Über die Namensänderungen der ganzen WWE-PPVs kann man ja noch streiten, aber eine traditionsreiche Veranstaltung wie die Survivor Series komplett abzusetzen (was zum damaligen Zeitpunkt noch nicht bekannt war), grenzt schon ein wenig an Majestätsbeleidigung. Ok, der eigentliche Spaß hinter diesem Event war ja ursprünglich mal das Aufeinandertreffen wild zusammen gewürfelter Teams, sprich die "Survivor Series"-Matches. Da diese aber in den letzten Jahren zusehends unwichtiger und tatsächlich eher willkürlich konstruiert erschienen, ist das Ende des PPVs vielleicht auch nur konsequent.
Genießen wir also noch ein letztes mal die Großveranstaltung, mit der mein Nerdtum 1991 begonnen hat.
Im ersten Match, und prompt einem "Survivor Series"-Match (ich trau mich nicht, es abzukürzen) treffen The Miz, Dolph Ziggler, Jack Swagger, Drew McIntyre und Sheamus auf John Morisson, Evan Bourne, Finlay, Matt Hardy und Shelton Benjamin. Gerade die "Frischlinge" geben sich recht beeindruckend und so müssen Ziggler (mein Favorit), Bourne und Finlay dann auch als erstes raus. Alle Athleten legen ein gutes Tempo vor und sorgen für ein kurzweiliges Match, in dem Swagger, Benjamin und Hardy die nächsten Eliminierten sind. Wer nun warum gewonnen hat, darf sich jeder selbst ausrechnen.
Nach einer spaßigen Promo von Team Kingston ist erst mal Schluss mit lustig. Nach dem jähen Ende von Rey Mysterios und Batistas Freundschaft (Warum zum Geier kommt die Series eigentlich vor "Bragging Rights" in Deutschland raus? Das verdreht doch die Fehde der beiden völlig.) haben sich beide Kontrahenten in den Wochen vor dem PPV regelmäßig in den Haaren gehabt. Um dieser Storyline ein Ende zu setzen wurde nun dieses Match angesetzt und was soll ich sagen? Umgehauen hat mich der Matchverlauf nicht unbedingt. Erst gegen Ende dreht "The Animal" richtig auf und zerstört den kleinen Mexikaner buchstäblich. Heavy!
Das zweite traditionelle Tag Match zeigt uns CM Punk, William Regal, Cody Rhodes, Ted Dibiase und Randy Orton auf der einen, sowie Kofi Kingston, MVP, Mark Henry, R-Truth und Christian (na, wer merkt es? Harharhar) auf der anderen Seite. Schnell verabschiedet sich der "Worlds Strongest Man" dank eines RKO, R-Truth, Dibiase und Regal folgen. Überraschend auch als Orton einen "Killswitch" von Christian einstecken muss. Dieses Match ist nochmal eine Spur interessanter als das erste, was sich größtenteils am grandiosen Finale von Kingston, Punk und Orton festmachen lässt. Hier heißt es mitfiebern.
Im anschließenden "Triple Threat Match" um den World Heavyweight Championship zwischen Big Show, dem Undertaker und dem amtierenden Champion Chris Jericho passiert erst einmal nichts Spannendes. "Jerishow" arbeiten zunächst, wie erwartet, gegen den Taker zusammen. Salz kommt erst in die Suppe, als die beiden Tag Team Champs aneinander geraten. Interessante Notiz meinerseits am Rande: Jericho und Big Show nehmen ihre gegenseitige Ausspielerei einfach so hin, während Batista und Rey Mysterio, über viele Jahre als allerbeste Freunde dargestellt, wegen einer Aktion Todfeinde werden. Wie auch immer...
Im letzten traditionsreichen Ausscheidungsmatch haben es die Ladys miteinander zu tun. Michelle McCool, Layla, Beth Phenix, Jillian Hall und Alicia Fox treffen auf Melina, Mickie James, Kelly Kelly, Gail Kim und Eve Torres. Berauschend geht anders, aber dafür ist es schnell und ganz ok.
Im Mainevent geht es um den Titel von WWE Champion John Cena. In einem "Triple Threat" (jawohl, noch eins) kämpfen außerdem noch Shawn Michaels und Triple H um das Gold. Und ja, wir haben es hier in etwa mit den gleichen Voraussetzungen wie im ersten "Triple Threat" zu tun, nur dass Michaels und Hunter wesentlich dickere Freunde sind, als Paul Wight und der Fozzy-Sänger. Wo hört die Freundschaft also auf? Beim Titelgold? Kann man von ausgehen; und obwohl ma es ahnt hat man gleich zu Beginn was zum doof gucken. Ein großes Match, ein grandioses Finale, eine würdige letzte Survivor Series. Auch im limitierten Steelbook erhältlich... witziges Cover auch.