„Menschen im Koma und Wachkoma haben ein Recht auf Leben und Rehabilitation“. Mit diesem Satz führt das Buch direkt in die derzeitigen Diskussionen der Gesundheitspolitik ein. Im ersten Kapitel werden der Symptomenkomplex und Ursachen eines Wachkomas definiert sowie die heutige Versorgungssituation in Nordrheinwestfalen aufgezeigt. Erstaunlich ist, dass 2/3 der Betroffenen zu Hause gepflegt werden. Im Weiteren stellt das Buch unterschiedliche Förderkonzepte wie das Affolter-Modell, Basale Stimulation, Bobath, Kinästhetik, FOTT nach Coombes und die Arbeit des gesamten interdisziplinären Teams, inklusive Musiktherapie, vor. Anschließend befasst sich das Werk mit dem Leben nach einer Rehabilitation, sei es zu Hause oder in einem Heim. Zudem werden Themen wie Urlaub mit Menschen im Wachkoma sowie Sexualität von schwerst behinderten Menschen angesprochen. Mit einem kurzen Exkurs zu Kindern im Wachkoma schliesst das Buch ab.
Die Autoren stammen aus den verschiedenen Fachbereichen, aber auch Betroffene sowie deren Angehörige kommen zu Wort. Das Werk richtet sich an Angehörige sowie Fachpersonen. Aus meiner Sicht profitieren von dem Buch vor allem interessierte Fachleute, die noch nicht mit Menschen im Wachkoma arbeiten oder Berufseinsteiger, sowie allenfalls Angehörige mit guten Grundkenntnissen des Gesundheitsvokabulars. Die Autoren geben einige Tipps im Umgang mit Menschen im Wachkoma und machen ihre Arbeit für andere Berufsgruppen verständlich. Ebenso werden die verschiedenen Konzepte gut verständlich erklärt. Die Darstellung und Lesbarkeit sind gut.
Das Buch verdeutlicht auf eine anschauliche Art und Weise die komplexe, interdisziplinäre und mehrschichtige Betreuung von Menschen im Wachkoma.