Eigentlich habe ich mir das Tablet nur zum Spaß gekauft. Aber wie so oft, wird aus Spaß ganz schnell Ernst.
Das Bamboo hat mich in seinen Bann gezogen und wird mich auch so schnell nicht mehr los lassen.
Hier eine relativ ausführliche Rezension:
AUSSEHEN: Das Produkt kommt in einer grünen Verpackung, die nicht zu kindisch wirkt, das Produkt aber auch nicht langweilig gestaltet. Auge und Kopf fühlen sich hier gut aufgehoben. Öffnet man die Schachtel, erkennt man die Platzhalterform, in der alle Einzelteile übersichtlich untergebracht sind. Hier wurde wirklich nicht mehr Platz verbraucht, als nötig gewesen wäre.
Das Tablet selber ist auf der Oberfläche mattschwarz, auf der Unterseite lime-grün, trägt am Kopfende den Steckplatz für das mitgelieferte USB-Kabel und auf der Fußseite eine Lasche, die als Stifthalterung dient. Ist das Gerät mit Strom versorgt, leuchtet eine blaue, schlitzförmige LED, die, sobald der Stift mit dem Gerät kommuniziert, stärker aufleuchtet.
Der Stift hat den Durchmesser eines handelsüblichen Rollerballs oder Füllfederhalters. Am einen Ende befindet sich die Spitze, mit der man auf dem Tablet arbeitet, am anderen Ende einen grünen Punkt, passend zum Tablet-Design. Außerdem besitzt er an der Seite eine langgezogene Wipptaste, mit der weitere Funktionen möglich sind.
AUFBAU/INSTALLATION/HANDLING: Einfacher gehts fast nicht mehr. Tablet per USB-Kabel verbinden, Windows (XP) installiert die Grundfunktion automatisch. Für alle weiteren Möglichkeiten, wie beispielsweise der "Bamboo Dock-Station" wird einfach die CD ins Laufwerk geschoben.
Des Weiteren liegt ein Quickstart-Booklet bei, in dem alle Schritte erklärt sind. Man kann also absolut NICHTS falsch machen. Für die Installation des im Umfang enthaltenen ArtRage-Zeichenprogramms wird allerdings Zugang zum Internet benötigt. Menschen, die diese Rezension lesen können und überlegen, das Produkt bei Amazon zu ordern, werden allerdings auch in der Lage sein, das Software-Paket hrunterzuladen.
Hierzu wird zunächst das Tablet auf der Wacom-Seite registriert, anschließend der mitgelieferte Download-Code eingegeben, sodass der Download Link zu ArtRage erscheint. Der Download ist 20 MB groß, bei mir dauerte der komplette Vorgang mit allem Drum und Dran keine 10 Minuten.
Der Stift wiegt fast nichts und liegt mir sehr gut in der Hand. Linkshänder, denen das USB-Kabel im Weg ist, können das Tablet umdrehen und auf "Linkshänder" stellen.
FUNKTIONSWEISE/MÖGLICHKEITEN: Der Funktionsumfang des Bamboo wird für Anfänger in einem Tutorial beim Start der Dock-Station erklärt. Im groben hält man den Stift mit der Spitze auf die Arbeitsfläche, in maximal 3 mm Entfernung. HiermitR kann man nun den Mouse-Zeiger bewegen. Idealerweise wird hierbei fiktiv der Bildschirm auf die Arbeitsfläche übertragen. Setze ich den Stift also in der oberen linken Ecke an, teleportiert sich der Mouse-Zeiger in die obere linke Ecke des Bildschirms. Ziehe ich den Stift über das Tablet, bewegt sich der Mouse-Zeiger in die entsprechende Richtung. Berühre ich das Tablet mit der Stiftspitze, wird an gleicher Stelle ein Links-Klick ausgeführt. Tippe ich 2 mal, erhalte ich somit einen Doppelklick. Die obere Funktionstaste am Stift stellt hierbei einen Rechtsklick dar. Die untere Taste hält standardmäßig die Scrollfunktion bereit. Durch die Form der Wipptaste sind beide Tasten gut zu erreichen, egal ob ich sie mit dem Daumen, oder dem Zeigefinger steuern will. Man erhält mit dem Pad also einen völlig funktionierenden Mouse-Ersatz.
Hierbei ist zu beachten, dass die Funktionen der beiden Funktionstasten in der DockStation geändet werden können!
Die Dockstation bietet, neben dem Tutorial und den Eigenschaften, verschiedene kleine Apps, die die Möglichkeiten des Bamboo witzig ausnutzen.
Das Zeichenprogramm ArtRage wurde von mir noch nicht ausgiebig getestet, besitzt aber schon jetzt für mich ein super Zeichenbrett, mit einer großen Auswahl an Stiften und Möglichkeiten, zum Beispiel dem Verlaufen/Mischen von Farbe, wenn man den Wasserfarbpinsel benutzt. Im Zusammenhang mit dem druckempfindlichen Stift kann man so auch die Auftragungsdicke der Farben bestimmen. Je fester ich drücke, desto kräftiger wird die Farbe aufgetragen.
MINUSPUNKTE:
- Da ich mit der freischwebenden Hand leicht zittere, gelingt mir nicht immer auf Anhieb der "Rechtsklick", da ich die Objekte oft wegziehe. Diese Problem kann ich jedoch umgehen, indem ich die Taste zum Rechtsklick gedrückt lasse, den Stift aufs Pad Setze und erst dann loslasse.
- Das Software-Paket hätte ruhig auf einer eigenen CD mitgeliefert werden können. So hatte ich das Problem, dass ich 3 Tage lang ohne Zeichenprogramm auskommen musste, zudem ohne dem Wissen, wo genau der Fehler liegt. Das Problem wurde allerdings am Wochenende durch Wacom behoben, zusätzlich bietet der Support einen mehr als nur guten Service.
- Das USB-Kabel hätte länger gekonnt. Das Tablet ist anscheinend auf Laptop-Nutzer zugeschnitten, die nicht so viel Platz brauchen. Der Weg vom Tablet in meinen Tower-PC wurde durch eine USB-Verlängerung überbrückt.
FAZIT: Bin echt zufrieden mit dem Teil. Ich hatte erst überlegt, meine Mouse komplett abzustöpseln, allerdings weiß ich nicht, wie sich das Tablet bei Shootern steuern lässt ;) Das Zeichenprogramm macht mit seinen Möglichkeiten mehr als Spaß.
Ich bin Anfänger und habe keinerlei Erfahrung mit Tablets gehabt, bevor ich mir das Bamboo PEN gekauft habe. Trotzdem finde ich, dass es für seinen Preis eine Menge bietet, und die Investition kein Griff ins Klo war.