Dieses Buch benutzt den Begriff 'Wabi-Sabi' leider Großteils als Marketing- oder Werbestrategie. Nach einer Einleitung über unsere ach so komplizierte Welt, geht der Autor im ersten Drittel des Buches auf Wabi-Sabi ein. Die Tiefe ist hierbei nur wesentlich über dem, was man in einem Wikipedia-Artikel und einer halben Stunde googlen über Wabi-Sabi herausfinden kann. Ein wenig Geschichte über Rikyû und den Weg der Teezeremonie ''- das war's leider schon.
Der restliche Teil des Buches beschäftigt sich mit den 16 Grundbedürfnissen des Menschen nach Steven Reiss.
Ich persönlich zweifele an dieser Theorie, nach der man jede Ausprägung entweder stark, schwach oder durchschnittlich hat. Dies ist mir zu eindimensional. So kann man z. B. extrovertiert und introvertiert zu gleich sein, jeweils bezogen auf verschiedene Bereiche des Lebens, also möglicherweise ein gutes Gefühl bei seiner Arbeit haben, aber ein schlechtes bei den Kommunikationsfähigkeiten oder ähnlichem. Dies lässt sich auf jeden der 16 Punkte anwenden.
Das restliche Buch beschäftigt sich damit, die 16 Eigenschaften an sich zu bestimmen und gibt dann Tipps, wie man gegen eine Ausprägung steuert. Das sind leider auch nur allgemeine Aussagen: Sind sie introvertiert? Dann gehen Sie mehr unter Menschen. Hui, echt. So einfach ist das?
Das Buch ist also mehr ein Psychologiebuch, und als solches noch ganz in Ordnung (daher auch 3 Sterne). Aber mit Wabi-Sabi hat das wenig zu tun. Mehr mit Zen oder Daoismus. Wahrscheinlich hat der Autor aufgrund der inflationären Benutzung dieser Begriffe sich für 'Wabi-Sabi' entschieden, um mehr aufzufallen. Ich bin aber enttäuscht, da ich mehr über Wabi-Sabi lernen wollte.