aspekte:
-Die OLEDs sind weg!
Warum das Positiv sein soll?
Weil stattdessen eine viel praktischere Funktion eingebaut worden ist: sobald man eine Taste leicht berührt wird angezeigt welche Funktion diese Taste hat.
Außerdem sind die Tasten besser gekennzeichnet als beim Intuos4er sodass man durch bloßes ertasten sofort weiß welche Taste welche ist.
Ich persönlich schaue nämlich nie auf mein Grafiktablett wenn ich zeichne, schreibe oder sonst-wie kreiere.
-Die Tablett Oberfläche ist weniger rau als das intuos4
Empfinde ich als angenehmer zu dem in diesem Zusammenhang eigentlichen erwarteten Vorteil "Minenverbrauch" komme ich aber noch.
-Touch
Ja es bereichert das Tablet ungemein, allerdings wird dieser Punkt nicht allein positiv bleiben, und das nicht nur wegen den, von vielen bereits bemängelten Lags sondern auch aus einem anderen Grund aber dazu später mehr.
-Die Tablett Oberfläche ist durchgehend über den spezifizierten Malbereich hinaus aus einer einzigen Fläche!
Hier hat Wacom eindeutig auf die Kunden gehört, denn nichts ist nerviger als spürbare Ränder an deiner Zeichenfläche, stattdessen geht man jetzt den Weg mit der Markierung der Malfläche durch beleuchtete Dreiecke, ein gelungener Schritt!
-Alles was Wacom schon immer ausmachte:
Von der Buildquality der Ware über die feine Druckpunkt Erkennung, bis zur Präzision hier ist alles beim Alten und alles wie immer Positiv.
Neutrale Punkte wären dann:
-Der gummierte Rahmen
Beim Vorgänger hatten wir eine kratzeranfällige Klavierlack Optik, hier haben wir eine verbrauchsanfällige Gummischicht wie bei einigen Computermäusen. Hier muss sich noch zeigen wie diese durchhält, leicht zu säubern ist sie jedenfalls nicht.
-Das neue Wireless
Mag ja besser sein als beim Vorgänger, aber 40 Euro mehr muss ich bei diesem Preis nicht auch noch in Kauf nehmen sorry.
-Alles beim Alten
Der Stift ist der gleiche wie bei der Vorgängergeneration, dies hat zwar den Vorteil der abwärts Kompatibilität mit alten Minen, aber das technisch neue fehlt einfach wie schon beim ganzen Pad, klar es gibt jetzt Touch und ja es gibt etliche Detailverbesserungen die das Tablet definitiv als würdigen Nachfolger hinstellen, da teilweise auch genau auf die Kritik der Kunden eingegangen wurde, aber was Druckempfindlichkeit oder die Generelle Designentscheidung angeht hat man eben auch nichts neues gewagt, dies ist aber in meinen Augen weder als wirklich gut noch als wirklich schlecht zu werten.
Die Negativen Punkte sitzen dabei wahrscheinlich vor allem in der Software, hoffen wir einfach mal, vorab aber erstmal noch 2 Hardwaremängel:
-Nach 2-3 tägiger Nutzung bereits sehr feine Kratzer auf der Oberfläche
-Minen verbrauchen sich trotz glatterem Feld ähnlich schnell wie beim Intuos4
Dies gillt zwar nur für harte Drücker (jaja ich weiß :P) aber davon gab es ja schon beim Intuos4 einige, deshalb sollte das hier nicht unerwähnt bleiben, tatsächlich rede ich hier über den normalen Anpressdruck eine normalen Füllers, um beim schreiben das nötige Maß an Kontrolle zu gewinnen, bereits jener ließ die Standardmine innerhalb von ca. 4-5 Tagen stark abnutzen, normalerweise Arbeite ich mit sanfterem Druck, aber für Testzwecke ist fast alles heilig was das Gerät nicht droht zu zerstören, Ersatzminen waren eh schon geordert.
Was die Kratzer angeht, so bin ich ernsthaft verwirrt. Diese sind zwar sehr fein und nur aus einem einzigen Blickwinkel wirklich zu sehn, aber das Oberflächenmaterial schätzte ich eigentlich als noch härter ein als das Oberflächenmaterial des Intuos4. Mann muss aber dazu sagen, dass die Kratzer noch feiner sind als ein Haar, der Langzeittest muss zeigen wo uns dass noch hinführt.
Nun zur Software:
- Hier muss ich derzeit einen noch recht desolaten Zustand feststellen.
Zuerst mal stürzt ständig die Touch-Funktion in Corel Paint oder Photoshop ab (JA, BEIDE SIND GEKAUFT! nur um das gleich vorab zu klären :P). DAS kann meiner Meinung nach bei einem so teuren Gerät einfach nicht angehen! Um dieses Problem zu beheben muss man das Gerät komplett vom PC entfernen und neu anschließen, ein einfaches De- und Aktivieren der Touch Funktion reicht nicht aus. Ist zwar eine Sache von Sekunden stört den Zeichenfluss aber wirklich sehr!
Dies passiert übrigens auf 32 und 64 bit Systemen gleichermaßen.
Ein weiteres hoffentlich Software basierendes Problem findet man ebenfalls bei der Touch Funktion vor.
Ich bin im Besitz eines Lappis mit i7-2640M, lediglich 4GB Ram (ich denke das hier das Problem liegt) und einer 525iger M Geforce alles mit Win7 Prof. 32-bit.
Die Touchfunktion ist hier keine echte Freude, da sie schlicht und ergreifend zu grob und zu laggy Arbeitet, zumindest letzteres Problem habe ich jedoch bei meinem Rechner mit i7-2600k @4.5, 6GBRam und HD5850 Ati/AMD Karte nicht, hier läuft alles über Win7 Ultimate 64-bit.
Also braucht die Touch Funktion entweder enorm viel Leistung, oder sie arbeitet mit mehr Ram und unter 64bit besser, wer weiß...
Als wäre das noch nicht genug scheint die Touch Funktion unter Corel Paint (und nur dort) unabhängig vom System teilweise Geisterbefehle zu erhalten, zwar arbeitet sie meist dann nicht wenn man es will (in Verbindung mit Corel übrigens häufiger Abstürze als mit Photoshop CS5, kann aber auch Zufall sein)aber sie macht beim Wechsel von Radierer auf Stift oder umgekehrt plötzlich unerklärliche Dinge, selbst dann noch wenn die Hand sich bereits vom Tablet entfernt hat.
Lustige Beobachtung am Rande ist übrigens dass einzig und allein PS Elements keines dieser Probleme aufzuweisen scheint.
Was also halte ich von dem Tablet, ist es empfehlenswert?
JA definitiv
Auch wenn man bereits ein Intuos4 hat?
Nur wenn man partout kein Keyboard oder Maus auf dem Tisch haben will, so wie ich. Seit Tagen habe ich nicht ein einzige Mal meine Maus oder meine Tastatur benutzt einzige Ausnahme stellt dabei die Kennworteingabe beim Benutzerkonto dar, sonst wirklich nie, nicht einmal zum Schreiben.
Erst jetzt habe ich mich zugunsten der Reviews wieder meiner Tastatur zugewandt, da das dann doch deutlich flotter geht als alles per Hand in die Schrifterkennung zu schreiben.
Eine Maus ist momentan aber nicht-einmal angeschlossen.
Jetzt kaufen oder warten oder gar zum Intuos4 greifen da die Software eh fehlerhaft ist?
Eine Frage die ich schlecht beantworten kann, Wacom Tablets fallen aufgrund mangelnder Konkurrenz eher langsam im Preis, somit sehe ich eher keinen Grund noch zu warten, ein Neukauf eines Intuos4 wäre aber purer Unsinn, da somit die bessere Wireless Lösung komplett entfällt, man sich mit vielen Kleinigkeiten herumärgert die beim Intuos5 einfach besser gelöst wurden (Knopfbedienung, Rahmen neben der Malfläche etc.) und zu guter Letzt Software Updates definitiv kommen werden! Da würde ich mir bei Wacom keine Sorgen machen, dennoch muss sich das Tablet erstmal seinen 5ten Stern verdienen, sollten sich die Unzulänglichkeiten auflösen werde ich meine Wertung nochmal anheben, wenn dies nicht der Fall ist werde ich einen Stern abwerten, denn es kann nicht sein dass eins der Main features nicht funktioniert wie es soll.
Update: 25.04.2012
Unter direktem Lichteinfall sind die Gebrauchsspuren mittlerweile sehr deutlich zu erkennen. Funktions-technisch hat dies bisher jedoch keine Auswirkungen gehabt, auch ist es unter normaler Beleuchtung jetzt nicht so dass es sofort ins Auge springen würde.
Die Kratzer-Anfälligkeit ist jedoch definitiv stärker als beim Intuos 4, schade, natürlich gab es auch dort Kratzer aber nicht nach so kurzer Zeit in diesem Ausmaß.
Ein neuer Treiber ist vorläufig ebenfalls noch nicht in Sicht, allerdings ist das Tablett auch noch neu und noch nicht sehr verbreitet, noch heißt es also abwarten.
Wacom sollte sich mit der Fehlerbereinigung allerdings trotzdem nicht zu viel Zeit lassen!
Update: 16.07.2012
#Der 6.32 Treiber war leider nicht das gelbe vom Ei, zwar wurden sich einiger Fehler angenommen andere verbleiben jedoch und wieder andere sind neu aufgetreten.
Keiner der Bugs die in meiner Rezension beschrieben worden sind wurden korrigiert, abgesehen von den Geisterbefehlen in Corel Paint die nun scheinbar nicht mehr auftreten, jedoch stürzt die Touch Funktion nach wie vor ab etc.
Im Verlaufe der Arbeit sind mir noch 2 andere Bugs aufgefallen, einer davon ist allerdings mit 6.32 erst dazu gekommen.
Dieser betrifft die Zoom-Funktion in Corel Paint.
Egal was man für Einstellungen vorgenommen hat, Pinch to Zoom funktioniert nicht mehr, stattdessen wird plötzlich das 2 Finger-Scrollen als Zoom Eingabe erkannt und die PtZ Geste versucht die Eingabe irgendwie als Scrollbefehl zu interpretieren was natürlich misslingt.
Ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt, es ist möglich dass es dafür bereits einen Workaround in einem der Foren gibt aber ich sehe hier Wacom im Zugzwang.
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