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Wachtmeister Studer [Taschenbuch]

Friedrich Glauser
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 14., Aufl. (1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257217331
  • ISBN-13: 978-3257217339
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,3 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Glausers Romane sind sozialkritisch: Sein Mitgefühl für die Stiefkinder der Gesellschaft bricht immer wieder durch." (Südwestfunk)

"Der Fahnder, den sogar die Sträflinge mit Eh, der Studer! begrüßen, ist ein massiger Mann, schwer und hart wie einer jener Felsblöcke, die man auf Alpwiesen sieht. Wer Heinrich Gretler als Wachtmeister Studer gesehen hat, der kann auf weitere Metaphern verzichten. Studers Lieblingsgetränk ist Kaffee Kirsch, unter seinem Schnauzer glimmt eine Brissago, und wenn er ein Verhör beginnt, zieht er ein Ringbuch aus der Tasche und fordert den Verdächtigen auf: Hocked ab. Ein Ritus wie das Bier und die belegten Brote, die sein Pariser Kollege Maigret aus der Brasserie holen läßt." (Süddeutsche Zeitung)

"Er ist ein Kollege des Herrn Sherlock Holmes von Conan Doyles Gnaden und jener anderen Meister der Logik, denen Edgar Wallace spürsinnige Kombinationsgabe verlieh. Unser Wachtmeister Studer aber steht diesen grundgescheiten Geheimnistüf tlern und Verbrecherjägern als ganz und gar Eigenartiger, Besonderer, Neuer, nämlich als warmblütiger Mensch und einfacher Schweizer gegenüber." (Schweizer Illustrierte)

Kurzbeschreibung

"In Gerzenstein, einem in jeder Hinsicht gewöhnlichen Schweizer Dorf, hat der Wachtmeister den Mord an dem Vertreter Witschi aufzuklären. Von Beginn an spürt er, daß fast alle Menschen, mit denen er in Berührung kommt, über die Hintergründe des Verbrechens informiert sind, dessen Aufklärung jedoch aus undurchsichtigen Motiven hintertreiben. Als Verdächtiger sitzt ein bereits vorbestrafter Gärtnergehilfe in Haft, der für Studer als Täter jedoch nicht in Frage kommt, eine Annahme, für die sich bald Indizien finden. Dennoch erklärt der Untersuchungsrichter die Ermittlungen für abgeschlossen."(Aus: Kindlers Neues Literatur Lexikon)"Glausers Romane sind sozialkritisch: Sein Mitgefühl für die Stiefkinder der Gesellschaft bricht immer wieder durch."(Südwestfunk)
"Der Fahnder, den sogar die Sträflinge mit Eh, der Studer! begrüßen, ist ein massiger Mann, schwer und hart wie einer jener Felsblöcke, die man auf Alpwiesen sieht. Wer Heinrich Gretler als Wachtmeister Studer gesehen hat, der kann auf weitere Metaphern verzichten. Studers Lieblingsgetränk ist Kaffee Kirsch, unter seinem Schnauzer glimmt eine Brissago, und wenn er ein Verhör beginnt, zieht er ein Ringbuch aus der Tasche und fordert den Verdächtigen auf: Hocked ab. Ein Ritus wie das Bier und die belegten Brote, die sein Pariser Kollege Maigret aus der Brasserie holen läßt."(Süddeutsche Zeitung)
"Er ist ein Kollege des Herrn Sherlock Holmes von Conan Doyles Gnaden und jener anderen Meister der Logik, denen Edgar Wallace spürsinnige Kombinationsgabe verlieh. Unser Wachtmeister Studer aber steht diesen grundgescheiten Geheimnistüftlern und Verbrecherjägern als ganz und gar Eigenartiger, Besonderer, Neuer, nämlich als warmblütiger Mensch und einfacher Schweizer gegenüber." (Schweizer Illustrierte)

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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Schlumpf Erwin soll den Vater seiner "Maitschi" umgebracht haben. Im Gefängnis will er sich aufhängen, aber im letzten Moment holt ihn Wachtmeister Studer noch vom Fenstergitter. Alles scheint klar zu sein, der Schlumpf war es. Doch Studer glaubt nicht daran. Er setzt sich gegen den Untersuchungsrichter durch, fährt aufs Land und nimmt die Ermittlungen auf. Wie hatte der Kommisar immer gesagt: "Lieber zehn Morde in der Stadt, als einer auf dem Land." Wie recht er hatte...
Glausers Wachtmeister Studer gehört zu den besten Kriminalromanen der Weltliteratur - vielleicht ist es sogar _der_ beste. Wer auch nur einen Funken Spass an guten Krimis hat, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, ehe er es fertiggelesen hat.
Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" hat Ihnen gefallen? Sie werden den Studer lieben! Und vielleicht errinnert er Sie sogar an den Bärlach. Der Wachtmeister war nämlich Vorlage für Dürrenmatt.
Absolute Empfehlung. (Wie kann man hier den 6. Stern vergeben????)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ganz besonderer Krimi 22. November 2005
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Der schon etwas heruntergekommene Handelsvertreter Wendelin Witschi wird in der Nähe seines Heimatdorfes Gerzenstein erschossen aufgefunden, ausgeraubt hat man ihn anscheinend auch. Einen Tag später wird der vorbestrafte Erwin Schlumpf mit viel Geld aufgegriffen -- der Fall scheint klar. Und nachdem Schlumpf noch in seiner Zelle einen Selbstmordversuch unternimmt und nur dank Studers Intuition gerettet wird, scheint der Fall noch klarer... Aber nicht für den Wachtmeister Studer, denn der glaubt Schlumpfs Unschuldsbeteuerungen, und er macht sich auf den Weg nach Gerzenstein, aufs Land.
Gerzenstein ist in Studers Wahrnehmung ein Ort der Ladenschilder und Lautsprecher, im übertragenen ebenso wie im wörtlichen Sinn. Hinter die Fassaden zu schauen ist gar nicht so einfach... Bald findet er kleine Indizien, die seine Intuition bestätigen, und er trifft auch alte Bekannte wieder, von denen er einige vor Jahren mal verhaftet hat... Und er erfährt von seltsamen Zusammenhängen, wie sie auf dem Land so unüblich nicht sind; die Tochter des Ermordeten ist mit dem Verdächtigen verlobt, der Gemeindepräsident ist ihr Onkel -- und welche Rolle der Baumschulenbesitzer Ellenberger bei dem ganzen spielt, bleibt auch noch zu klären.
Und während Studer -- oft vergebens -- versucht, von den verschlossenen Dorfbewohnern etwas zu erfahren, erinnert er sich an die Erfahrung eines Pariser Kollegen: Lieber zehn Mordfälle in der Stadt als einer auf dem Land [...] Da hängen die Leute wie die Kletten aneinander, jeder hat etwas zu verbergen... Du erfährst nichts, gar nichts."
Aber Studer ist zäh; kein strahlender Superdetektiv, sondern ein unermüdlicher Wühler, nur scheinbar schwerfällig, der sich so schnell nicht abfertigen lässt; einer, der weiß, wie er die Leute zu nehmen hat, der mit dem zögerlichen Untersuchungsrichter genauso gut umzugehen weiß wie mit einem entlassenen Sträfling, der ihn mit "Eh, der Studer!" begrüßt. Er hat durchaus Sinn für die Komik, die sich in einer tragischen Situation verbergen kann -- und er ist einer, der mitfühlt mit den Menschen und in ihr Seelenleben förmlich hineinkriecht.

"Wachtmeister Studer" ist auf eine ganz unspektakuläre Weise fesselnd; der Roman bezieht seine Spannung nicht aus wildem Aktionismus, sondern aus dem Kontrast zwischen der ländlichen Schweiz der 30er Jahre und der authentischen Schilderung ihrer Bewohner einerseits, und Studers Reflexion andererseits. Es dürfte kaum ein stimmigeres und überzeugenderes Sittengemälde der ländlichen Schweiz geben, und schon gar keines, das gleichermaßen stilistisch überzeugen würde. -- Ein Krimi der Referenzklasse eben, hervorragend geschrieben, mit viel Charme und dem gewissen Etwas.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der perfekte Krimi 9. Februar 2012
Von Sarahs Bücherwelt TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ich liebe Krimis. Besonders die alten roten Klassiker des Goldmann Verlages, wie ich sie in den 90er Jahren in der Bücherei ausleihen konnte. Dieser alte Klassiker, der schon 1936 geschrieben wurde, ließ hoffen, dass ich wieder auf so ein Buch gestoßen bin.

Der Anfang war schon mehr als vielversprechend. Ein charakterstarker Wachtmeister, ein Täter, der kein wirkliches Motiv hat und altmodische Ermittlungsarbeiten vor Ort. Das ist genau nach meinem Geschmack. Für mich der perfekte Krimi.

Besonders der Protagonist Studer hat es mir angetan. Kurz und knapp eingeführt, erobert er jedoch binnen weniger Seiten das Herz des Lesers. Dafür sorgt sein einmaliger Charme, sein trockener Humor, seine merkwürdigen Ermittlungsarbeiten und seine logischen Gedankengänge. Obwohl ich den Film nie gesehen habe, hatte ich ein perfektes Bild des Ermittlers vor meinen Augen. Leider sind die Beschreibungen der anderen Figuren ebenfalls sehr spärlich. Sie reichen aus, um ein zufriedenstellendes Bild zu bekommen, jedoch geht es in meinen Augen nicht genug in die Tiefe. Ich persönlich bekam nie das Gefühl als wären Schlumpfi oder Sonja Bekannte. Trotzdem war dies eine kleine Schwäche, die mich nicht sonderlich störte. Andere Autoren schaffen nicht mal die Hauptfigur lebendig erscheinen zu lassen. Mit der gelungenen Handlung ist dieses Manko sofort überbrückt.

Damit wären wir beim Stil, und dieser ruiniert den perfekten Krimi. Der Autor legt einen teilweise abgehackten Satzbau, der sich oft durch ' zeigt, an den Tag. Damit könnte ich noch leben. Dazu wird jedoch ständig die wörtliche Rede gewechselt. In Kombination mit einigen schweizerischen Begriffen, wie zum Beispiel 'Büetz' oder 'Meitschi' fand ich es mühsam. Entweder ein Stil den man mag oder eben nicht. Auf die Länge des Buches fand ich den Lesefluss gehemmt.

'Nur weiter, nur weiter... Ich höre schon zu...'
Es scheine nicht, meinte Murmann, über was denn Studer so tief nachgedacht habe? - Er werde es ihm später sagen. Murmann solle jetzt die beiden Tage schildern, die Entdeckung der Leiche, die Untersuchung, die Flucht des Schlumpf... (Zitat S. 96)

Nichtsdestotrotz ist es ein Krimi der den Leser zum Mitraten animieren wird. Man wird auf falsche Fährten gelockt und mit überraschenden Wendungen, kleinen Hinweisen dem Ziel etwas näher gebracht, um kurz darauf wieder am Anfang zu stehen. Nach und nach jedoch setzt sich ein Bild zusammen, dass mich am Ende richtig liegen ließ. Spannende Ermittlungsarbeit, wie ich es nennen würde. Spannung selbst kommt nur durch Studers Denkansätze und die Ermittlung selbst auf. Es ist eine angenehme Spannung, die im Verleich zu heutigen Krimis nicht auf Blut, Gewalt und Gefahr setzen.

Abgerundet wird dieser Krimi durch den gekonnten Schluss. Wie oben erwähnt bin ich oft auf die falsche Gefährt gelockt worden, und erst ganz zum Schluss wusste ich, worauf der Autor hinaus wollte. Genauso stelle ich mir den perfekten Schluss eines Krimis vor. Nicht vorhersehbar, logisch und konsequent.

Wer jetzt Bedenken hat, dass ein Krimi aus dem Jahre 1936 an Aktualität und Reiz verloren hat, dem sei gesagt, dies ist nicht der Fall. Auch nach all den Jahren noch Weltklasse. Trotz des Stils bin ich begeistert und kann das Werk nur jedem empfehlen.
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