Nach einem der schlechteren PPVs der letzten Monate erwartet den geneigten WWE Fan mit "Money In The Bank" das absolute Highlight 2011 bisher.
Eröffnet wird das fantastische Großereignis mit dem Money In The Bank Ladder Match des Smackdown Kaders. Wade Barrett, Heath Slater, Justin Gabriel, Cody Rhodes, Kane, Sheamus, Daniel Bryan und Sin Cara treten in dem Spektakel an und besonders vom maskierten Mexikaner erwartet man in dieser Disziplin so einiges. Blöd für den, dass Sheamus andere Pläne hat und eine verdammt krasse Aktion gegen den Gesichtslosen zeigt. Einiges gibt es zu sehen bei diesem hoch riskanten Match, so z.B. eine kurze zweckgebundene "Corre" Reunion, Daniel Bryan, der permanent die Hucke voll kriegt und "LOD"-Rufe (ok, die gibt's zu hören) nach einem "Doomsday Device" von Kane und Sheamus gegen Bryan (wie gesagt...). Unterbrochen wird das Schauspiel von ständigen "CM Punk"-Rufen. Der Straight Edge Superstar ist mit ein Grund weshalb MITB 2011 zum Highlight werden soll, doch dazu später mehr.
Match Nummer 1 jedenfalls ist voll von Action und hat einen verdienten Sieger.
Match Nummer 2 ist dann auch die einzige Enttäuschung auf dieser DVD und das bestreiten, wer hätte es gedacht, die Diven. Brie Bella ist auf Kelly Kellys Divas Championship aus, doch die Championesse zeigt seit ihrem, damals wohlverdienten Titelgewinn, kaum noch gute Leistungen. Das sage ich als Kelly Kelly Fan. Das Match ist komplett langweilig, die erneuten "CM Punk"-Rufe sind hier eine willkommene Abwechslung. In dieser Form könnte man die Diven Division auch gerne abschaffen.
Zugegeben, die nun folgende Auseinandersetzung zwischen Mark Henry und Big Show wird man in Zukunft wohl auch nicht zu den Klassikern zählen, doch bietet sie dennoch weitaus mehr Unterhaltung als ich erwartet hatte. Klarer Vorteil: Das Match ist kurz und nach dem offiziellen Ende gibt's noch einen kleinen Bonus. Nur soviel: Nach Sin Cara wird noch ein weiterer Superstar aus der Halle gefahren!
Die drei folgenden Matches holen dafür auch wieder sämtliche Kohlen aus dem Ofen. Im RAW MITB Ladder Match schenken sich Alberto del Rio (ohne Feuerregen), Kofi Kingston (ohne die ersten 3 Booms), Jack Swagger, Evan Bourne, R-Truth, Alex Riley, The Miz und Rey Mysterio nichts. Mit Leitern bewaffnet kommen die 8 Kontrahenten bereits in den Ring und auch im weiteren Verlauf geht es ordentlich zur Sache. Sogar Mysterio wird kurz demaskiert, was einem anderen Gentleman zum Sieg verhilft. Es war wohl wirklich sein Schicksal. Großes Match!
Im darauf folgenden Scharmützel treten erneut Christian und World Heavyweight Champion Randy Orton gegeneinander an. Chicago, Austragungsort des PPV, scheint generell eher auf Heels zu stehen, anders kann man sich die "Let's Go Christian!"-Rufe (Michael Cole hört zwar "Let's Go Randy!"-Rufe, aber spitzt mal die Ohren!) nicht erklären. Zudem wird jede Aktion Ortons ausgebuht. Eine befremdliche Situation für die Viper, die schon geraume Zeit zu den Fan-Favorites gehört. Das Match wird sehr aggressiv geführt, ist spannend und hat dank einer Sonderklausel ein mehr als kontroverses Ende. Sollte Orton nämlich disqualifiziert werden, würde der Titel ausnahmsweise auch wechseln. Mehr sag ich nicht, nur eine Frage bleibt: Haben die Spanier nach all den Jahren dazu gelernt und tatsächlich ihren Kommentatoren-Tisch verstärkt?!
Der Main Event ist dann auch mit ein Grund, warum diese Veranstaltung in die Annalen eingehen wird. In der Auseinandersetzung zwischen John Cena und CM Punk ist eine Menge Feuer, das wird schon beim fantastischen Vorfilm klar. Am 27. Juni dieses Jahres hielt CM Punk am Ende einer RAW Show nämlich eine Wutrede, die man kurz sogar für einen realen Shoot, also einen nicht abgesprochenen Monolog mit kritischem Inhalt, halten konnte. Mit dieser Aktion war Punk plötzlich in aller Munde. Unter anderem war nun jedem klar, und das stimmte auch im wahren Leben, das Punks Vertrag nach dem PPV enden würde. Sein Ziel war es, den Titel zu gewinnen und sich damit aus dem Staub zu machen. Extra-Kick für den Champion: Gewinnt Punk den Titel, wird Cena gefeuert!
Soviel zur Vorgeschichte. Wie bereits erwähnt, findet das Ereignis in Chicago, Punks Heimat statt und was soll ich sagen? Die komplette, verdammte Halle scheint wie ein Mann hinter ihrem Lokalmatadoren zu stehen. Ich habe weiß Gott schon viele Reaktionen auf WWE Superstars gesehen, doch diese toppte alles; was für ein Lärm...
Irreal auch die Reaktionen auf Cenas Einzug, der sich entsprechend bedeckt hält. Erinnerungen an den zweiten ECW "One Night Stand" werden wach ("If Punk loses We Riot"-Schild) und selbst die Hassreaktionen aus Cenas WM 23 Match gegen Shawn Michaels werden hier in den Schatten gestellt. Punk selbst ist einer der wenigen, die für Cena klatschen!!! JEDE ins Ziel gebrachte Aktion Cenas wird von lauten "Buh"-Rufen begleitet, zwischendurch unterbrochen von "You Can't Wrestle"-Rufen. Er konnte einem bisweilen leid tun. Andererseits schien das den Chaingang Commander auch gehörig anzustacheln, stellt das Match doch eines der absolut besten des Mannes aus West Newbury dar.
Das Ende ist eines der genialsten in der langen PPV-Geschichte der Promotion und mehr möchte ich auch gar nicht verraten.
Ohne wenn und aber ein MUSS für jeden WWE-Fan!