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Ihr finsteres Ziel ist es, den Patrizier von Ankh-Mopork zu stürzen und selbst die Stadt zu beherrschen. Dieser verwegene Plan scheint aufzugehen -- wenn da nicht der Egoismus des beschworenen Drachen, der sich entschließt die Zügel der Stadt in die eigenen Klauen zu nehmen, und die Nachtwache wären. Die kleine Truppe, bestehend aus Hauptmann Mumm, Feldwebel Colon, Korporal Nobby und dem zwei Meter großen Zwerg Karotte, entschließt sich nach Jahren des faulen und sicheren Lebens, ihrer eigentlichen Bestimmung nachzukommen, und Ankh-Morpork vor Unheil zu retten. Unterstützt werden sie dabei von Lady Käsedick, die Sumpfdrachen züchtet, kleine und putzige Gesellen ihrer sonst ausgestorbenen Art. Heldenhaft -- besser gesagt, so gut wie sie dazu imstande sind -- stellen sie sich gemeinsam der Gefahr und verjagen den Drachen von seinem Lieblingsplatz, einem großen Haufen Gold. Doch nicht das Schwert oder die Gewalt triumphieren über das schuppige Ungeheuer, sondern die Macht der Liebe -- jedoch auf einer anderen Art und Weise, wie es sich selbst der wissende Pratchett-Leser vorzustellen vermag.
In gewohnter Manier versetzt Pratchett den Leser in die Geschehnisse der Scheibenwelt. Seine allzu bildliche Sprache, die keinen Augenblick lang Langeweile aufkommen läßt, bleibt unübertroffen. Mit "Wachen! Wachen!" zeigt Pratchett zum wiederholten Mal, daß er ein Meister des Fantasy ist.
Die Stadtwache von Ankh-Morpock bildet hier keine Ausnahme: keiner kann sie richtig leiden, keiner hat auch nur den Hauch von Respekt vor ihr und mit einer Truppenstaerke von 3 Mann ist sie auch nicht wirklich ein beeindruckender Haufen. Da der Job nicht gerade dazu angetan ist, Karriere bis in die hoechsten Raenge zu machen, haben die Stadtwachen Techniken entwickelt, zumindest ihr Ueberleben auch in Kriesensituationen zu sichern. Nicht zu schnell laufen, wenn man gefaehrliche Verbrecher verfolgt, weggucken anstatt hinstarren: diese Verhaltensweisen sind bei allen Mitgliedern der Wache in Fleisch und Blut uebergegangen. Da kommt es zwangslaeufig zu Konflikten, als der etwas naive junge Zwerg Karotte (naja: kein richtiger Zwerg, eher ein 2m-Zwergen-Findelkind) um Aufnahme in die ehrenwerte Garde ersucht (freiwillig).
Gleichzeitig brechen sich in Ankh-Morpock seltsame Dinge Bahn: eine kleine Gruppe von religioesen Fanatikern beschwoeren einen der alten Drachen ... und verliert ihn leider ein wenig ausser Kontrolle. Und das einer der GROSSEN ALTEN DRACHEN nicht mit den Sumpfdrachen vergleichbar ist, die in Ankh-Morpock gezuechtet werden, wie anderenorts Kaninchen oder Flugtauben, zeigt sich leider nur allzuschnell.
Terry Pratchett ist mit ,,Wachen, Wachen!'' einer seiner besten Scheibenweltromane gelungen.
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