Da ich vom Touchpad meines Macbooks sehr angetan war, wollte ich so etwas nun auch für den Desktop-Rechner haben.
Das Bamboo Touch ist etwa so groß wie ein Taschenbuch, nur dünner. Die angerauhte berührungsempfindliche Fläche nimmt ca. 15 x 11 cm ein und ist kapazitiv, d.h. sie reagiert nicht auf Druck, sondern auf bloßen Kontakt.
Seitlich gibt es vier frei belegbare Hardware-Tasten, die ausreichend leichtgängig sind und einen deutlichen Druckpunkt haben. In der Mitte zwischen den Tasten leuchtet dauerhaft eine weiße Status-LED, die sich bei Berührung des Touchpads mit einem etwas helleren Leuchten meldet. Das seitlich herausgeführte USB-Kabel ist fest angebracht (also kein Mini-USB-Stecker) und versorgt das Touchpad auch mit Strom.
Dieses Modell von Bamboo ist ausdrücklich nicht für Stift-Benutzung geeignet, sondern ein reines Touchpad, wie man es von Laptops kennt. Die vom Touchpad unterstützten Fingergesten sind wahrscheinlich den meisten Benutzern moderner Laptops bekannt:
- Tippen zum Klicken
- Tippen und Ziehen zum Ablegen von Objekten
- 2-Finger-Tipp als Rechtsklick
- 2-Finger-Ziehen zum Scrollen
- 2-Finger-Spreizen zum Zoomen
- 2-Finger-Drehen zum Rotieren
- rasches 2-Finger-Wischen für vor/zurück
Eigene Gesten können mit der mitgelieferten Treiber-Software nicht definiert werden. Es lassen sich dort nur die Geschwindigkeiten für Zeigebewegung, Zeigerbeschleunigung, Doppelklick und Scrollen lassen großzügig anpassen und einzelne der obengenannten Gesten aktivieren und deaktivieren.
Das Touchpad funktioniert unter Mac OS X und Windows 7 identisch und lässt sich parallel mit einer zusätzlich angeschlossenen Maus betreiben. Als Gimmick können noch ein paar kleinere, in Adobe AIR programmierte touchpad-spezifische Mini-Anwendungen mitinstalliert werden. Deren Nutzen ist aber eher begrenzt.
Reine Mac-Benutzer werden sicher 20 ¤ mehr investieren und zum drahtlosen Magic Trackpad von Apple greifen, das cooler aussieht und eine leicht zu reinigende und kratzfreie Glasoberfläche hat. Das Bamboo ist halt nur aus Plastik. Bis auf die Bluetooth-Anbindung des Apple-Geräts sind beide Eingabegeräte in Funktion und Benutzung praktisch identisch, aber das Bamboo verrichtet seinen Dienst auch ohne Einschränkungen unter Windows (wobei ich nur Windows 7 getestet habe). Unter Linux funktioniert das Bamboo meines Wissens noch nicht, es wird aber offenbar schon an freien Treibern gearbeitet.
Ich finde das Arbeiten mit dem Touchpad als Mausalternative sehr angenehm. Zum möglichst ermüdungsfreien Arbeiten würde ich noch eine Handauflage empfehlen, damit mit man den Handrücken nicht anwinkeln muss.